Wie Gold die Renten retten kann

Das Weltwirtschaftsforum hat gemeinsam mit Mercer (den Aktuaren) kürzlich geschätzt, dass sich das kombinierte Pensionsdefizit in acht Ländern derzeit auf 66,9 Billionen US-Dollar beläuft und bis 2050 auf 427,8 Billionen US-Dollar steigt. Die acht Länder sind Australien, Kanada, China, Indien, Japan, die Niederlande, das Vereinigte Königreich und die USA. Von dem Wert für 2016 entfallen 50,5 Billionen US-Dollar auf nicht gedeckte Pensionszusagen des Staates und für Beschäftigte im öffentlichen Dienst.

Ja, wir sprechen inzwischen von Hunderten von Billionen. Andere Wohlfahrtsstaaten, die in der Liste fehlen, haben Defizite, die zu diesen Schätzungen noch hinzukommen.i

66,9 Billionen US-Dollar entsprechen etwa dem 1,5-Fachen des gemeinsamen BIP der acht Länder, 427,8 Billionen US-Dollar fast dem Zehnfachen. Rechnet man zudem den nicht produktiven staatlichen Anteil heraus, liegen die Werte im Verhältnis zur steuerzahlenden Basis des Privatsektors heute beim etwa Zweifachen des produktiven BIP und 2050 beim Dreizehnfachen. Das Defizit für 2050 unterstellt eine jährliche Wachstumsrate von 5 % (Zinseszins). Dies ist eine lineare Projektion, doch die Verschlechterung der Finanzen bei nicht gedeckten staatlichen Pensionen könnte sich als exponentiell erweisen, entsprechend dem beschleunigten Anstieg der weit gefassten Geldmenge seit der großen Finanzkrise.

Das Problem besteht vor allem in den Wohlfahrtsstaaten, die also in großen Schwierigkeiten stecken. Regierungen bieten ihren Beschäftigten routinemäßig inflationsgeschützte Pensionen an, die aus den laufenden Steuereinnahmen finanziert werden. Die Planer in den Finanzministerien erkennen allmählich das Ausmaß des Problems, während die Politiker es lieber ignorieren würden. Die Staatsfinanzen werden bereits sowohl durch nicht gedeckte Pensionsverpflichtungen als auch durch steigende Gesundheitskosten für alternde Bevölkerungen untergraben.

Hinzu kommt, dass die Menschen länger leben. Wer vor zehn Jahren in Japan geboren wurde und mit 60 in den Ruhestand geht, kann mit einem Alter von 107 Jahren rechnen; der Staat trägt dann sieben­undvierzig Jahre lang die Kosten für Sozialleistungen und Pension. In anderen Ländern ist es kaum günstiger: Von den 2007 in Nordamerika und Europa geborenen Babys werden 50 % voraussichtlich 103 Jahre alt.

Die globale Abhängigkeitsquote, also das Verhältnis der Erwerbstätigen zu den Ruheständlern, dürfte sich bis 2050 von 8:1 auf 4:1 verschlechtern. Wenn die meisten Menschen in den Ruhestand gehen, zahlen sie keine Einkommensteuer mehr und werden zu einer Belastung für das staatliche Sozialsystem. Daher muss das Rentenalter steigen. Es muss aber nicht nur steigen, sondern so weit, dass auch jene finanziert werden können, die körperlich fit, aber durch Demenz, Alzheimer und Parkinson geistig eingeschränkt sind und ihre letzten Lebensjahrzehnte unter hohen Kosten versorgt verbringen werden.

Das ist der Hintergrund eines globalen Problems. Wir wollen jedoch lediglich von „armen Steuerzahlern“ sprechen und weitergehen. Stattdessen konzentriert sich dieser Artikel nicht auf die Probleme der Finanzierung staatlicher Renten (die zugegebenermaßen 75 % des Problems ausmachen), sondern bietet einen Überblick darüber, warum das derzeitige Umfeld mit niedrigem Wachstum und niedrigen Zinsen für private Altersvorsorgesysteme so nachteilig ist.


Vierzig Jahre Knechtschaft, und was bekommt man dafür?

