Letzte Woche habe ich in meinem Goldmoney Insight die Gründe für eine neue goldgedeckte Währung zur Abwicklung des Handels analysiert, die auf der Tagesordnung des BRICS-Gipfels in Johannesburg vom 22. bis 24. August steht. Dieser Artikel befasst sich mit den Folgen für das auf dem Dollar basierende Fiatgeldsystem.
Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die Planung dieser neuen Handelswährung schon seit einiger Zeit läuft und sorgfältig durchdacht wurde. Ist das der Fall, erleben wir den ersten Schritt weg von Fiatwährungen hin zu goldgedeckten Währungen. Ohne die Last teurer Sozialverpflichtungen können alle Teilnehmer in Johannesburg den Wert ihrer Währungen mit weniger Schwierigkeiten an Gold binden oder durch Gold decken als unsere von Sozialleistungen abhängigen Länder. Und es liegt nun in ihrem wirtschaftlichen Interesse, dies zu tun.
Wir sind so lange mit keynesianischen Irrtümern und der staatlichen Geldtheorie indoktriniert worden, dass unsere staatsgläubigen Institutionen und Marktteilnehmer die Logik solider Währung und die Bedrohung, die sie für unsere eigenen Währungen und Volkswirtschaften darstellt, nicht erkennen. Für diese Torheit gibt es jedoch einen Präzedenzfall: John Law, den Proto-Keynesianer, der Frankreich 1720 in den Bankrott trieb. Ich erläutere die Parallelen. Diese Erfahrung und der Grund, warum sie zur Zerstörung von Laws Livre-Währung führte, veranschaulichen unser eigenes Dilemma und dessen wahrscheinlichen Ausgang.
Es geht nicht nur um einen Vergleich zwischen Fiatwährung und Gold. Die finanzielle Lage der USA ist düster, mehr als allgemein bekannt ist. Der Euro ist zusätzlich durch Mängel im Eurosystem vom Untergang bedroht, und das Vereinigte Königreich steckt bereits in einer tieferen Kreditkrise, als die meisten Kommentatoren verstehen.
Einleitung
Am 7. Juli sickerte durch, und russische Staatsmedien bestätigten anschließend, dass auf der Tagesordnung des BRICS-Treffens in Johannesburg ein Vorschlag für eine neue goldgedeckte Währung stehen würde, die ausschließlich zur Handelsabwicklung und zur Preisbildung von Rohstoffen dienen soll. Offenbar übersteigt dies noch immer das Verständnis der etablierten Medien, die nicht einmal darüber berichtet haben. Doch wie der Fall der Berliner Mauer im zwanzigsten Jahrhundert wird es sich wahrscheinlich als die wichtigste geldpolitische und geopolitische Entwicklung dieses Jahrhunderts erweisen.
Die sehr wenigen von uns, die diese Geschichte von Anfang an verfolgt haben, wissen, dass die russische Bestätigung der Höhepunkt einer Reihe von Hinweisen ist, die bis zu den Sanktionen der westlichen Allianz gegen den russischen Handel zurückreichen. Mit sehr wenigen Ausnahmen gehören die Presse, Ökonomen aller Schulen und die westliche Finanzwelt zu denjenigen, die die Gründe und Zusammenhänge, die zu diesem Ereignis führen, nicht verstehen.
Dahinter steht ein Krieg zwischen den Hegemonialmächten, mit Amerika auf der einen Seite und Russland in Partnerschaft mit China auf der anderen. Bis zu den Sanktionen gegen Russland schienen die asiatischen Hegemonialmächte die Politik zu verfolgen, die Hände in den Schoß zu legen und die Amerikaner sich selbst in Knoten verstricken zu lassen. Das zeigte sich in der Militärstrategie – Syrien, Afghanistan und andere Pyrrhussiege oder Fehlschläge. Es galt aber auch für den verdeckten Finanzkrieg. Und gerade der Finanzkrieg könnte den militärischen Ausgang entscheiden, denn wenn der Dollar zerstört wird, ist es auch um die militärische Fähigkeit Amerikas geschehen, und die NATO wird auseinanderbrechen.
Das sollte unabhängigen Beobachtern weitgehend klar sein. Daher ist eine wichtige Frage, unter welchen Umständen die asiatischen Hegemonialmächte ihre im Allgemeinen passive Strategie aufgeben und die Initiative ergreifen würden. Neben Russlands Spezieller Militäroperation im vergangenen Jahr gibt es Anzeichen dafür, dass dieser Zeitpunkt nun gekommen ist. Russlands Handelsüberschuss ist inzwischen stark gesunken, und die Spezielle Militäroperation in der Ukraine belastet die ansonsten gesunden Staatsfinanzen. Aus diesen Gründen muss Präsident Putin bald handeln, um seine Spezielle Militäroperation zu beenden, oder aber die globalen Rohstoffpreise in die Höhe treiben, was gleichbedeutend damit ist, die Kaufkraft des Dollars zu untergraben.
