Fazit: Die DOE-Statistiken dieser Woche waren weiterhin vom Hurrikan Harvey beeinflusst, doch die Lage beruhigt sich allmählich. Die Bestände befinden sich weiter im Abbau, und überraschenderweise sanken auch die Rohölbestände. Wir müssen jedoch abwarten, wie sich die Importe in den kommenden Wochen entwickeln. Angesichts des großen Spreads zwischen WTI und Brent erwarten wir allerdings eine gewisse mittelfristige Auswirkung auf die Nettoimporte. Insgesamt rechnen wir weiterhin mit größeren Abbauten bei Erdöl und Erdölprodukten im vierten Quartal 2017, was die Preisstruktur, aber auch den Flat-Preis stützen sollte, insbesondere bei WTI.
- Die Gesamtbestände sanken um 5,9 Mio. Barrel, also 4 Mio. Barrel mehr als üblich. Allerdings entfielen 2,4 Mio. Barrel dieses Abbaus auf Propan, dessen Bestände saisonal normalerweise steigen.
- Interessanterweise sanken die Rohölbestände um 1,8 Mio. Barrel, obwohl zusätzlich 0,8 Mio. Barrel aus der strategischen Reserve (SPR) auf den Markt gelangten. Bei Benzin gab es einen überraschenden (wenn auch kleinen) Aufbau, und bei Destillaten fiel der Abbau geringer aus als erwartet.
- Die implizite Nachfrage stieg erneut, auf 21,1 Mio. b/d, und liegt damit wieder auf den Rekordniveaus des Sommers
- Die Nettoimporte stiegen um 0,2 Mio. b/d, da die Importe um 0,9 Mio. b/d und die Exporte um 0,7 Mio. b/d zulegten. Die Nettoimporte liegen weiterhin 0,35 Mio. b/d unter dem Vorjahresniveau, eine geringere Differenz als zu Jahresbeginn, was jedoch überwiegend ein Basiseffekt ist (die aktuellen Nettoimporte sind absolut sehr niedrig)
- Die Raffinerieauslastung erholte sich gegenüber der Vorwoche um weitere 5,4 % auf 88,6 %, doch die Rohöleinsätze liegen noch deutlich unter den Rekordniveaus des Sommers. Das ist teilweise noch auf die Folgen des Sturms zurückzuführen, andere Raffinerien gehen nun jedoch in die Wartung.
- Die Rohölproduktion stieg um weitere 37 kb/d und liegt nun wieder 1,04 Mio. b/d über dem Vorjahr. Wie wir mehrfach geschrieben haben, halten wir das Produktionswachstum in den wöchentlichen DOE-Daten für stark überzeichnet; das tatsächliche Wachstum liegt mehrere 100 kb/d niedriger.
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