Im letzten Jahrtausend gehörte zu den Vorteilen einer Beschäftigung in einem Unternehmen eine betriebliche Altersversorgung. Sie sollte sicherstellen, dass Arbeitnehmer während ihres Berufslebens genug ansparen, um im Ruhestand bis zu 70 % ihres letzten Gehalts zu erhalten. Nahezu alle Unternehmen, außer den kleineren, boten einen Pensionsplan dieser leistungsorientierten Art an. Seitdem sind viele dieser Pläne durch beitragsorientierte Pläne ersetzt worden. Beide Arten von Renten beruhen darauf, wie viel Sie und das Unternehmen eingezahlt haben. Wo immer möglich, werden leistungsorientierte Pensionen abgewickelt, weil wachsende Defizite bei diesen Pensionen den Fortbestand der einzahlenden Unternehmen gefährden können, und durch beitragsorientierte Pläne ersetzt, bei denen ein Fehlbetrag lediglich die Rente des Ruheständlers mindert.

Unabhängig davon, ob ein Pensionsplan leistungsorientiert oder beitragsorientiert ist, scheitert dieses System der Altersvorsorge. Neben der steigenden Lebenserwartung sind die wichtigsten Variablen, die die Leistungen einer Rente beeinflussen, die Wertentwicklung der Kapitalanlagen der Rente sowie die Fähigkeit der Mittel im Pensionsplan, die Rentenzahlungen über die erwartete Lebensdauer der Ruheständler zu decken. Die Anlagerenditen werden auf der Grundlage der aktuellen Renditen von Staatsanleihen und einer langfristigen Einschätzung der Aktienmärkte, einschließlich Dividenden, prognostiziert.

Hieraus ergibt sich ein Problem, das durch die Zinspolitik der Zentralbanken verursacht wird. Indem die Zentralbanken Zinsen und Anleiherenditen drücken, zwingen sie die Pensionsverwalter, ihre Schätzungen des Kapitals zu erhöhen, das erforderlich ist, um die Rentenzahlungen über die erwartete Lebensdauer der Rentner zu decken. Nehmen wir beispielsweise an, ein Pensionsfonds erzielt aus seinen Anlagen einen Ertrag von 5 % und weist kein Defizit auf. Wird dieser Ertrag auf 2,5 Prozent gekürzt, sinkt das Einkommen um 50 %. Einfache Arithmetik zeigt: Das erforderliche Kapital, um den ursprünglichen Zahlungsstrom aufrechtzuerhalten, verdoppelt sich.

In der Praxis ist die Berechnung weitaus komplizierter, doch die derzeitige Zinspolitik führt offensichtlich zu erheblichen versicherungsmathematischen Fehlbeträgen. Eine weitere Ursache von Defiziten sind niedriger als erwartete Anlagerenditen bei den Inflationsschutzanlagen, von denen man erwartet, dass sie vom künstlich verbilligten Geld profitieren. Dabei handelt es sich vor allem um börsennotierte Aktien und nicht börsennotierte Immobilien.

Um zu veranschaulichen, wie sehr die Anlagerenditen von Anleihen und Aktien im Laufe der Jahre gesunken sind, zeigt Tabelle 1 zum Vergleich die jährlichen Durchschnittsrenditen (Zinseszins) von US-Staatsanleihen, US-Aktien und Gold, in Dollar bewertet, über die letzten vierzig Jahre (ein Berufsleben) sowie seit Beginn des laufenden Jahrhunderts.

 Tabelle 1. Jährliche Renditen bei Wiederanlage – US-$
1978–2017
2000–2017
US-Staatsanleihe mit 10 Jahren Laufzeit (Kupons wieder angelegt)
6,25 %
3,7 %
US-Staatsanleihe mit 30 Jahren Laufzeit (Kupons wieder angelegt)
6,65 %
4,07 %
S&P-500-Index (Dividenden wieder angelegt)
9,05 %
4,45 %
Gold (physisch, einschl. 12-Monats-Gold-Leasingsatz)
5,13 %
9,12 %
Quellen: Goldmoney-Research

Der Grund für die Aufnahme von Gold in die Tabelle wird später in diesem Artikel deutlich.