China erkennt dies und sieht sich zusätzlich mit einem Problem durch die Verschärfung der US-Feindseligkeiten in der Taiwan-Frage konfrontiert. Wenn sich die Lage in der Ukraine weiter verschlechtert und keine der beiden Parteien nachgeben kann, könnte China angesichts des gemeinsamen Feindes in den Konflikt hineingezogen werden. Hinzu kommt, dass sich ein Großteil Afrikas und Lateinamerikas von Amerikas Einflusssphäre ab- und Asien zuwendet; steigende Dollar-Zinsen führen dort bei den Dollar-Schuldnern zu einer Krise. China geht mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass Amerika mit der Zinserhöhung diese Schwellenländer in den Bankrott treibt, um sie am Beitritt zu den BRICS zu hindern, und sich viele ihrer Vermögenswerte und Infrastrukturen aneignen will, die China mit aufgebaut hat.
Diese Bedrohung ist für Chinas langfristige Wirtschaftsstrategie nun größer als die Bedrohung seines Exporthandels mit Amerika und Europa. Deshalb ist China jetzt bereit, den russischen Plan für eine neue goldgedeckte Handelswährung zu unterstützen, die den Fiat-Dollar rasch untergraben dürfte, da alle Zentralbanken in der Einflusssphäre der asiatischen Hegemonialmächte ihre Dollarreserven verkaufen, um physisches Gold zu erwerben. Seit Langem beschreibe ich die Aktivierung von Gold als das finanzielle Äquivalent eines Atomkriegs – dies wird nun auf die Probe gestellt.
Eine Lehre von Cantillon für uns
Einer der frühesten Autoren zu volkswirtschaftlichen Fragen war ein Ire, Richard Cantillon, der 1714 in Paris eine Partnerschaft mit seinem Cousin einging, der ebenfalls Richard hieß, und schließlich die Leitung der Bank übernahm. In dieser Zeit freundete sich John Law mit dem Herzog von Orléans an, dem Prinzregenten für den minderjährigen König Ludwig XV., der 1715 die Nachfolge Ludwigs XIV. antrat. John Law war ein Proto-Keynesianer, dessen Politik der staatlichen Kreditausweitung glich: Eine Regierung könne damit die Wirtschaft ankurbeln und so die Steuereinnahmen erhöhen. Da die königlichen Finanzen infolge der Verschwendungssucht Ludwigs XIV. vor dem Bankrott standen, griff der Regent nach Laws Plan wie ein Ertrinkender nach einem Rettungsring.
Laws Plan bestand aus vier wesentlichen Elementen, die dem heutigen Geldsystem ähneln:
- Die Gründung einer Bank, deren Hauptaufgabe darin bestand, Banknoten auszugeben, die Gold- und Silbermünzen als Tauschmittel ersetzen sollten. Dadurch würde sich seine Geschäftsbank zu einer Art Prototyp einer Zentralbank entwickeln, die von der Regierung beauftragt wird und das Monopol auf die Notenausgabe besitzt. Gold- und Silbermünzen sollten vollständig aus dem Umlauf verdrängt werden.
- Die Gründung einer Handelsgesellschaft (später als Mississippi-Unternehmung bekannt) als Teil eines Schuldenmanagementplans zugunsten der königlichen Finanzen. Die Bank und die Unternehmung sollten die einzigen handelbaren Finanzwerte sein. Dies entspricht der gegenwärtigen Aufblähung der Werte sämtlicher Anleihen und Aktien, um die Steuereinnahmen allgemein zu stärken und dauerhaft zu sichern.
- Seine Stellung als Generalkontrolleur der Finanzen zu nutzen, um den Wert seiner Königlichen Bank und der Mississippi-Unternehmung durch eine Ausweitung der Banknotenmenge und der Bankkredite zu steigern.
- Die neue Zentralbank mit dem Import- und Exportmonopol Frankreichs, das in der Mississippi-Unternehmung verkörpert war, zu verschmelzen, um Einnahmen aus Handelszöllen und Abgaben zu sichern, die durch den infolge der Kreditausweitung entstandenen Wohlstand erheblich gesteigert werden sollten.
