Wie die Rückkehr zu solidem Geld gelingt

Da das gegenwärtige Fiatgeldsystem auf dem Weg zu seiner eigenen Zerstörung ist, überrascht es nicht, dass zunehmend von einem Währungsreset die Rede ist. Ohne einen völlig anderen Ansatz und unter Beibehaltung derselben Institutionen und makroökonomischen Konzepte wird jeder derartige Reset zwangsläufig scheitern.

Dieser Artikel liefert eine Vorlage für eine dauerhafte, solide Geldlösung, die wirtschaftlichen Fortschritt ermöglicht und zugleich zerstörerische Kreditzyklen beseitigt. Er vertritt die These, dass ein richtig aufgebautes Geldsystem auf der Grundlage von Gold und goldgedeckten Substituten, das zudem die Bankkreditinflation als Mittel zur Bereitstellung von Investitionskapital abschafft, der einzige Weg ist, dauerhafte Stabilität und Wohlstand zu erreichen. Neben der Schaffung eines unbestechlichen Geldsystems müssen die Rolle des Staates in der Wirtschaft begrenzt, die Haushalte stets ausgeglichen, das Bankwesen reformiert und dem Privatsektor ermöglicht werden, den Wohlstand anzuhäufen, der erforderlich ist, um den Produzenten die Investitionen für ihre Produktion zu verschaffen. 

Eine Geldreform setzt ein klares Verständnis dafür voraus, warum freie Märkte erfolgreich sind und warum der Sozialismus zusammen mit der neokeynesianischen Makroökonomie für den bevorstehenden Währungs- und Wirtschaftskollaps verantwortlich ist. Sie erfordert einen vollständigen Wandel der gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Kultur, ist aber bei richtigem Vorgehen machbar.

Einleitung

In den vergangenen Jahren gab es nur sehr wenige Stellungnahmen zu den Vorzügen soliden Geldes, und diese beschränkten sich fast ausschließlich auf Anhänger der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Noch weniger wurde darüber geschrieben, wie man sich aus dem Inflationismus zurückziehen, unsolides Geld beenden und zu einer Geldordnung zurückkehren kann, die weder von Regierungen noch vom Bankensystem korrumpiert werden kann.

Der bedeutendste Versuch stammt von Ludwig von Mises, der seiner aktualisierten Fassung von Die Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel aus dem Jahr 1952 ein Kapitel zu diesem Thema anfügte.[i] Die Umstände waren damals ganz andere als heute. Seinerzeit hatten die USA ihren Gold-Devisen-Standard so ausgehöhlt, dass Einzelpersonen zunehmend nicht mehr die Möglichkeit hatten, Papierdollar gegen Gold einzutauschen. Und sowohl der Keynesianismus als auch der Sozialismus befanden sich, zumindest im Westen, noch in ihren Anfängen. Heute stehen wir eher vor einem Endspiel: Der Status des umlaufenden Geldes hat seither erheblichen Schaden genommen, und uns steht nicht eine Reform bevor, sondern der Zusammenbruch des gesamten Systems des Papiergelds.

Von Mises hatte in seinen Schriften vorhergesagt, dass es dazu kommen würde, falls in den 1950er-Jahren nichts unternommen würde. Wir erleben nun nicht nur das Scheitern staatlicher Währungen, sondern auch den angerichteten wirtschaftlichen Schaden. Dass die Wurzel des Problems in einem zunehmenden Inflationismus liegt, der eine Kreditkrise befeuert, wird einer kleinen, aber wachsenden Zahl von Kritikern allmählich offensichtlich.

Jüngste Ereignisse, die für alle unsere wirtschaftlichen Aussichten im Jahr 2020 und darüber hinaus von Belang sind, offenbaren nun eine nachlassende Nachfrage nach Industrieerzeugnissen und eine sinkende Kreditqualität, was mit dem Ende der Expansionsphase des Kreditzyklus vereinbar ist. Die Zunahme des amerikanischen Protektionismus zu diesem Zeitpunkt des Kreditzyklus erinnert besorgniserregend an 1929, als der Kongress den Smoot-Hawley Tariff Act verabschiedete und Präsident Hoover ihn 1930 unterzeichnete.

In den ersten Monaten des Jahres 2020 dürften sich weitere statistische Belege dafür zeigen, dass die weltweite Produktion zurückgeht, was lediglich durch erneute Geldmengeninflation verdeckt wird. Eine Rezession und ihre Folgen sind die größte Sorge der Zentralbanken, die bereits in einem beschleunigten Modus der Geldschöpfung sind, um sie in einem weiteren Anlauf abzuwenden.