Während ein diversifizierter Pensionsfonds wahrscheinlich in eine breitere Palette von Anlageklassen investiert, bilden Staatsanleihen und Aktien den Kern seines Portfolios; Aktien haben mit wieder angelegten Dividenden seit den 1950er-Jahren höhere Renditen als Anleihen erzielt. Anleihen werden in der Absicht gekauft, sie bis zur Rückzahlung zu halten, und idealerweise strebt ein Pensionsfondsmanager eine durchschnittliche Laufzeit von mehr als zehn Jahren an. Deshalb enthält Tabelle 1 die Renditeergebnisse sowohl für 10- als auch für 30-jährige Laufzeiten. Heute rentieren 10-jährige US-Staatsanleihen nur mit 2,2 % und 30-jährige mit 2,8 %. In Europa und Japan ist die Lage für die Altersvorsorge mit Nullrenditen und sogar negativen Renditen noch weitaus schlechter. Bei diesen Zinssätzen steigt der Kapitalbedarf eines Pensionsfonds gegen unendlich.ii

Da der langfristige Zinstrend seit seinem Höhepunkt 1980/81 rückläufig ist, überrascht es kaum, dass die Portfolioanteile von Anleihen verringert wurden. Zudem führte die überlegene Wertentwicklung von Aktien in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zu versicherungsmathematischen Überschüssen, sodass viele Unternehmen Beitragspausen einlegen konnten, was wiederum den Trend zu einem höheren Aktienanteil begünstigt hat.

Die Diversifizierung in Aktien funktionierte für Pensionsfonds eine Zeit lang gut. Vor dreißig Jahren zahlten US-Aktien ordentliche Dividenden, und die Aktienkurse stiegen, auch wenn es einige beunruhigende Bärenmärkte gab. Seit 2000 sind die Dividendenrenditen deutlich gesunken, sodass Pensionspläne für ihre Gesamtrendite stärker auf steigende Aktienkurse angewiesen sind. Zudem war das Ergebnis von 4,45 % für den S&P seit 2000 in der Praxis schwer zu erreichen, da aktive Manager den Index überwiegend nicht schlugen.

Aktien sollten ein Schutz vor Inflation sein. Doch seit 2000 war die Verbesserung gegenüber einem Anleihenportfolio unter Berücksichtigung von Managementleistung und Kosten nur marginal oder zuweilen gar nicht vorhanden, und das angesichts des höheren Anlagerisikos im Vergleich zu Staatsanleihen. Das ist das Schlechteste von allem: Die Bedingungen, unter denen Fiat-Geld im Zeitverlauf an Kaufkraft verliert, führen weder zu höheren nominalen Anleiherenditen noch zu einer ausgleichenden Outperformance von Aktien.


Hartes Geld gegenüber weichem Geld – die Folgen

Die Krise der Altersvorsorge ist sehr real. Die 30-jährige Anleihe rentiert nun mit weniger als 3 %, und die am Verbraucherpreisindex (CPI) gemessene Preisinflation dürfte diesen Wert bald übersteigen. Die Krise der Pensionsverwalter könnte erheblich schlimmer werden, zumal die 10-jährige US-Staatsanleihe bereits jetzt weniger als die offizielle Inflationsrate abwirft. Die Zentralbanken haben inzwischen schätzungsweise ein Drittel der ausstehenden Staatsanleihen gekauft, wodurch die Kurse steigen und die Renditen sinken. Sie mögen die Staatsfinanzen retten, aber sie ruinieren die Altersvorsorge.

Im Kern funktioniert es nicht mehr, eine Altersvorsorge zu steuern, indem man die sinkende Kaufkraft ungedeckten Geldes mit herkömmlichen Inflationsschutz-Anlagen ausgleicht. Zudem ist kaum vorstellbar, dass die Zentralbanken die Probleme ungedeckten Geldes ernsthaft angehen, ohne die Finanzmärkte zu untergraben. Zwar würden die Pensionsverbindlichkeiten aufgrund steigender Zinsen sinken, doch auch die Vermögenswerte des Fonds würden an Wert verlieren, und viele Aktieninvestments würden möglicherweise nicht einmal überleben.

Es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Finanzkrise als bewusster Akt der Geldpolitik in Betracht gezogen würde, doch es besteht ein erhebliches und wachsendes Risiko, dass Regierungen trotz ihrer Eingriffe die Kontrolle über die Märkte verlieren. Auf dieser Grundlage ist es sinnvoll, wenn ein Pensionsfonds in physisches Gold investiert.