Die Ähnlichkeit von Laws Finanzpolitik mit der heutigen ist bemerkenswert. Das staatliche Geldmonopol über die Volkswirtschaft, das von einer Zentralbank verwaltet wird, gleicht Laws Entwurf für seine Fiat-Währung. Die Manipulation der heutigen Fiat-Währungen hat eine Vermögensumverteilung von den Sparern zum Staat zugunsten der Staatsfinanzen bewirkt. Die Fed und andere Zentralbanken glauben, dass ein gesunder Aktienmarkt (eine Blase?) unerlässlich ist, um das Vertrauen der Verbraucher in ihre Ausgaben zu erhalten und damit die Steuereinnahmen zu sichern. Die Ausweitung der Zentralbankbilanzen erzeugt an den Anleihe- und Aktienmärkten eine Illusion von Wohlstand, die zu irrationalen Bewertungen führt.
Obwohl Cantillon als Bankier enorm davon profitierte, wohlhabenden Spekulanten Kredit zu gewähren, stand er Laws Plan von Anfang an skeptisch gegenüber. Zudem scheute er vor unlauteren Praktiken nicht zurück: Er nahm Aktien als Kreditsicherheit herein und verkaufte sie umgehend, ohne den Kreditnehmer zu informieren. Dies führte nach dem Platzen der Blase zu Gerichtsverfahren vor dem Londoner Court of Chancery, die allesamt aufgrund formaler Details zu seinen Gunsten entschieden wurden.
Im Jahr 1720 kam Cantillon zu dem Schluss, dass der Zusammenbruch von Laws Plan bevorstand. Er verkaufte alle verbliebenen Aktien unter seiner Kontrolle, insgesamt 1.742 Aktien, von denen 573 in diesem Jahr als Sicherheiten hereingenommen worden waren, zu Kursen zwischen 8.200 Livres vor dem 12. März und nur 4.550 Livres im September, bei einem Gesamtwert von 8.229.786 Livres.[i]
Neben dem Verkauf aller verbliebenen Aktien unter seiner Kontrolle entschied er sich dafür, Laws Livres an den Devisenmärkten in London und Amsterdam leerzuverkaufen, statt Mississippi-Aktien am Markt zu verkaufen. Die Ereignisse gaben Cantillon recht: Zwischen dem Höhepunkt der Blase im Februar 1720 und dem letzten Quartal desselben Jahres verlor Laws zusammengeführte Mississippi-Unternehmung zwei Drittel ihres Wertes, während die Livres in London und Amsterdam wertlos wurden.
Aus seinem Essai sur la Nature du Commerce en General , das 1755 postum veröffentlicht wurde, geht klar hervor, dass Cantillon die Widersprüche in Laws Handeln durchschaute. Ende Februar 1720 versprach Law, die Geldmenge nicht auszuweiten, doch ab Anfang März sah er sich gezwungen, genau dies zu tun, um die Aktienkurse durch Käufe am Markt zu stützen. Im Mai, über die Pfingstfeiertage, wurde mit Zustimmung des Prinzregenten beschlossen, die Zahl der Aktien und Banknoten schrittweise zu verringern, um die Aktien und die Währung zu stabilisieren; beides misslang. Diese Maßnahmen erinnern stark an die Widersprüchlichkeit der heutigen Zentralbankpolitik: Man bekämpft die Inflation und stützt sich zugleich auf die Entwertung der Währung, um Haushaltsdefizite zu finanzieren. Darüber hinaus erhöhen die Zentralbanken die Zinsen, um die Preisinflation zu kontrollieren, ohne zu erkennen, dass letztlich die Bewertung, die die Nutzer einer Fiat-Währung beimessen, deren Wert bestimmt und nicht die Geldpolitik.
Heute wächst die Bankkreditvergabe nicht mehr und schrumpft in einer Reihe wichtiger Währungen bereits. Ursache ist eine Kombination aus hoher Verschuldung in den Bilanzen der Geschäftsbanken und wachsenden Sorgen über uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen, die zusammengenommen ganze Bankensysteme in den Bankrott zu treiben drohen. Darüber hinaus sind die heutigen Zentralbanken, ähnlich wie Laws Banque Royale, die die Krise von 1720 nicht überstand, auf der Grundlage einer Bewertung zu Marktpreisen bereits technisch bankrott, weil sie im Zuge der quantitativen Lockerung Staatsanleihen zu überhöhten Preisen erworben haben.
Der noch ausstehende Schritt ist der Wechsel von Zinserhöhungen, die verhindern sollen, dass das allgemeine Verbraucherpreisniveau über die offiziellen Zielmarken von 2 % steigt, hin zur Rettung des gesamten Systems durch eine erneute Ausweitung der Kreditvergabe. Doch wie die Erfahrung mit John Law im Februar 1720 zeigte, ist der Wechsel von der Stützung der Währungswerte zur Kreditausweitung, um ein scheiterndes System zu retten, zwar unvermeidlich, er führt jedoch ebenso wenig zum Erfolg.
