Überverkaufte Extreme

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Nach einer weiteren Erhöhung des Leitzinses der US-Notenbank (Fed Funds Rate) kam der Goldpreis diese Woche kaum voran. Silber entwickelte sich besser. Im europäischen Morgenhandel lag Gold heute bei 1.652 $ und damit 48 $ über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Silber notierte bei 19,90 $, ein Plus von 68 Cent im gleichen Zeitraum. 

Unsere Titelgrafik zeigt, dass Silber seit dem 1. September, als es bei 17,56 $ seinen Tiefpunkt erreichte, besser abschneidet als Gold. Seither ist Gold weiter gefallen, und zwar um 50 $. 

Damit befindet sich das Gold-Silber-Verhältnis an einem interessanten Punkt, wie unsere nächste Grafik zeigt.

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Aus technischer Sicht würde ein Rückgang unter 83 den gefestigten Aufwärtstrend der letzten achtzehn Monate durchbrechen und den Punkt markieren, ab dem Händler zuversichtlich wären, dass Silber Gold übertrifft. Bestätigt wird diese Einschätzung durch den gravierenden Mangel an physischen Silberbeständen, die der Marktliquidität zur Verfügung stehen.

Die allgemeine Stimmung ist für Silber überwiegend positiv, für Gold aber weiterhin negativ. Eine Umfrage von Reuters prognostiziert für das kommende Jahr einen durchschnittlichen Goldpreis von 1.712,50 $ je Unze, was kaum für Begeisterung sorgt. Die Credit Suisse sieht erneuten Druck, der den Preis in Richtung ihres Kernziels von 1.451 $ treiben könnte. Die Deutsche Bank erklärt, Gold befinde sich in seinem schwersten Einbruch seit 1869! 

Es mag etwas zynisch sein, die optimistischere Sicht auf Silber damit zu erklären, dass die Swap-Händler an der Comex (meist Handelsabteilungen von Edelmetallbanken) bei Silberkontrakten long positioniert sind, bei Comex-Gold hingegen weiterhin short. Unsere nächste Grafik ordnet die Brutto- und die Nettopositionen bei Gold ein.

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Bei der letzten Veröffentlichung des Commitment-of-Traders-Berichts (25. Oktober) beliefen sich die Brutto-Short-Positionen auf 26,7 Mrd. $, verteilt auf 19 Händler (durchschnittlich 1,41 Mrd. $ je Händler), und die Netto-Short-Position gegenüber den Long-Positionen auf 11,54 Mrd. $. Die Swap-Händler haben ihr Engagement seit März deutlich verringert, tun sich aber schwer, es noch weiter zu senken.

Dies spiegelt sich in der Position der Managed-Money-Kategorie wider, die bereits netto 38.788 Kontrakte short ist. Die Brutto-Short-Positionen dieser Gruppe belaufen sich auf 110.804, was zeigt, wie pessimistisch diese Hedgefonds geworden sind. Unsere nächste Grafik veranschaulicht die Positionierung laut den letzten COT-Zahlen (Aktualisierung heute Abend fällig).

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Seit dem 25. Oktober ist der Goldpreis um rund 50 $ gefallen. Angesichts der allgemein positiven Stimmung für den Dollar an den Papiermärkten und der damit einhergehenden negativen Stimmung für Gold ist zu erwarten, dass die Short-Position der Hedgefonds für den vergangenen Dienstag noch extremer ausfällt.

Abseits der Papiermärkte sehen wir, dass auf diesem Niveau echte Nachfrage nach Edelmetall entsteht. In China soll die inländische Schmucknachfrage im dritten Quartal auf 163 Tonnen gestiegen sein. Das ist aber nicht alles. Die Auslieferungen aus den Tresoren der Shanghai Gold Exchange beliefen sich im Quartal auf 647 Tonnen und übertrafen die Schmucknachfrage damit bei Weitem.

An der Comex waren die Auslieferungen von Gold-Kontrakten diese Woche bislang hoch und lagen im Schnitt bei knapp 1.000 pro Tag. Offensichtlich erzeugen die Versuche der Edelmetallbanken, die Preise zu drücken, möglicherweise in der Hoffnung, den Willen der ETF-Anleger zu brechen, physische Nachfrage.

Diese Woche haben sowohl die Fed als auch die Bank of England die Zinsen um 0,75 % angehoben. Und in den Medien verlagert sich die Debatte von der Inflation hin zur Rezession.

 

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