Wie bei Aktien kann der für historische Leistungsvergleiche gewählte Zeitraum einen erheblichen Unterschied machen, und dies spiegelt sich in den Zahlen für Gold in Tabelle 1 wider. Kritiker von Gold als Pensionsanlage werden sicher darauf hinweisen, dass Gold seit 2000 einen soliden Bullenmarkt erlebt hat, während der Aktienmarkt vom Höhepunkt der Dotcom-Krise aus startete. Diese Kritik hat ihre Berechtigung, übersieht aber die Konsolidierung des Dollarpreises von Gold, die über ein Drittel dieser Zeit andauerte und bei der Gold ein Drittel seines Wertes verlor.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist bekanntlich keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Die Gründe für eine Anlage von Pensionsgeldern in Gold müssen daher auf einem Verständnis des Verhältnisses zwischen solidem und ungedecktem Geld sowie auf einem tiefgehenden Verständnis des Verhältnisses zwischen Geld im Allgemeinen und Vermögenspreisen beruhen. Dies gilt besonders, wenn Inflationsschutz-Anlagen wie Aktien und Immobilien betrachtet werden. Zudem muss ein verantwortungsvoller Analyst die variablen zeitlichen Verzögerungen berücksichtigen, mit denen die Geldpolitik zunächst die Vermögenspreise und schließlich die Verbraucherpreise beeinflusst. Bevor die Geldpolitik den Goldpreis beeinflusst, kann es unvermeidlich erhebliche zeitliche Abweichungen geben. So hatten beispielsweise die beispiellose weltweite Ausweitung der Zentralbankbilanzen und die Ausweitung der Bankkredite nach der großen Finanzkrise zwischen 2009 und 2012 erheblichen Einfluss auf den Goldpreis. Seither hat sich die Geld- und Kreditexpansion fortgesetzt, doch der Goldpreis ist gesunken.iii Der Wert für einen Pensionsfonds ist jedoch im Wesentlichen langfristig und muss diese zeitlichen Effekte überblicken.

Die folgende Grafik zeigt, wie die in Gold gemessene Kaufkraft der vier wichtigsten Papierwährungen seit dem Ende des Abkommens von Bretton Woods (dem Nixon-Schock) gesunken ist. Sie ist auf Gold ab 1969 indexiert, als Gold offiziell 35 US-Dollar je Unze kostete.

wichtige Papierwährungen

Das Ausmaß der Verluste der wichtigsten Währungen gegenüber Gold ist in dieser Grafik deutlich zu erkennen. In weniger als fünfzig Jahren hat der Dollar 97 % seiner in Gold gemessenen Kaufkraft verloren, während die am offiziellen CPI gemessene Kaufkraft des Dollars nur um 75 % gesunken ist. Die in Gold gemessenen Preise für Waren sind daher gefallen (d. h. die Kaufkraft von Gold ist gestiegen), was dem entspricht, was wir aufgrund unseres Verständnisses von solidem Geld erwarten würden.

Wenn das Geld solide ist, steigt seine Kaufkraft im Laufe der Zeit und spiegelt damit die Verbesserungen bei Technologie und Fertigungsverfahren wider, die der Wettbewerb zwischen den Herstellern hervorbringt. Das war im Verlauf des neunzehnten Jahrhunderts in Großbritannien zu beobachten, als der Goldstandard galt. Ersparnisse brachten daher nicht nur bescheidene Zinsen, sondern gewannen auch an Wert, was Sparsamkeit belohnte. Normale Bürger hatten einen starken Anreiz, etwas für ihre eigene Absicherung und die ihrer Familien zurückzulegen, und diese Ersparnisse konnten sich über Generationen ansammeln.

Das Sparen in Gold in einem Umfeld soliden Geldes erzielt die besten langfristigen Erträge. Unter diesen Bedingungen zahlen Staatsanleihen Kupons, die einen Goldersatz darstellen und eine echte Grundlage für jede Form des Sparens bilden. Als nationale Währungen unbedingt in Gold umtauschbar waren, waren Staatsanleihen so gut wie Gold. Das trifft offensichtlich nicht mehr zu.

Es gibt einen weiteren wichtigen Unterschied zwischen Fiat-Währungen und Gold, wenn es um die Altersvorsorge geht. In den ersten Jahren des Ruhestands nimmt der Durchschnittsbürger eine Teilzeitbeschäftigung auf, da neue Ruheständler in der Regel fit, leistungsfähig und gesellig sind. Ihr Bedarf an einer Rente ist so gering, wie er es im Ruhestand voraussichtlich sein wird. Mit zunehmendem Alter des Rentners nehmen jedoch Leistungsfähigkeit und Arbeitswille ab, und die Kosten der Gesundheitsversorgung werden zu einer wachsenden Belastung. Die Lebenshaltungskosten, insbesondere für die Gesundheitsversorgung, sind für sehr alte Menschen am höchsten.