Der Dollar und verwandte Währungen werden infrage gestellt
Bisher hat es nur wenige gestört, dass der Dollar eine nackte Fiat-Währung ist. Doch die vorgeschlagene, mit Gold „bekleidete“ Handelsabwicklungswährung der BRICS-Staaten wird diese Blöße zwangsläufig für alle Märkte sichtbar machen. Wir werden dann nicht nur das Ende des Fiat-Dollar-Regimes erleben, sondern auch einen Vorläufer seines Nachfolgers sehen. Wie die Spekulanten auf dem Höhepunkt der Mississippi-Blase im Februar 1720 gibt es heute nur sehr wenige Kommentatoren, die wie Cantillon diese bevorstehenden Gefahren erkennen.
Für Fiat-Währungen hat das Problem zwei Seiten. Eine richtig konzipierte neue Handelsabwicklungswährung der BRICS-Staaten wird für Fiat-Währungen im Vergleich Probleme mit sich bringen. Und angeführt vom Dollar wird die Glaubwürdigkeit der Fiat-Währungen auch von innen heraus untergraben. Wird dies zunehmend deutlich, dürfte der Dollar, wie John Laws Livre, gemessen an echtem Geld, nämlich dem Gold, das als Anker für die neue BRICS-Währung dienen soll, in Richtung Bedeutungslosigkeit sinken.
Das erste Problem, vor dem die US-Behörden stehen werden, ist der Rückgang der ausländischen Nachfrage nach Dollar und Dollar-Schulden, auf den wahrscheinlich auch Verkäufe in großem Umfang folgen werden. Unter den großen ausländischen Haltern von US-Staatsanleihen, deren Bestand sich im April auf 7.581 Mrd. US-Dollar belief, war China, wie die nachstehende Grafik zeigt, für die größte Auflösung der vergangenen Jahre verantwortlich.

Notfalls lassen sich die ausbleibenden Käufe Chinas und der BRICS-Gruppe jedoch wohl ausgleichen, indem Dollar zum Ausgleich über Finanzzentren wie die Kaimaninseln, Luxemburg, London und Dublin recycelt werden. Man könnte China und andere sogar dadurch in Schach halten, dass das US-Finanzministerium die Übertragung von Anleiheeigentum verweigert, doch bestünde dabei das Risiko, dass dies erheblich nach hinten losgeht.
Das umfassendere Problem ist die Auflösung des Dollars selbst. Im April hielten Ausländer kurzfristige Wertpapiere, einschließlich Bankeinlagen, Einlagenzertifikaten und Schatzwechseln, im Umfang von 7.198 Mrd. US-Dollar sowie langfristige Wertpapiere im Umfang von 24.865 Mrd. US-Dollar, insgesamt also 32.063 Mrd. US-Dollar.[ii] Das ist erheblich mehr als das gesamte BIP der USA und schließt Eurodollar nicht ein, also auf Dollar lautende Kredite, die zwischen ausländischen Banken im Ausland geschaffen werden und sich nicht in den Korrespondenzbankguthaben niederschlagen. Schlimmer noch: In den USA ansässige Bürger, Unternehmen und Anleger halten kurzfristige Vermögenswerte und Einlagen in Fremdwährungen im Gegenwert von 689 Mrd. US-Dollar (TIC-Zahlen des US-Finanzministeriums für März); dies ist die einzige Fremdwährung, die zur Verfügung steht, um die Netto-Auflösung von Dollar durch ausländische Dollar-Halter aufzufangen. Und praktisch alle langfristigen Anlagen liegen in Form von ADRs vor, was bedeutet, dass ihre Veräußerung keine Devisengeschäfte (und damit keine Nachfrage nach Dollar) auslöst, es sei denn, sie werden von Ausländern gekauft.
Die Krisenphase des Triffin-Dilemmas[iii] rückt rasch näher, und an den Devisenmärkten gibt es nur sehr begrenzte Liquidität in anderen Währungen als dem Dollar, um sie abzuwenden. Der Dollar hat bereits eine wichtige charttechnische Unterstützungslinie in seinem handelsgewichteten Index durchbrochen, wie die nächste Grafik zeigt.

Als Maßstab für das ausländische Vertrauen in den Dollar hat sich der handelsgewichtete Index nach der russischen Bestätigung, dass eine neue goldgedeckte Handelswährung auf der Tagesordnung des BRICS-Gipfels steht, plötzlich verschlechtert. Und wenn es nicht allein die sich verschlechternde Stimmung gegenüber dem Dollar ist, dann werden steigende Zinsen und ein Bärenmarkt bei Wertpapieren eine Auflösung von Dollar-Positionen beschleunigen.
