Fazit: Eine weitere Woche mit saisonuntypischen Abbauten. Die Abbauten konzentrieren sich weiterhin auf Rohöl. Cushing, der Lieferort für WTI-Kontrakte, wird weiterhin sehr schnell abgebaut, da die Arbitrage zur US-Golfküste (USGC) eine weitere Woche lang offen blieb. Die Abbauten erfolgten bei einer deutlichen Erholung der Nettoimporte. Die Nettoimporte lagen „nur“ noch 1,25 Mio. b/d unter dem Vorjahreswert, nachdem sie mehrere Wochen lang extrem niedrig gewesen waren. Das liegt nun näher an den Importniveaus, die wir Anfang des Jahres gesehen haben (ca. -1 Mio. b/d im Jahresvergleich). Global scheint der Rohölmarkt ein größeres Defizit aufzuweisen, da Rekordexporte die Brent-Preise offenbar überhaupt nicht beeinflussen; diese bleiben in Backwardation. Wir gehen davon aus, dass dies voraussichtlich noch einige Wochen anhält, was zur Verringerung der Differenz zwischen WTI und Brent beitragen dürfte. Hohe Preise könnten jedoch künftig die weltweite Rohölnachfrage beeinträchtigen. Deshalb sind wir beim Flat Price etwas vorsichtiger, auch wenn wir weiterhin eher optimistisch gestimmt sind.
- Gesamtabbau von 2,3 Mio. Barrel gegenüber einem saisonüblichen Aufbau von 1 Mio. Barrel. Rohöl sank um 5,1 Mio. Barrel, 2 Mio. mehr als üblich, und Cushing verzeichnete einen gewaltigen Abbau von 4,7 Mio. Barrel mehr als üblich. Bei den Produkten ergibt sich ein gemischtes Bild. Destillate wurden stark abgebaut (5,5 Mio. Barrel mehr als üblich), alle übrigen Produkte legten im Vergleich zum Normalwert dagegen zu. Propan machte 1,8 Mio. Barrel des saisonuntypischen Aufbaus aus, wodurch das Bestandsbild etwas optimistischer ausfällt, als die Gesamtzahl vermuten lässt.
- Die Rohölbestände fielen nun deutlich unter das Niveau von 2015, und die Bestände in Cushing sinken schnell. Die Rohölbestände liegen im Jahresvergleich um 42,8 Mio. Barrel niedriger, die gesamten Erdölbestände um 95,6 Mio. Barrel.
- Die implizite Nachfrage stieg um 0,5 Mio. b/d auf 20,5 Mio. b/d; der 4-Wochen-Durchschnitt liegt auf Vorjahresniveau.
- Die Importe stiegen um 0,5 Mio. b/d, die Exporte sanken um 0,8 Mio. b/d. Die Nettoimporte erholten sich deutlich auf 4 Mio. b/d, was „nur“ 1,25 Mio. b/d unter dem Vorjahresniveau liegt.
- Die Raffineriedurchsätze sanken um 0,4 % auf 93,4 %, was saisonal weiterhin hoch ist, während der Rohöleinsatz auf saisonalem Rekordniveau liegt.
- Die Produktion stieg diese Woche um 73 kb/d und liegt im Jahresvergleich um 1,08 Mio. b/d höher.
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