Die unmittelbare Zukunft der Papierwährungen hängt vor allem von den Aussichten des Dollars als Reservewährung ab. Die auf den Dollar ausgerichteten Märkte verharren in Verdrängung und glauben, der Dollar werde im Falle von Turbulenzen stets durch eine Flucht in die Sicherheit gestützt. Kurzfristig könnte sich dies selbst bewahrheiten. Doch nach einem anfänglichen Pawlowschen Reflex hängt die Zukunft des Dollars, gemessen in anderen staatlichen Währungen, von den relativen Bedürfnissen der Wirtschaftsakteure auf nationaler Ebene und von der tatsächlichen Eigentumsstruktur ab.

Hier schneidet der Dollar schlecht ab: Dollar-Vermögenswerte und Bargeld in ausländischer Hand belaufen sich auf rund 24 Billionen US-Dollar, während sich der US-Besitz an Vermögenswerten außerhalb des Dollars auf weniger als die Hälfte davon beläuft, nämlich 11,297 Billionen US-Dollar (Ende 2018). Laut den TIC-Daten des US-Finanzministeriums betrug der US-Besitz an ausländischen kurzfristigen Schuldtiteln zu diesem Zeitpunkt 502 Mrd. US-Dollar, von denen nur 92 Mrd. US-Dollar auf Fremdwährungen lauteten, der Rest auf Dollar. Abgesehen von ausländisch notierten Wertpapieren, die im Vergleich zum ausländischen Besitz an US-Wertpapieren insgesamt gering sind, sind diese 92 Mrd. US-Dollar alles, was US-Ansässige bei einem finanziellen Zusammenbruch an Fremdwährung verkaufen können.

Von ihren insgesamt 24 Billionen US-Dollar hielten Ausländer 19,4 Billionen US-Dollar an Dollar-Vermögenswerten, davon mehr als 8 Billionen US-Dollar in Aktien; darin enthalten sind kurzfristige Schuldtitel von 980 Mrd. US-Dollar. Hinzu kamen im vergangenen Oktober Dollar-Einlagen bei Korrespondenzbanken in Höhe von 3,6 Billionen US-Dollar. Die Dollar-Liquidität in ausländischer Hand beträgt somit nahezu 13 Billionen US-Dollar, noch bevor ausländische Anlagen in US-Staatsanleihen berücksichtigt sind, die überwiegend von ausländischen Regierungen und offiziellen Institutionen gehalten werden. Wenn sich ausländische Bestände an eine Welt schrumpfenden Handels anpassen, werden Dollar eindeutig in großem Umfang verkauft werden. Das wird seinen Wert zerstören und die US-Kapitalmärkte erschüttern, und dem stehen kaum Mittelzuflüsse in die Gegenrichtung gegenüber, die dies ausgleichen könnten.

Unter diesen Umständen wird es der US-Regierung unmöglich sein, ihre Haushaltsdefizite wie gewohnt durch Kapitalzuflüsse zu finanzieren. Und angesichts fehlender inländischer Ersparnisbildung, die ohnehin den Endverbrauch schmälern und damit die BIP-Statistik untergraben würde, müssen Defizite von über einer Billion US-Dollar nahezu vollständig durch Geldmengen- und Bankkrediterweiterung finanziert werden.

Früher oder später wird dies unweigerlich zu einer schweren Krise des Dollars und damit aller Papierwährungen führen, die ihn als „King Rat“ betrachten. Die Krise wird durch eine Mischung aus wachsender Staatsverschuldung, sinkender Kaufkraft des Dollars und steigenden Zinsen weiter angeheizt werden, wobei Letztere auf die Reaktion des Marktes auf eine Währung zurückgehen, die an Kaufkraft verliert. Es handelt sich um eine Schuldenfalle, die sich zumindest in einem erheblichen Rückgang des „full faith and credit“, des uneingeschränkten Vertrauens in die US-Regierung, niederschlagen wird.

Schließlich, möglicherweise schon in wenigen Jahren, könnte der Dollar wertlos werden. Die wenigen Kommentatoren, die sich dieser Gefahr bewusst sind, fordern seit einiger Zeit einen Währungsneustart, ohne genau zu wissen, wie er umgesetzt werden könnte. Es ist nahezu sicher, dass die Zentralbanken zusammenkommen werden, um einen neuen geldpolitischen Plan auszuhecken, sobald die Gefahren für das derzeitige System zunehmen. Angesichts der staatsgläubigen Kultur, die hinter dem Problem steht, wird die Grundlage jedes staatlich initiierten Plans jedoch gewiss den Versuch beinhalten, die geldpolitische Rolle des Staates zu sichern und seine Befugnisse über die Märkte auszuweiten. Bei gleichen grundlegenden Merkmalen ist jede neue Währungsordnung, die auf einer Abwandlung des staatlichen Währungssystems beruht, zum Scheitern verurteilt. Die Geschichte lehrt uns, dass die Öffentlichkeit die Tricks der Regierung bereits kennt, wenn der Weg des Papiergelds ein zweites Mal beschritten wird, und das zweite Scheitern deshalb rasch eintritt (vgl. Frankreich 1789–97 – Assignaten, gefolgt von Mandats territoriaux, die kaum sechs Monate Bestand hatten).

