Nachfolgend finden Sie eine Liste der zehn wichtigsten Faktoren, die Gold im Jahr 2019 voraussichtlich beeinflussen werden. Ich habe sie zwei Oberbegriffen zugeordnet: wirtschaftliche Entwicklungen und Faktoren, die Gold selbst betreffen.
Mögliche wirtschaftliche Entwicklungen, auf die Sie achten sollten
- Der Kreditzyklus ist weit fortgeschritten, und das Ende der Expansionsphase scheint in Sicht. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass die Staatsdefizite steigen, da bei sinkender Wirtschaftstätigkeit die Steuereinnahmen zurückgehen und die Sozialausgaben zunehmen. Dies wird durch eine Beschleunigung der monetären Inflation gedeckt werden, die wir bereits beobachten.
- Die internationalen Handelsströme haben sich deutlich verlangsamt, wie der Einbruch der chinesischen Nachfrage zeigt. Es besteht kein Zweifel, dass die US-Zollpolitik Auswirkungen auf den internationalen Handel hat, die sich als katastrophal erweisen könnten.
- Der Rückgang des Welthandels ist nicht nur ein deutliches Signal, dass die Weltwirtschaft in Schwierigkeiten steckt; auch das Haushaltsdefizit der USA wird steigen, und damit wird tendenziell auch das Handelsdefizit zunehmen. Andernfalls müsste die Sparquote steigen, was ich für ausgeschlossen halte, oder es müsste zu einer Kontraktion der Bankkredite kommen. Mit anderen Worten: Es ist zu erwarten, dass ein schrumpfender internationaler Handel die US-Wirtschaft und andere Volkswirtschaften in eine Rezession führt. Dies wird die Fed zwangsläufig dazu veranlassen, das US-Staatsdefizit durch weitere quantitative Lockerung zu finanzieren.
- Die wichtigsten Volkswirtschaften Asiens (China, Russland, Indien und der Iran) wenden sich bei der Abwicklung des Handels allesamt vom Dollar ab. Dies wird erhebliche Auswirkungen auf die Währungsreserven der Zentralbanken haben, nicht nur in Asien, sondern auch anderswo, da der Dollar verkauft wird. Einige Länder, allen voran Russland, kaufen stattdessen Gold.
- Der ausländische Besitz an Dollar-Vermögenswerten und Bargeld übersteigt das US-BIP: 18,412 Bio. $ plus 4,22 Bio. $ ergeben 22,6 Bio. $. Dies ist der höchste Wert im Verhältnis zum BIP, der je verzeichnet wurde. Wenn der Dollar und die US-Wertpapiermärkte, gemessen in einem an Wert verlierenden Dollar, ernsthaft zu fallen beginnen, wird es zwangsläufig zu massiven Verkäufen von Dollar und Dollar-Vermögenswerten durch Ausländer kommen.
Faktoren mit unmittelbarem Einfluss auf Gold
- Geopolitik – Asien und Russland, Letzteres öffentlich, haben Dollar-Reserven gegen Gold getauscht. Da Russland der weltweit größte Energieexporteur ist, wird es weiterhin über Dollar verfügen, die es gegen Gold verkaufen kann. Auch mitteleuropäische Länder, insbesondere Ungarn und Polen, bauen ihre Goldreserven aus. Es ist klar, in welche Richtung der asiatische Wind weht, und die Asiaten wissen, dass Gold der wunde Punkt Amerikas ist.
- Die Preisinflation wird durch die Verbraucherpreisindizes (VPI) stark verzerrt dargestellt und liegt seit dem Höchststand des Goldpreises im September 2011 im Durchschnitt eher bei etwa 8 % jährlich. Seitdem ist die Kaufkraft des Dollars um rund 43 % gesunken, sodass der Goldpreis in Dollar von 2011 gerechnet 740 $ beträgt. Offenbar hat dies niemand bemerkt, wodurch Gold äußerst günstig bleibt.
- Die monetäre Inflation nach der Lehman-Krise ist noch nicht vollständig abgebaut. Die Fiat-Geldmenge (FMQ) liegt noch immer um mehr als 5 Bio. $ über dem langfristigen Expansionstrend vor der Lehman-Krise, und die Fed ist nicht in der Lage, sie zurückzuführen. Vielmehr dürfte sie die Fiat-Geldmenge erhöhen, um die Regierung davor zu bewahren, sich bei einsetzender Rezession zu Marktzinsen verschulden zu müssen.
- Genau diesen Bedingungen sah sich die deutsche Regierung zwischen 1918 und 1923 gegenüber, und die voraussichtliche Reaktion der Fed wird dieselbe sein: Geld drucken, um Staatsdefizite zu finanzieren. Das Ergebnis: Vermögen wird aus der produktiven Wirtschaft abgezogen und durch Staatsausgaben vernichtet. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die USA und andere Sozialstaaten über eine stärkere Steuerbasis verfügen als Deutschland nach dem Krieg, sodass die Geldmengenausweitung im Verhältnis zur Größe der Volkswirtschaft geringer ausfallen wird. Dennoch befinden wir uns auf einer abschüssigen Bahn zur Währungszerstörung, und es wird weit mehr politischen Mut erfordern, das Inflationsproblem anzugehen, als die heutige politische Klasse aufzubringen imstande scheint.
- Gold ist im Westen massiv unterrepräsentiert.
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