Eine in Fiat-Geld ausgezahlte Rente verhält sich genau umgekehrt. Die Kaufkraft einer Fiat-Währung nimmt im Verhältnis zu solidem Geld im Laufe der Zeit ab, wie die obige Grafik eindrücklich zeigt. Diese Grafik umfasst achtundvierzig Jahre. Ein heute geborener Amerikaner muss damit rechnen, dass unsolides Geld seine Rente siebenunddreißig Jahre lang schrittweise aushöhlt. Seine Rente in unsolidem Geld wird mit zunehmendem Alter immer weniger wert sein, sodass ihm gerade dann sehr wenig bleibt, wenn er sie für seine steigenden Gesundheitskosten am dringendsten braucht.

Gold verhält sich anders. Seine Kaufkraft steigt im Laufe der Zeit, sodass es in den späteren Lebensjahren eines Rentners mehr von den benötigten Dingen kauft, einschließlich der Gesundheitsversorgung. Da Gold der beste Bewahrer von Kaufkraft ist und diese im Zeitverlauf sogar steigert, erscheint es außergewöhnlich, dass die Rentenbranche kaum Mühe darauf verwendet, die Vorteile soliden Geldes für die Altersvorsorge zu verstehen.

Diese Unkenntnis ist überwiegend ein modernes westliches Phänomen, die Folge des keynesianischen Bestrebens, Gold aus dem Währungsgeschehen zu entfernen, und der staatlichen Entmutigung des Sparens, das Keynes besonders verhasst war. Stattdessen sind die meisten Rentner, auch jene, die ihr ganzes Arbeitsleben hindurch eifrig gespart haben, gezwungen, auf staatliche Sozialleistungen zurückzugreifen.

Das Scheitern privater Rentensysteme wird die Belastung des Staates schlicht erhöhen. Wenn Sie den zu Beginn dieses Artikels genannten WEF-Bericht für alarmistisch halten, denken Sie noch einmal nach. Die Rentenkrise wird nicht nur die privaten Sparsysteme in den Bankrott treiben, die ihre Leistungen festlegen, sondern auch die Staaten.

Die Asiaten der Alten Welt, für die dieses ganze Spar-Durcheinander kaum von Belang ist, sind besser gestellt: Sie verstehen, dass staatliches Geld auszugeben ist, bevor es seine Kaufkraft verliert, und legen Gold für das Sparen zurück. Der Unterschied in der Wertentwicklung zwischen Anlagen, die angeblich vor Preisinflation schützen, und Gold ist größer, als Tabelle 1 für den Dollar zeigt oder als der in der obigen Grafik dargestellte Verlust der Kaufkraft des Dollars von 97 % seit 1969 anzeigt. Die nächste Grafik zeigt, wie sich ausgewählte asiatische Währungen gegenüber Gold entwickelt haben, nämlich erheblich schlechter als Dollar, Euro, Pfund und Yen.

asiatische Währungen

Keine inflationsausgleichende Anlage hat in diesen Währungen mit Gold mithalten können, was ein guter Grund dafür ist, dass in all diesen Ländern die Familienersparnisse vollständig oder überwiegend aus physischem Gold bestehen. Zu beachten ist, dass die türkische Lira am 1. Januar 2005 einer Zusammenlegung im Verhältnis von einer Million zu eins unterzogen wurde; die ursprüngliche Lira von 1969 ist heute praktisch wertlos. Eine Unze Gold in indonesischen Rupiah ist von 11.500 IDR im Jahr 1969 auf 15.500.000 IDR gestiegen. Kein Wunder, dass Indonesier und Türken lieber in Gold sparen.


Rentenausblick

Bei näherer Untersuchung zeigt sich deutlich, dass herkömmliche Inflationsschutzanlagen wie Aktien und Immobilien die Renten nicht ausreichend schützen. Die Unterdrückung der Zinsen durch die Zentralbanken und die quantitative Lockerung haben zu negativen Realrenditen bei Staatsanleihen geführt. Die durchschnittliche jährliche Rendite von Aktien hält nach Kosten und Minderleistung kaum mit der Preisinflation Schritt.

Es scheint einen negativen Zusammenhang zu geben zwischen der Geschwindigkeit, mit der eine Währung an Kaufkraft verliert, und der Fähigkeit eines herkömmlichen Inflationsschutzes, Altersvorsorge zu schützen. Dies ist die Botschaft der asiatischen Währungen, wo der Trend ausgeprägter ist. Angesichts der Beschleunigung der Geldmengeninflation seit der großen Finanzkrise ist es wahrscheinlich, dass sich der Kaufkraftverlust der großen Papierwährungen in den kommenden Jahren seinerseits beschleunigen wird. Inflation ist stets ein monetäres Phänomen. In diesem Fall dürfte sich die Lücke zwischen dem Anstieg der Nominalwerte von Inflationsschutz-Anlagen und dem Kaufkraftverlust einer Währung weiter vergrößern.

