Wurde ein Boden gefunden?

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Gold und Silber haben ihre neuen Aufwärtstrends gefestigt, wobei Gold weiter zulegte, während Silber seitwärts tendierte. An den europäischen Märkten lag Gold heute Morgen bei 1.787 $, ein Plus von 22 $ auf Wochensicht, und Silber bei 20,10 $, ein Minus von 20 Cent. Der Handel im Gold-Kontrakt an der Comex war schwach, im Silber-Kontrakt etwas lebhafter.

Wie sicher können wir sein, dass Gold und damit auch Silber einen Boden gefunden hat? Die nächste Grafik zeigt die technische Lage.

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Nicht nur scheint sich zwischen 2.070 $ und 1.680 $ eine lehrbuchmäßige Flagge vollendet zu haben, sondern der Preis bricht auch nach oben aus dem engen Abwärtskanal aus, der auf den letzten Anlauf auf 2.070 $ im März dieses Jahres folgte und am 21. Juli bei 1.680 $ endete. Zudem liegt, wie unsere nächste Grafik zeigt, das offene Interesse an der Comex auf dem niedrigsten Stand seit einem Jahr. Dies deutet darauf hin, dass die Swaps (überwiegend Händler der Edelmetallbanken auf der Short-Seite) ihre Short-Positionen so weit abgebaut haben, wie sie es voraussichtlich tun werden.

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Zudem ist es ihnen gelungen, den Wert ihrer Short-Positionen auf den niedrigsten Stand seit Juni 2019 zu senken. Dies zeigt unsere nächste Grafik.

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Wie viele Verkäufe sind von den Long-Positionen noch zu erwarten? Nun, die Hedgefonds (Managed Money) sind inzwischen netto short, was aus antizyklischer Sicht ungewöhnlich positiv ist. Das zeigt die nächste Grafik.

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In den 1990er Jahren nannten wir Hedgefonds die „Masters of the Universe“, doch ihre Bilanz bei Gold-Futures zeigt, dass sie als Gruppe außerordentlich unbeholfen agieren. Sie sind an den Höchstständen long und an den Tiefständen short – jedes Mal. In Verbindung mit unseren anderen Indikatoren ist dies eine positive Bestätigung.

In der realen Welt des physischen Goldes haben Käufer von diesem Papier-Unsinn profitiert. In den letzten fünf Handelssitzungen wurden 26.006 Comex-Kontrakte zur Lieferung angedient (2.600.600 Unzen, 80,89 Tonnen) – ein nach jedem Maßstab hoher Wert. Das ist nur geringfügig weniger als im gesamten Juli. Und obwohl russisches und chinesisches Fördergold nicht verfügbar ist, haben laut dem World Gold Council von heute Morgen die Zentralbanken im vergangenen Monat 59 Tonnen zu ihren Reserven hinzugefügt.

In dieser verrückten Welt hat die Bank of England als jüngste Zentralbank ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 1,75 % angehoben. Sie warnte die Briten, dass die Inflation im weiteren Jahresverlauf 13,3 % erreichen werde. Wenn der Zins einen Ausgleich für den Verlust an Kaufkraft darstellt, liegt die BoE 11,5 % hinter der Entwicklung zurück. 

Eine Wortsuche im 101 Seiten umfassenden Geldpolitischen Bericht der Bank nach Verweisen auf die Geldmenge ergibt eine glatte Null.

Man ist aufgrund dieses Befunds versucht, das geldpolitische Wissen des MPC mit dem Handelsgeschick der Hedgefonds gleichzusetzen. Doch vielleicht sollten wir dem MPC im Zweifel zugutehalten. Schließlich sind die Verlautbarungen der Zentralbanken Öffentlichkeitsarbeit, die uns überzeugen soll, dass der eigentliche Feind nicht die Verbraucherpreisinflation ist, sondern die Rezession.

Die Charts sagen uns, dass der Weg durch diese Verrücktheit einfach darin besteht, physisches Gold zu kaufen.

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