Aus wirtschaftlicher Sicht wird die Einführung soliden Geldes der Bevölkerung im Vergleich zu einem scheiternden Währungsregime unmittelbare Vorteile bringen. Dem stehen ein mangelndes Verständnis der katallaktischen Theorie bei den akademischen Ökonomen und der unerbittliche Griff des Establishments auf bürokratische und politische Macht entgegen.

Um das erforderliche Ausmaß der gesamten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und monetären Reform zu verdeutlichen, muss eine Lösung vorgeschlagen werden, die funktioniert. Ein solcher Vorschlag muss solides, unbestechliches Geld in seinem Kern haben, da keine andere Ordnung auf Dauer Bestand haben wird. Er setzt die Abschaffung des Zentralbankmodells voraus. Dass die Zentralbanken ihre geldpolitischen Aufgaben selbst überflüssig machen müssten, garantiert praktisch, dass die Zerstörung des Papierwährungssystems und dessen sofortiger Ersatz im Zuge eines Neustarts eintreten werden, bevor ein solides System von Geld und Kredit überhaupt in Betracht gezogen werden kann.

Von dieser Annahme sollten wir ausgehen. Unser solides Geld wird wie ein Phönix aus der Asche der monetären und wirtschaftlichen Zerstörung aufsteigen.

Dieser Artikel liefert eine Vorlage dafür, wie ein neues Geldsystem auf der Grundlage soliden, unbestechlichen Geldes umgesetzt werden kann. Er behandelt folgende Themen: die Wiedereinführung von Gold als Umlaufmittel, das alle geldpolitische Macht in die Hände seiner Nutzer legt, den Umgang mit der bestehenden Staatsverschuldung, die Reform des Bankensystems sowie die Rückführung der Wirtschaftstheorie auf den Stand vor Keynes, der dem Staat trügerische Rollen zugeschrieben hat. Bei richtiger Behandlung und Planung sollte die Umsetzung weniger schwierig sein, als sie zunächst erscheint, und jede Nation, die den in diesem Artikel beschriebenen Maßnahmen folgt, dürfte bereits in weniger als einem Jahr erhebliche wirtschaftliche Vorteile erfahren.

Solides Geld – das kann nur physisches Gold sein

Zur Klarstellung: Ein Goldsubstitut ist eine Währung in jeder Form, die vollständig durch Gold gedeckt ist und von allen ihren Nutzern jederzeit auf Verlangen in Gold umgetauscht werden kann. Ein Goldkernwährungssystem (Gold Exchange Standard) erlaubt die Ausweitung ungedeckter Bankkredite und verhindert nicht, dass Regierungen die gesamte Geldmenge aufblähen.

Bevor Kritiker zu dem Schluss kommen, ich wolle Gold eine bestimmte Rolle zuschreiben: Mein vorrangiges Interesse gilt solidem Geld, das zufällig Gold ist. Ja, ich befürworte Gold, aber nur als solides Geld; die Reihenfolge lautet erst solides Geld, dann Gold. Deshalb bestehen ich (und meine Kollegen bei Goldmoney) darauf, dass physisches Gold richtigerweise die Rolle von Geld hat und nicht als Anlage zu betrachten ist, während verwandte Instrumente wie ETFs, Derivate und Minenaktien zu Recht als goldbezogene Anlagen eingestuft werden.

Es sollte nicht nötig sein, noch einmal zu erläutern, warum sich Gold als das Geld der Menschen durchgesetzt hat, seit die Arbeitsteilung über den Tauschhandel hinausgewachsen ist. Es lohnt sich jedoch festzuhalten, dass der Unterschied zwischen dem heutigen Staatsgeld und Gold darin besteht, dass der Staat die Entwertung seiner Währung als Mittel nutzt, um Vermögen von der Bevölkerung auf sich selbst und auf ihm nahestehende Gruppen zu übertragen. Sie ist ein Finanzierungsinstrument zusätzlich zur Besteuerung.