Berücksichtigt man zusätzlich die steigende Lebenserwartung der Rentner, so gelingt es den Altersvorsorgesystemen in ihrer heutigen Ausgestaltung nicht, die Sicherheit zu bieten, die Rentner für ihren Ruhestand erwarten. Eine Allokation in physisches Gold ist nach empirischer Evidenz und geldökonomischer Analyse die beste Absicherung gegen eine Minderentwicklung. Pensionsfonds halten jedoch selten physisches Gold als Vermögenswert, da die Manager es noch nicht als das natürliche Gegenmittel gegen unsolides Geld entdeckt haben.

Selbst wenn ein Pensionsfondsmanager beschließt, in Gold-Edelmetall zu investieren, müsste er eine systembedingte und regulatorische Voreingenommenheit gegenüber einer als unreguliert eingestuften Anlage überwinden. Die Alternativen sind regulierte Derivate und Investitionen in Goldminen, die als solche kurzlebig und mit Kontrahentenrisiko behaftet sind und daher nicht dasselbe darstellen.

Letztlich wird das Finanzsystem gezwungen sein, unsolides Geld aufzugeben. Wir sehen bereits, dass die Finanzierung wirtschaftlicher Aktivität durch die Ausweitung ungedeckter Kredite nicht mehr den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen bringt, und das Bewusstsein wächst, dass die wohlfahrtsstaatlich geprägten Demokratien auf eine Finanzkrise zusteuern. Der WEF-Bericht zur Altersvorsorge ist nur ein Teil dieser Erkenntnis.

Es wäre zu optimistisch zu glauben, wir würden einfach von einer Welt des unsoliden Geldes zu der Einsicht gelangen, dass die Abkehr von solidem Geld ein Fehler war. Die Veränderungen in der Art, wie Ersparnisse wieder in den Kreislauf gelangen, müssten so grundlegend sein, dass das derzeitige Finanzsystem nichts weniger als seiner Zerstörung entgegensieht. Politik und Partikularinteressen werden sich einem derart radikalen Wandel voraussichtlich entschieden widersetzen, vor allem indem sie die Kaufkraft des Papiergeldes opfern, um noch mehr Zeit zu gewinnen.

Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Zerstörung der großen Fiat-Währungen im vergeblichen Versuch beschleunigt, das Ende des Finanzsystems abzuwenden, stärkt lediglich die Argumente für Gold in einem Pensionsfonds. Die Dynamik ist leicht zu erkennen. Wenn Ihre Währung zugrunde geht, entwickeln sich die Preise aller in ihr ausgedrückten Anlagen im Vergleich zu Gold schlechter. Je größer der Effekt, desto größer die Minderentwicklung.

Dennoch scheint die Rentenbranche, die Verwalterin unseres künftigen Wohlstands, kaum zu bemerken, was geschieht. Die Pensionsfonds werden auf dem besten Weg sein, überflüssig zu werden, bevor die Einsicht kommt, und wir Sparer werden die Leidtragenden sein. Stattdessen sollten wir uns ein Beispiel an den Asiaten nehmen, das Finanzsystem umgehen und selbst physisches Gold ansparen, wenn wir etwas von unseren Ersparnissen für den Ruhestand bewahren wollen.


iSiehe WEF-Weißbuch: „We’ll Live To 100 – How Can We Afford It?“, Abbildung A3, S. 22.

ii In der Praxis werden Defizite, die aus unterdrückten Zinssätzen entstehen, häufig durch übermäßig optimistische Prognosen für die Entwicklung der Aktienmärkte verschleiert. Aus diesem Grund ist die Lage wahrscheinlich schlechter als dargestellt.

iii Der Rückgang der Goldpreise seit September 2011 hat viel mit Eingriffen der Zentralbanken zu tun, insbesondere nach der zyprischen Bankenkrise, die die Kapitalflucht in der EU beschleunigte. Zu beachten ist, dass die Edelmetallbanken systembedingt in physischem Gold short sind und ein deutlicher Preisanstieg ihnen Probleme bereiten würde. Aus diesem Grund besteht eine Neigung, Derivate zur Preissteuerung einzusetzen.


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