An den globalen Finanzmärkten wird allgemein angenommen, dass die Verbraucherpreisinflation nachlassen wird und die Zentralbanken die Zinsen senken können. Doch erst diese Woche weigerte sich Russland, die Genehmigung für Getreidetransporte aus Odessa zu verlängern, was der globalen Nahrungsmittelpreisinflation weiteren Auftrieb verleiht. Eine sinkende Inflation ist die Voraussetzung dafür, dass die Werte von Finanzanlagen erhalten bleiben und Ausländer somit ihre Dollar-Portfolioanlagen behalten: Steigende Getreidepreise und die derzeit erneut anziehenden Ölpreise deuten jedoch darauf hin, dass der Inflationsdrache noch immer Feuer speit.
Ein weiterer Irrtum bei der Hoffnung auf bald sinkende Zinsen besteht darin, die Folgen einer Einschränkung der Kreditausweitung durch die Geschäftsbanken nicht zu erkennen. Dadurch werden sie mit Sicherheit die Kreditzinsen in die Höhe treiben – man nannte dies früher eine Kreditklemme. Diese Verknappung der Bankkredite, die sich in den US-Bankstatistiken erst jetzt allmählich abzeichnet, wird nicht nur vielen Unternehmen den Bankrott androhen und die Wirtschaft damit in eine Rezession treiben, sondern auch den Finanzierungsbedarf des Staates erhöhen, und zwar aufgrund von Steuerausfällen und steigenden Sozialverpflichtungen.
Unterdessen wird die Verbraucherpreisinflation, entgegen den neokeynesianischen Erwartungen, weiterhin ein Problem bleiben und nach der gegenwärtigen Pause sogar wieder an Fahrt gewinnen. Der Irrtum liegt hier zum Teil darin, dass das Saysche Gesetz verworfen wird und nicht erkannt wird, dass ein allgemeines Überangebot an Waren infolge sinkenden Konsums nicht eintreten kann. Ein weiterer Irrtum besteht darin, nicht zu verstehen, dass der Fiat-Dollar, gemessen an Gütern, weiter an Wert verlieren wird, ebenso wie der Livre von John Law nach dem Mai 1720 trotz verspäteter Versuche, die Banknotenausgabe zu verringern. So wie Flecken bei den Masern, so sind Preissteigerungen das sichtbare Symptom aller untergehenden Fiat-Währungen.
Der entscheidende Punkt ist, dass die Märkte die Kontrolle über die Zinssätze von den Zentralbanken übernehmen. Dies ist ein zusätzliches Problem für die US-Behörden. Gemeinsam mit anderen, im Gruppendenken verhafteten Zentralbankern im Netzwerk der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich werden sie auf die harte Tour lernen, dass Zinssätze nicht der Preis des Geldes sind, sondern die Entschädigung, die Ausländer verlangen, um ihre Bestände zu halten. Und selbst dies setzt voraus, dass Ausländer bei angemessener Zinsvergütung passive Inhaber bleiben, statt Kredit für bessere Zwecke einzusetzen, wie sie es offenbar tun werden.
Da nun eine solide Geldalternative zum Halten von Reserveguthaben in Dollar entsteht, wird die Fed, sofern der Dollar keine schwere Krise erleiden soll, zumindest den Märkten folgen und die Zinsen anheben müssen. Man kann dieses Dilemma auch so betrachten: Wenn die Behörden versuchen, den Dollar durch die Aktivierung von Swap-Linien zu stützen, verringert dies die Menge des im Umlauf befindlichen Dollar-Kredits und verschärft die Kreditklemme. Doch wie John Law in den Monaten nach Mai 1720 feststellen musste, rettet die Verknappung von Kredit in einer Fiat-Währung diese nicht unbedingt. Die Auswirkungen auf das Defizit der US-Regierung und deren Finanzierungskosten sind ebenfalls gravierend.
US-Haushaltsdefizite und Inflation

Die obige Grafik zeigt die täglich ausstehende Verschuldung der US-Regierung im vergangenen Jahr gemäß dem US-Finanzministerium.[iv] Abgesehen von dem Zeitraum, in dem die Verhandlungen über die Anhebung der Schuldenobergrenze den ausstehenden Schuldenstand eingefroren haben, fallen zwei Merkmale auf. Erstens ist die Staatsverschuldung in nur einem Jahr um 2.027 Mrd. USD (6,6 %) gestiegen, und zweitens beschleunigt sich der Anstieg besorgniserregend. Ein großer Teil des Problems besteht darin, dass die Kosten der Finanzierung der US-Staatsschulden rasant steigen, wie die nächste Grafik zeigt.

Die Prognosen des Congressional Budget Office gehen für das laufende und das kommende Haushaltsjahr von Haushaltsdefiziten von mehr als 1,5 Billionen USD aus. Die Zinsannahme liegt jedoch für beide Jahre und darüber hinaus bei durchschnittlich 2,7 %, was den Ereignissen offensichtlich hinterherhinkt und übermäßig optimistisch ist.