Bei solidem Geld ist die Geldentwertung streng begrenzt. Die Goldmenge, die in der Weltwirtschaft als Geld benötigt wird, ist nur ein Teil der oberirdischen Bestände, und ihre Menge und Verteilung bestimmen die wirtschaftlichen Akteure, nicht der Staat. Die naheliegende Quelle des weltweiten Angebots ist der Bergbau, der etwa 2 % der oberirdischen Bestände ausmacht, im Einklang mit dem langfristigen Bevölkerungswachstum. Die andere Quelle ist Altgold, also das Recycling von Gold aus und in andere Verwendungen. Deshalb sind in Gold gemessene Preise von Natur aus stabil.

Als gemeinsame Form vertrauenswürdigen Geldes erleichtert Gold außerdem den grenzüberschreitenden Handel. Wird der Handel in Gold oder in Goldsubstituten abgewickelt, die eine Regierung oder Bank nicht auf magische Weise aus dem Nichts schaffen kann, gibt es keine Handelsungleichgewichte, abgesehen von vorübergehenden Verschiebungen im Verhältnis von Gold zu Waren, die die Preisniveaus über Rechtsräume hinweg angleichen.

Die Wiedereinführung soliden Geldes erfordert offenkundig einen tiefgreifenden Wandel der gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Kultur. Unter einem Regime soliden Geldes entzieht die Unfähigkeit einer Regierung, fortlaufend Defizite zu machen, dem Staat erhebliche Macht. Solides Geld zwingt Regierungen außerdem, vergesellschaftende Gesetzgebung aufzugeben, und macht die Menschen für ihr eigenes Handeln stärker verantwortlich.

Seit der Aufgabe des Bretton-Woods-Abkommens war das Ausmaß der Geldmengenausweitung erheblich. Der Anstieg des Goldpreises von der Vorkriegsbindung bei 35 US-Dollar hat in unbekanntem Maße die frühere Geldmengenausweitung korrigiert, als der Dollar nach dem Gold Standard Act von 1900 erstmals an einen Gold Exchange Standard gebunden wurde. Er hat danach weiterhin die Geldmengenausweitung widergespiegelt, insbesondere nach der Aufhebung jeglicher Konvertibilität im Jahr 1971. Die bisherige Anpassung hat nicht den gesamten Zuwachs an vorhandenen Fiat-Dollar ausgeglichen, doch das ist weniger wichtig als ein Umtauschpreis, der dauerhaft gehalten werden kann, denn der neue Dollar muss ein echtes Goldsubstitut sein, wenn er sich durchsetzen soll.

Die Festlegung des Umtauschpreises ist die wichtigste Entscheidung des Emittenten der neuen Dollar. Wie wir gesehen haben, ist ein Regierungsorgan jedoch stets schlecht dafür gerüstet, geldpolitische Entscheidungen zu treffen. Vernünftig wäre es daher, die Rückkehr zu Gold als primärer Geldform anzukündigen und dem Markt eine gewisse Zeit einzuräumen, um die Preisrelation von Gold zur neuen Staatswährung ungefähr zu bestimmen. Zugleich sollten Konsolidierungsbedingungen für den Umtausch alter in neue Dollar bekanntgegeben werden. Diese verhindern, dass die alte Währung wertlos wird, sofern sie es nicht bereits ist, und stellen sicher, dass die neue Währung von Beginn an breit verteilt ist.

In der Zeit zwischen der Ankündigung des Vorhabens und seiner Umsetzung sollte die Zentralbank bzw. das Finanzministerium (im Fall der USA) eine unabhängige Metallprüfung seiner Goldbestände veranlassen und dazu einen Aufsichtsausschuss aus neutralen Beobachtern einsetzen, der den Prozess überwacht.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Märkte von Anfang an auf die Existenz der Goldreserven vertrauen. Beim US-Finanzministerium, das nach eigenen Angaben 8.134 Tonnen besitzt, könnte eine ordnungsgemäße Metallprüfung zu lange dauern. Eine Metallprüfung muss die Existenz, Identität, das Gewicht und die Reinheit jedes Barrens und jeder Münze bestätigen, die in der die Währung deckenden Reserve gehalten oder ihr zugeteilt sind. In jedem Fall befindet sich möglicherweise mehr Gold im Besitz des Finanzministeriums, als zu Beginn zur Deckung der neuen Währung benötigt wird.

Sobald die Metallprüfung so weit fortgeschritten ist, dass der Prüfer das Ausmaß etwaiger Abweichungen angeben kann, wird der ungefähre Kurs von den Märkten in dem Wissen festgelegt worden sein, dass genügend Gold vorhanden ist, damit die neue Währung als Substitut zirkulieren kann. Die verbleibenden Goldbestände (falls vorhanden) können zurückgehalten werden.

