US-Dollar-FMQ wächst trotz Tapering weiter

FMQ 01082014

Die FMQ-Komponenten für Juni wurden nun von der Fed St. Louis veröffentlicht, und der Wert liegt bei einem Rekordstand von 13,132 Billionen US-Dollar. Wie im obigen Diagramm zu sehen ist, liegt er um 5,48 Billionen US-Dollar über einer Fortschreibung des exponentiellen Wachstumstrends vor der Lehman-Krise. An dieser Stelle möchten Leser, die mit dem Aufbau und dem Zweck der FMQ nicht vertraut sind, vielleicht das ursprüngliche Papier hier nachlesen.

Zu bedenken ist, dass saisonale Faktoren eine Rolle spielen können, da in der Vergangenheit um diese Jahreszeit Rückgänge der Wachstumsrate erkennbar waren. Das langsamere Wachstum der FMQ, die zwischen April und Juni um 44 Mrd. US-Dollar zulegte, obwohl ein Anstieg von 150 bis 200 Mrd. US-Dollar möglich gewesen wäre, ist daher nicht zwangsläufig auf die Rückführung von QE3 (Tapering) zurückzuführen. Wäre das Tapering für das verlangsamte Wachstum der FMQ verantwortlich, könnten wir eine gewisse Straffung bei den kurzfristigen Zinsen erwarten. Doch wie das Diagramm der 3-Monats-T-Bill-Zinsen zeigt, befinden diese sich seit November letzten Jahres in einem Abwärtstrend.

Zinssatz für 3-Monats-Laufzeit 01082014

Die Grafik bestätigt, dass das Tapering offenbar kaum oder gar keine Auswirkungen auf die Geldmärkte und damit auf die Wachstumsrate der Fiat-Währung hat.

Die Zinsschwäche passt auch zu einer schwachen Konjunkturnachfrage. In dieser Woche wurde die erste Schätzung des BIP für das zweite Quartal veröffentlicht, die mit annualisiert 4 % deutlich über den Markterwartungen von 3,1 % lag. Dieses Ergebnis steht in scharfem Widerspruch zum Fehlen jeglicher nennenswerten Geldnachfrage, bis man sich die zugrunde liegenden Schätzungen ansieht.

Von diesem Anstieg um 4 % entfielen 1,66 % auf die Veränderung der realen privaten Lagerbestände. Mit anderen Worten: Das BIP, bezogen auf tatsächlich verkaufte Waren und Dienstleistungen, betrug nur 2,34 %. Dass Veränderungen bei unverkauften Waren, die die Lagerbestände darstellen, Teil des Endverbrauchs sein sollen, ist eine fragwürdige Annahme, soll uns hier aber nicht weiter beschäftigen. Laut der technischen Anmerkung zur Veröffentlichung beruhen die Zahlen für Lagerbestände und langlebige Güter (die einen unglaublichen Anstieg von 14 % verzeichneten) auf Schätzungen und nicht auf gesicherten Daten und können daher künftig revidiert werden. Auf dieser Grundlage ist die überraschende BIP-Zahl kaum mehr als die Vermutung eines staatlichen Ökonometrikers, bis die tatsächlichen Daten vorliegen. Der Verdacht, dass diese Schätzungen zu optimistisch ausfallen, wird durch die Erfahrung mit dem BIP für das erste Quartal bestätigt, das gegenüber der ersten Schätzung deutlich nach unten korrigiert wurde, als schließlich gesicherte Daten vorlagen.

Wie wir FMQ auch betrachten, die Größe wächst unabhängig vom BIP-Ergebnis und seinen Mängeln weiterhin in einem besorgniserregenden Tempo. Darüber hinaus bestätigt ein Blick auf die jüngste Bilanz der Fed diese Einschätzung: Sie zeigt, dass der Wert zum 1. August erheblich höher liegen wird, sofern nicht eine ausgleichende Kontraktion der Bankkredite eintritt.

Es gibt kaum Anzeichen für eine solche Kontraktion. Aus den kurzfristigen Marktzinsen können wir schließen, dass die US-Wirtschaft entgegen der BIP-Schätzung dieser Woche auf der Stelle tritt und dass die Kreditnachfrage weiterhin im Wesentlichen von Finanzaktivitäten ausgeht. Doch wenn sich die BIP-Schätzungen als viel zu optimistisch erweisen, was geschieht, falls die US-Wirtschaft ins Stocken gerät oder gar einbricht? Würde das nicht zu einer Umkehr des Wachstumstrends von FMQ führen?

Dies ist im Kern das Argument der Deflationisten. Sie erwarten in einem Einbruch eine Flucht aus Krediten in Bargeld, während die Vermögenspreise fallen. Das Gegenstück zu Krediten sind Einlagen, die Hauptbestandteile von FMQ. Und ohne Eingreifen der Fed würde FMQ rasch schrumpfen. Doch im Falle eines Einbruchs ist nicht zu erwarten, dass die Fed tatenlos zusieht, ohne außergewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen: Mit den Worten von Mario Draghi von der EZB: whatever it takes.

Zurück zu den Goldmoney Analysen