Setzt man die beiden obigen Grafiken zusammen, ergibt sich die klassische Schuldenfalle, in der sich die US-Finanzen unkontrollierbar verschlechtern. Darüber hinaus drohen den USA eine starke Kontraktion der Geschäftstätigkeit infolge der nachlassenden Bankkreditvergabe und deren Auswirkungen auf die Zinsen. Die Steuereinnahmen werden die aktuellen Schätzungen des Congressional Budget Office unterschreiten, und auf der Ausgabenseite werden die gesetzlich vorgeschriebenen Sozialleistungen zunehmen. Folglich wird sich die Staatsverschuldung noch weiter beschleunigen, und die darauf entfallenden Zinszahlungen ebenso.
Die Finanzierung dieses sich beschleunigenden Defizits dürfte dem US-Finanzministerium enorme Kopfschmerzen bereiten. So wie Präsident Biden erfolglos nach Saudi-Arabien reiste, um MBS zu einer Ausweitung der Ölförderung zu bewegen, besuchte Janet Yellen den chinesischen Vizepremier He Lifeng, während sich diese Finanzkrise entwickelt. Natürlich wurde davon in den Pressemitteilungen nichts erwähnt, doch man kann sicher sein, dass Yellen wollte, dass China wieder Staatsanleihen kauft oder sie zumindest nicht weiter verkauft. Die Folgen für den Dollar bleiben jedoch gravierend, und es ist eine offene Frage, wann ausländische Inhaber von Dollar erkennen werden, wie ernst die Lage der amerikanischen Finanzen geworden ist.
Selbst ohne Bankenkrise wird die Fed vor einer klaren Wahl stehen: Versucht sie, den Dollar zu retten, oder versucht sie, die Staatsfinanzen zu sanieren? Willkommen im John-Law-Dilemma.
Alle Fiat-Währungen sind bedroht
Die Golddeckung der neuen Handelswährung wird für die nationalen Währungen der BRICS-Staaten zwangsläufig Probleme mit sich bringen, die den einzelnen BRICS-Staaten möglicherweise nicht in vollem Umfang bewusst sind. Die Lösung für sie besteht darin, ihre eigenen Währungswerte abzusichern, entweder durch die Einführung eines eigenen Goldstandards oder durch die Anbindung an die neue Handelswährung im Rahmen einer Art Currency-Board-Regelung. Zwar haben viele dieser Staaten eine Geschichte verfehlter Währungspolitik, doch handelt es sich bei ihnen im Kern um ein Vertrauensproblem, das sich lösen lässt, indem sie dem auf dem Dollar basierenden Fiat-Währungssystem den Rücken kehren.
Die Finanzen all dieser Regierungen lassen sich mit etwas Haushaltsdisziplin ausgleichen, da sie nicht die sozialstaatlichen Lasten tragen müssen, mit denen die fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu kämpfen haben. Die Vorteile eines soliden Geldes und des damit einhergehenden niedrigen Zinsniveaus für ihre Volkswirtschaften liegen auf der Hand, und man kann erwarten, dass der soziale und wirtschaftliche Fortschritt ebenso wundersam ausfällt wie jener, den Großbritannien unter seinem Goldstandard des 19. Jahrhunderts erlebte.
Doch die Einführung einer durch Gold gedeckten neuen Handelswährung wird die großen Fiat-Währungen untergraben, die von keynesianischen Mythen gelebt haben, welche – ähnlich wie jene des Proto-Keynesianers John Law – bald endgültig infrage gestellt werden. Hinzu kommt für den Euro ein weiteres Problem, das sich aus der von einem Ausschuss entworfenen Struktur der EZB ergibt.
Wie andere Zentralbanken hat die EZB nicht nur die Zinsen gesenkt, in ihrem Fall auf unnatürlich negative Niveaus, sondern auch Staatsanleihen im Rahmen ihrer „Programme zum Ankauf von Vermögenswerten“ zu Höchstpreisen in Euro gekauft – für uns übrige Menschen ist das eine die Währung entwertende quantitative Lockerung (QE). Da die Bewertungsverluste ihr Eigenkapital um ein Vielfaches aufgezehrt haben, ebenso das Eigenkapital nahezu aller nationalen Zentralbanken, die Anteilseigner der EZB sind, ist das gesamte Eurosystem technisch bankrott – eine Lage, die sich verschlechtern wird, wenn die Renditen der Anleihen im Euroraum weiter steigen. Darüber hinaus bestehen im TARGET2-Zahlungsverkehrssystem erhebliche, weiterhin ungelöste Ungleichgewichte zwischen den Mitgliedern des Eurosystems.