Sobald das Verhältnis zwischen der neuen Währung und einem Goldgewicht feststeht, können Entscheidungen über Fragen wie die Form der Münzprägung getroffen werden. Ein Dollar-Gold-Kurs wäre dann definiert. Beispielsweise könnte ein Gramm Gold durch 10 neue Dollar dargestellt werden. Ein neuer Dollar entspräche somit zehn Zentigramm Gold. Und jeder neue Dollar, der elektronisch, in Papierform oder als Münze ausgegeben wird, würde nur existieren, wenn er zu 100 % durch bei der Zentralbank gehaltenes Gold gedeckt ist.

Alle Beschränkungen des Goldbesitzes müssen enden. Damit der Staat nicht unbemerkt von einem Währungssubstitutsystem zu einem Gold Exchange Standard übergeht, ist es entscheidend, dass Gold neben seinen Substituten zirkuliert. Dies lässt sich leicht durch die Ausgabe hochwertiger Goldmünzen nach dem Vorbild des britischen Sovereign erreichen, der einen Nennwert an ein Gewicht Feingold bindet. Einleger, die Mittel von einer Bank abheben, müssen die Möglichkeit haben, diese wahlweise in Goldmünzen oder in Papiersubstituten abzuheben.

Münzen für kleine Beträge würden anstelle von Gold selbst als Scheidemünzen zirkulieren. Dies würde es den Währungsbehörden erlauben, praktische, strapazierfähige Legierungsmünzen für den Umlauf auszugeben, die vollständig durch Gold gedeckt sind. Die Ausgabe dieser Münzen wird auch kleine Banknoten ersetzen, um die Rolle von Banknoten insgesamt zu verringern und dadurch die Rolle von Gold als eigentlichem Zirkulationsmittel zu stärken. Mit dem Wegfall ungedeckter Bankkredite (siehe unten) werden auch Schecks und elektronische Überweisungen vollständig durch Gold gedeckt sein und als Goldsubstitute gelten.

Umwandlung von Staatsanleihen

Im Zuge eines Zusammenbruchs der Fiat-Währung dürfte zwangsläufig ein erheblicher Bestand an Staatsschulden ausstehen, der parallel zum Zusammenbruch der Währung angewachsen ist. Der Umrechnungskurs für alte, auf die scheiternde Fiat-Währung lautende Schulden würde, wie bei allen anderen Schulden auch, zu dem Satz festgelegt, der zwischen der alten Fiat-Währung und der neuen, als Goldersatz fungierenden Währung vereinbart wird. Unter einem Goldersatz-Regime werden Schuldzinsen selbstverständlich entweder in neuen Dollar gezahlt oder sind auf Verlangen in ihr Goldäquivalent umtauschbar.

Unter unserem neuen Regime kann die Ausgabe neuer Staatsschulden nur durch einen Anstieg der privaten Ersparnisse finanziert werden. Nachdem die Zentralbank und ihre Rolle bei der Festlegung der Zinssätze abgeschafft wurden, müsste jede zusätzliche Finanzierung zu einem Marktzins für die Aufnahme von Gold erfolgen. Die Erfahrungen mit den Zinssätzen eines glaubwürdigen Goldstandards mit Währungsumtausch legen nahe, dass sich der Satz mit der Zeit wahrscheinlich bei zwei bis drei Prozent einpendeln würde. Berücksichtigt man jedoch die Tendenz, dass die in Gold gemessenen Preise für Waren und Dienstleistungen im Zeitverlauf sinken, wird eine höhere Staatsverschuldung real teuer. Es besteht daher ein starker Anreiz, Haushaltsdefizite zu vermeiden und die Schulden nicht zu erhöhen.

Zu berücksichtigen sind auch die Tilgungsmodalitäten bestehender Staatsanleihen. Da die alte Währung an Kaufkraft verliert, wäre eine Finanzierung nur zu stetig steigenden Renditen möglich gewesen, sodass nahezu alle ausstehenden Schulden mit einem erheblichen Abschlag auf den Rückzahlungswert gehandelt würden. Die Umwandlung dieser Schulden in neue Dollar zu einem Zinssatz, der sich an der Kreditaufnahme in Gold orientiert, würde die Zinskosten deutlich senken.

Die bestehenden Verfahren der Schuldenverwaltung legen nahe, dass fällige Schulden selbst bei ausgeglichenem Haushalt fortlaufend umgeschuldet werden müssten. Abgesehen davon, dass dies Anleihehändlern unnötig Geschäft verschaffte, könnte die Leichtigkeit, mit der dies möglich ist, die politische Klasse dazu verleiten, in ihre schlechten alten Gewohnheiten zurückzufallen.

Ein besserer Umgang mit dem Tilgungsproblem besteht darin, dass die Regierung Umtauschbedingungen für neue konsolidierte Anleihen ohne Endfälligkeit anbietet, mit einem Kupon, der hoch genug ist, um den Umtausch sicherzustellen. Bei Fälligkeit würden ausstehende Schulden in die neuen unbefristeten Anleihen überführt. Zugleich sollte ein Tilgungsfonds eingerichtet werden, mit dem die Regierung ihre Schulden am Markt zurückkaufen kann, wenn der Zeitpunkt günstig ist. Das Signal dieser Regelung an die politische Klasse lautet, dass Schulden im Laufe der Zeit abgebaut und nicht bloß refinanziert werden sollen.

Die britische Erfahrung während der Napoleonischen Kriege war, dass die Rendite ihrer konsolidierten Anleihen das Kriegsrisiko widerspiegelte. Die Kriegsfinanzierung erfolgte durch die Ausgabe neuer Tranchen konsolidierter Anleihen mit einem Abschlag, sodass ein Kupon von 3 % in Gold bei beispielsweise 60 % des Nennwerts der Anleihe für einen Anleger eine dauerhafte Rendite von 5 % ergibt. Wer die Regierung in Kriegszeiten unterstützte, wurde dafür mit einem stattlichen Gewinn belohnt, insbesondere als der Goldstandard wieder eingeführt wurde.

Obwohl wir davon ausgehen, dass der neue Goldersatz in Friedenszeiten eingeführt wird, dürfte das öffentliche Vertrauen in die Staatsfinanzen anfangs gering sein und sich mit der Zeit bessern, wenn das Vertrauen in die Staatsfinanzen und die wirtschaftliche Lage wächst. Wie die Unterstützer der britischen Regierung in Kriegszeiten vor Waterloo werden frühe Befürworter des neuen Systems mit Gewinnen auf ihre Staatsanleihen belohnt, wenn sich die Renditen allmählich den langfristigen Goldzinsen annähern. Diese Vorteile und tatsächlich alle Erträge und Einkünfte aus Ersparnissen dürfen nicht besteuert werden, damit Sparer ermöglicht und ermutigt werden, die Inflation des Fiat-Geldes als Quelle allen Geldkapitals zu ersetzen.

Bankenreform

Das derzeitige Bankensystem erlaubt es Banken, Kredit „aus dem Nichts“ zu schaffen, indem sie Geld erzeugen, sobald Darlehen ausgezahlt werden. Aus dieser Möglichkeit ergeben sich Folgen. Sie erlaubt es den Banken, deutlich mehr zu verleihen, als es ihrem Eigenkapital entspricht, den Kredit in guten Zeiten auszuweiten und die Wirtschaft besser erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich ist. Auf diese Weise kann jede Währungseinheit an Zinsmarge im Verhältnis zum Eigenkapital einer Bank zum Zehnfachen oder sogar mehr an Gewinn werden. Doch die Kreditausweitung führt tendenziell zu einer immer stärkeren Nachfrage nach Darlehen, die sich nur mit einem sehr gefährlichen Verschuldungsgrad der Bilanz befriedigen lässt. Vergleichsweise vorsichtige Bankiers stellen dann die Ausweitung ihres Kreditbuchs ein, die Kreditzinsen steigen, und Unternehmen, deren Kosten für das Betriebskapital gestiegen sind, stellen fest, dass ihre Geschäftspläne nicht mehr profitabel sind. Es sind stets die risikoreicheren Kreditnehmer, die zuerst in Schwierigkeiten geraten, und die Zurückhaltung bei der Kreditvergabe breitet sich dann wie ein Buschfeuer in der Bankenwelt aus.

Der Kreditzyklus kippt, und mit ihm der Konjunkturzyklus. Ohne das Zwischenschalten von Bankkredit würde nichts davon geschehen. Gäbe es keine Schaffung von Bankkredit, wäre das Scheitern von Unternehmen ein gesundes, zufälliges Ereignis. Weit davon entfernt, Stabilität zu erzeugen, wirken die Inflationierung durch die Zentralbank und das Auf und Ab der Kreditvergabe der Geschäftsbanken destabilisierend, und zwar über aufeinanderfolgende Zyklen hinweg zunehmend.

Das Problem ist entstanden, weil Bankeinlagen in unserem Finanzsystem überhaupt keine Kundeneinlagen sind, sondern Darlehen der sogenannten Einleger an die Banken. Der Besitz einer Bankeinlage durch den Kunden muss in einem reformierten Bankensystem klar geregelt werden, indem Banken entweder als Depositenbanken, also als Verwahrer von Geld und Zahlstellen für ihre Kunden, oder als Kreditvermittler tätig sind, die Darlehen und Anlagen vermitteln. Ein und dieselbe Bank dürfte nicht beide Funktionen ausüben.