Hat eine Zentralbank nur einen Anteilseigner, etwa ihre Regierung, ist die Rekapitalisierung relativ einfach und im Handumdrehen möglich. Die Zentralbank bucht in ihrer Bilanz einen Kredit zugunsten des Anteilseigners, und anstatt den durch den Kredit repräsentierten Vermögenswert mit einer Einlagenverbindlichkeit auszugleichen, verbucht sie den Ausgleichsposten als Eigenkapital. In vielen Rechtsordnungen kann dies geschehen und anschließend vom Gesetzgeber bestätigt werden. Die Struktur des Eurosystems verlangt jedoch, dass mehrere Regierungen zustimmen, ihre eigenen Zentralbanken ebenso wie die EZB zu rekapitalisieren. Die Rekapitalisierung des gesamten Systems wird alles andere als ein fait accompli sein und wird mit ziemlicher Sicherheit zu einem peinlichen öffentlichen Streitthema werden.
Die EZB vertritt die Auffassung, dass sie die Anleihen bis zur Fälligkeit in ihrer Bilanz hält, sodass eine Bewertung zu Marktpreisen und eine Rekapitalisierung des Systems nicht nötig seien. Das setzt jedoch voraus, dass die Geldpolitik für geraume Zeit ruhig verläuft und dass die Zinsen vom aktuellen Niveau sinken und dort bleiben. Andernfalls wird das Eurosystem gefordert sein, überschuldete Geschäftsbanken mit wachsenden Portfolioverlusten und uneinbringlichen Forderungen zu retten.
Wir können jedoch inzwischen erkennen: Ersetzt die neue, goldgedeckte Handelswährung der BRICS-Staaten den Dollar und den Euro für potenziell mehr als die Hälfte des Welthandels, gemessen am BIP auf Basis der Kaufkraftparität, wird dies zu katastrophalen Kursverlusten sowohl des Dollars als auch des Euro, gemessen in Gold, führen. Unter der Annahme, dass die in Gold bepreisten Rohstoffe weiterhin stabil bleiben (was auf lange Sicht in der Regel der Fall ist), bedeutet das für die Staaten des Euroraums, dass die Preisinflation nach dem derzeitigen Rückgang hoch bleibt und aufgrund der Kaufkraftverluste des Euro möglicherweise noch weiter steigt. Ebenso werden die Anleiherenditen über das heutige Niveau steigen, die Geschäftsbanken destabilisiert und die verborgenen Verluste des Eurosystems vervielfacht.
Deshalb steht die Zukunft des Eurosystems und des Fiat-Euro selbst auf dem Spiel. Der Euro wird nicht nur auf der falschen Seite der Geschichte von der Rückkehr zur Golddeckung stehen, sondern seine Struktur ist zudem eine weitere, fatale Schwäche.
Das Pfund Sterling hat ähnliche Probleme wie der Dollar. Dass London das Zentrum der Finanzaktivitäten außerhalb der USA ist, hat dazu geführt, dass sich erhebliche Mengen an Pfund in ausländischen Händen angesammelt haben. Derzeit hat der Anstieg der Zinsen und Anleiherenditen dazu geführt, dass sich die Währung seit September vergangenen Jahres gegenüber einem schwächer werdenden Dollar um 24 % erholt hat. Der Zinsanstieg verursacht jedoch ernsthafte Schwierigkeiten für Wohnimmobilien, was in Verbindung mit der Preisinflation die Verbraucher stark belastet. Die britische Wirtschaft steht am Anfang einer unangenehmen Kreditverknappung, die in der folgenden Grafik von der Website der Bank of England deutlich zu erkennen ist – der letzte Datenpunkt ist April.

Die Zinsen können nicht sinken, solange die Kreditvergabe schrumpft, denn Bankkredit wird zunehmend knapp, während die Nachfrage nach Liquidität steigt. Dies ist die Folge steigender Einstandspreise und sinkender Absatzmengen. Bislang haben die Verbraucher einen Großteil der Preissteigerungen durch die Ausweitung ihrer Kreditkartenschulden aufgefangen, die im Jahr bis April um 9,5 % zugenommen haben. Da die Verbraucher nun jedoch von Hypotheken- und anderen Kosten hart getroffen werden, dürften die Absatzmengen von Waren und Dienstleistungen weiter schrumpfen. Dies wiederum beschleunigt den Rückgang der Unternehmenskredite, da die Banken zunehmend vorsichtiger werden. Bei nahezu allen Unternehmen kommt der Cashflow zum Erliegen. Und meine Freunde, die als Unternehmensberater für Sanierungen und als Insolvenzverwalter tätig sind, waren noch nie so ausgelastet wie jetzt, da sie Unternehmen umstrukturieren, um Abschreibungen von Bankschulden zu vermeiden.