Zudem würde der Wegfall der beschränkten Haftung für die Direktoren der Bank ein starker Abschreckungsfaktor gegen Bankbetrug sein, sodass die gesamte Palette teurer und wirkungsloser Bankenregulierung überflüssig würde.

Die Wirtschaftstheorie und die wirtschaftliche Rolle des Staates neu ausrichten

Für die Zwecke dieses Artikels gehen wir davon aus, dass ein solides Geldsystem erst nach dem Scheitern des Fiatgeldsystems eingeführt wird und dass daher ein ausreichendes Mandat der Öffentlichkeit besteht, damit die Architekten eines soliden Geld- und neuen Bankensystems vorgehen können. Es wird offensichtlich sein, dass das alte System versagt hat und dass makroökonomisch und mathematisch orientierte Ökonomen mit ihren Theorien erhebliche Verantwortung dafür tragen. Wird die Gelegenheit rasch erkannt, bietet sich die Chance zur Veränderung, doch die Inflationisten werden dadurch nicht vollständig zum Schweigen gebracht.

Alle radikalen Reformer standen vor ähnlichen Schwierigkeiten. Es braucht jemanden, der zielstrebig genug ist, jede Kritik auszuhalten und sich auf eine reine Lösung zu konzentrieren. Angesichts fest verwurzelter inflationistischer Gewohnheiten und Überzeugungen im Zentrum der Regierung ist dies vielleicht eine größere Herausforderung als die, vor der Hjalmar Schacht stand, der 1923 die Hyperinflation in Deutschland bändigte, das Problem der Bankkredite jedoch nicht anging. Oder als jene von Ludwig Erhard, der Ende der 1940er-Jahre der Architekt einer neuen Währung und des deutschen Wiederaufbaus nach dem Krieg war.

Seit jenen früheren Zeiten hat sich die geistige Abkehr von freien Märkten und solidem Geld hin zu staatlichen Eingriffen und Inflationismus in rascher Geschwindigkeit fortgesetzt. Nur sehr wenige Universitätsprofessoren lehnen den Vorrang des Staates gegenüber den freien Märkten ab und zeigen Verständnis für die Vorteile soliden Geldes. Neokeynesianische und sozialistische Irrtümer sind so tief verwurzelt, dass die Umsetzung der Währungsreform in einer sorgfältig geplanten Reihenfolge erfolgen sollte.

Der erste Schritt muss darin bestehen, Gold als Geld einzuführen und die Währung so zu reformieren, dass sie unzweifelhaft als Goldersatz fungiert. Diese anfängliche Schwerpunktsetzung wird mit ziemlicher Sicherheit die volle Unterstützung der Öffentlichkeit finden, denn alle sehnen sich nach Währungsstabilität, nachdem sie durch den Zusammenbruch der Fiatwährungen verarmt sind. Sie verschafft einem Reformer freie Hand, nicht nur bei der Währungsreform, sondern auch bei der Reform und Ersetzung der beteiligten alten Institutionen, insbesondere durch die Beschneidung der Tätigkeiten der Zentralbank.

Als Erweiterung der Währungsreform kann dann in einem zweiten Schritt das Bankwesen im kommerziellen Sektor angegangen werden, im Einklang mit dem Ziel, gescheiterte Fiatwährungen durch eine dauerhaft solide Geldlösung zu ersetzen. Und es versteht sich von selbst, dass der Günstlingskapitalismus, der es Bankern erlaubt, Politiker durch eigennützige „Ratschläge“ zu beeinflussen, als das erkannt und ignoriert werden muss, was er ist.

Durch die Einführung einer soliden Geldlösung und anhand der Belege für wirtschaftlichen Fortschritt, die nach einer Währungsreform rasch sichtbar werden, können Kritiker aus dem ökonomischen Establishment vorübergehend zum Schweigen gebracht werden. Der Schwung der Reform darf nicht nachlassen, damit diese Kritiker ständig in der Defensive bleiben. Auch von Sozialisten wird es starke Kritik geben, die die hier vorgeschlagene Währungsreform zwangsläufig als elementare Bedrohung ihrer gehegten marktfeindlichen Überzeugungen ansehen werden. Beide Lager führen Statistiken zur Stützung ihrer Überzeugungen an, und es ist notwendig, das Establishment davon zu entwöhnen. Über das für Buchhaltungszwecke unbedingt Erforderliche hinaus sollten die statistischen Ämter der Regierung geschlossen werden, da sie ohnehin keinen echten Zweck erfüllen.