So wie die Banken den Boom angeheizt haben, treiben sie nun auch den Abschwung voran. Dieser Punkt wird von den Marktteilnehmern kaum verstanden, die zu der Überzeugung gelangt sind, dass die Bank of England die Zinsen festlegt. Es ist ein verbreiteter Irrtum, der der staatlichen Geldtheorie zugrunde liegt und der nun durch die Ereignisse in Asien und in weiten Teilen der Entwicklungsländer infrage gestellt wird.
Die Folgen für Gold
Abgesehen von der Geldwertstabilität liegt die Daseinsberechtigung einer goldgedeckten Handelswährung für die BRICS-Staaten in ihrem Verhältnis zu den Rohstoffen. Dies zeigt die folgende Grafik, die den in Dollar und in Gold bewerteten Ölpreis darstellt.
In Gold bewertet war Öl erheblich stabiler als in Dollar bewertet, was sich auch bei jedem nicht saisonalen Rohstoff zeigt, den Sie nennen mögen. Für Energie- und Rohstoffproduzenten richtet die Volatilität des Dollars als Preismedium Chaos bei den Werten an, auf denen die Förderkosten beruhen. Zudem hat die Preisstellung in Dollar den Preis von Öl in Gold gedrückt, der derzeit nur halb so hoch ist wie 1950. Dies dürfte Russland, dem Iran und Saudi-Arabien nicht entgangen sein.
Preisstabilität kommt auch den Herstellern zugute, die in ihren Geschäftskalkulationen langfristige Kostenannahmen mit größerer Sicherheit treffen können. Sie profitieren zudem von der Stabilität niedriger Zinsen, die mit einem Goldstandard einhergeht, insbesondere im Vergleich zur derzeit zunehmenden Zinsvolatilität unter dem Regime der Papierwährungen. Russland ist ein gutes Beispiel: Der Leitzins der Zentralbank beträgt 7,5 %, und die zehnjährige Staatsanleihe rentiert mit 11,5 %, obwohl die Verbraucherpreisinflation im Juni nur 2,76 % betrug. Würde der Rubel an einen Goldstandard gebunden, und sobald sich das Vertrauen in diese Regelung gefestigt hat, dürfte der Tagesgeldsatz im Laufe der Zeit unter 3 % sinken, und die Anleiherenditen sollten auf kaum mehr als diesen Wert zurückgehen.
Dieses Argument dürfte auch China und die anderen Industrienationen der BRICS-Gemeinschaft davon überzeugt haben, dass es von Vorteil ist, die Produktionskosten an Gold zu binden. Damit werden die Mythen über die Flexibilität von Papierwährungen entlarvt, die nur dazu geführt haben, dass die US-Regierung den Fiat-Dollar als Waffe einsetzt.
Die Vorteile goldgedeckter Währungen liegen auf der Hand. Die Probleme, die sich aus der Einführung von Goldstandards ergeben, betreffen vor allem das Ansehen von Papierwährungen, die sich gegen Gold sträuben. Chinas Exporteure werden zwangsläufig erleben, dass die Kaufkraft von Dollar und Euro sinkt, möglicherweise sogar vollständig zusammenbricht. Das führt zu höheren Preisen für chinesische Waren in allen wichtigen Papierwährungen. Doch indem China eine neue goldgedeckte BRICS-Währung billigt, trägt es nun die weniger sichtbaren Vorteile mit, Exportgüter in Gold zu bewerten, und hat gemeinsam mit Russland gute Gründe, auch den Renminbi an einen Goldstandard zu binden.
Kurz gesagt: Wir erleben das Ende der Ära der Papierwährungen, die in reiner Form seit der Aufgabe von Bretton Woods vor 52 Jahren besteht. Amerikaner, Europäer und Briten werden erleben, dass der Goldpreis gegenüber ihren Papierwährungen steigt, möglicherweise in beschleunigtem Tempo, wenn Ausländer beginnen, ihre Währungen zugunsten von Gold abzustoßen. Es wird aber nicht so sehr Gold sein, das steigt, sondern ihre Papierwährungen, die versagen, genau wie die Livre von John Law.
[i] Siehe Richard Cantillon, Entrepreneur and Economist von Antoine Murphy (Clarendon Press, 1986)
[ii] Abgeleitet aus den TIC-Zahlen des US-Finanzministeriums für April.
[iii] Das Triffin-Dilemma ist nach Robert Triffin benannt, der darauf hinwies, dass eine Reservewährung voraussetzt, dass das Land, das sie bereitstellt, Defizite aufweist, um ein ausreichendes Angebot an Währung für Devisenreserven sicherzustellen, dass diese Defizite für das Land jedoch letztlich eine Krise auslösen würden. Wir könnten uns einer solchen Krise nähern.
[iv] https://fiscaldata.treasury.gov/datasets/debt-to-the-penny/debt-to-the-pen