In einer Welt nach dem Fiatgeld werden die Regierungen vom nationalen Bankrott ausgehen müssen, was einem Reformer die Gelegenheit gibt, mit einer sauberen Weste zu beginnen. Ohne die Flexibilität der Inflationsfinanzierung werden die Regierungen einen großen Teil der sozialisierenden Gesetzgebung, die die Entstehung des Wohlfahrtsstaates geprägt hat, insbesondere seit dem Zweiten Weltkrieg, verringern und ändern müssen. Das wird Zeit brauchen, ist aber bei geschickter Umsetzung und mit angemessener politischer Führung durchaus möglich. In unserem gegenwärtigen inflationären Umfeld ist jedoch schwer zu erkennen, woher diese Führung kommen soll; wir müssen aber hoffen, dass, wie schon oft zuvor, zur rechten Stunde der rechte Mann (oder die rechte Frau) erscheint.

Die Person, die mit der notwendigen Reform betraut wird, muss ein Gleichgewicht finden zwischen den verbleibenden staatlichen Sozialleistungen, die als mit der Finanzierbarkeit des Staates vereinbar erkennbar sein sollten, und einem mitfühlenden und zivilisierten Umgang. Es wird immer ältere, kranke und beeinträchtigte Menschen geben, die nicht arbeiten können und ein gewisses Maß an Unterstützung benötigen, das ihre Familien (sofern vorhanden) nicht angemessen leisten können. Wohltätige Arbeit ist weitaus wirksamer bei der Behebung dieser sozialen Probleme und sollte gefördert werden.

Darüber hinaus muss die Quelle des Finanzkapitals, die zunehmend durch Geldinflation bereitgestellt wurde, wieder zu den Sparern zurückkehren. Dringend muss eine Sparkultur wiederhergestellt werden. Alle Steuern auf Ersparnisse sollten abgeschafft und für alle Zeiten garantiert werden, indem auch die Pflicht für Finanzdienstleister entfällt, die Angelegenheiten ihrer Kunden den Steuerbehörden zu melden.

Der kulturelle Wandel hinter diesen Veränderungen ist notwendig, um ein dauerhaftes Erbe soliden Geldes zu stützen. Er bedeutet, Entscheidungen über das Geld, seine Menge, die Zeitpräferenz und die Allokation vollständig an die Mitglieder der Öffentlichkeit als Kollektiv zurückzugeben. Andere Regierungen, die denselben Weg einschlagen, werden feststellen, dass die Abwicklung des Handels in einer gemeinsamen Geldform, das heißt in Gold oder über glaubwürdige Goldersatzmittel, enorme Vorteile bringt, und dass Einzelpersonen und Unternehmen, wenn sie durch den Handel komparative Vorteile nutzen können, als Produzenten selbst wettbewerbsfähiger und innovativer werden.

Statt dass Vermögen durch Geldentwertung von Produzenten und Verbrauchern auf ihre Regierungen übertragen wird, kann sich Vermögen im privaten Sektor mit solidem Geld rasch anhäufen. Werden progressiv steigende Einkommensteuersätze durch eine Einheitssteuer ersetzt, beschleunigt sich die Vermögensbildung in den Händen der Erfolgreichen noch weiter. Und wenn das persönliche Vermögen wächst, kann die Belastung der Wirtschaft durch den Staat weiter verringert werden, während die Steuereinnahmen kräftig sprudeln.

Derzeit sind nationale Ressourcen in unverhältnismäßigem Maß in Finanzspekulation und den Institutionen gebunden, die sie bedienen. Diese Form des Geschäfts wird durch einen Zusammenbruch der Fiatwährungen weitgehend beseitigt werden, und während es stets eine fortbestehende Funktion für den Einsatz von Derivaten zur Absicherung von Risiken an den Rohstoffmärkten geben wird, dürfte die Nachfrage nach rein finanziellen Derivaten gering sein oder ganz entfallen. Die unbestrittenen Fähigkeiten der im Finanzsektor Beschäftigten können von der Spekulation auf nützlichere Tätigkeiten umgelenkt werden, und die klügsten Studenten, die derzeit von Finanz-, Rechts- und Buchhaltungsdienstleistungen angezogen werden, könnten feststellen, dass diese Bereiche schrumpfen und im Vergleich zu alternativen Perspektiven weniger Chancen bieten.

Auf dem Papier ist der Übergang zu einer Wirtschaft mit solidem Geld nicht schwer vorstellbar, und die wirtschaftlichen Vorteile für alle sind sehr klar. Darüber hinaus beruhen Macht und Einfluss einer Regierung auf dem wirtschaftlichen Erfolg ihrer Bürger. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wesentlichen umzusetzenden Maßnahmen. Hoffen wir, dass sich jemand der Herausforderung stellt, wenn die Zeit gekommen ist.






[i] Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel, Vierter Teil, Kapitel III.


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