Platin hat sich zuletzt besser entwickelt als Gold. Abgesehen von den Gerüchten um Platinmünzen im Wert von einer Billion Dollar liegt das an der Lage in Südafrika, dem weltweit größten Platin produzierenden Land.
Der weltweit größte Platinproduzent Anglo American Platinum (Amplats) hat die Schließung von zwei seiner Minen und den Verkauf einer dritten angekündigt. Diese Entscheidung bedeutet die Entlassung von 14.000 Beschäftigten – knapp 3 % der Bergarbeiter des Landes. Die südafrikanische Regierung hat ihre Missbilligung dieser Pläne zum Ausdruck gebracht. Die Ankündigung von Amplats hat unter Rohstoffinvestoren neue Diskussionen über Angebotsprobleme im Platinsektor ausgelöst.
Laut einem Bericht von Amplats bedeuten die Schließungen 14.000 Entlassungen – knapp 3 % der gesamten Belegschaft im Bergbau des Landes. Die Rohstoffmärkte reagierten rasch auf die Ankündigung. Im späten Handel am vergangenen Dienstag stieg der Platinpreis erstmals seit Mitte März des Vorjahres über den Goldpreis. Amplats schätzt, dass diese Pläne die Platinproduktion um 400.000 Feinunzen verringern werden. Auf die südafrikanische Produktion entfallen rund 75 % des weltweiten Angebots an Platingruppenmetallen, zu denen auch Palladium zählt.
Mitglieder der südafrikanischen Regierung schienen von den Plänen von Amplats überrascht. Bergbauministerin Susan Shabangu äußerte gegenüber den südafrikanischen Medien sogar ihren Unmut und erklärte, Amplats habe die Regierung nicht über seine Pläne informiert.
Amplats hat erklärt, die betroffenen Mitarbeiter versetzen zu wollen – beispielsweise auf Bauprojekte. Laut Shabangu sind diese Erklärungen jedoch nicht glaubwürdig, da andere Branchen eine derartige Zahl an Arbeitskräften nicht aufnehmen können. In einem Land, in dem die Arbeitslosenquote bereits über 25 % liegt, könnten die Pläne von Amplats die Regierung vor ernste Probleme stellen.
Nach den Streiks des vergangenen Jahres – bei denen über 50 Bergleute ums Leben kamen – kämpfen die meisten Bergbauunternehmen weiterhin mit steigenden Produktionskosten, da sie in immer größeren Tiefen abbauen und immer höhere Energiekosten tragen müssen.
Am vergangenen Dienstag wurde zudem bekannt, dass die Goldproduktion Südafrikas im November 2012 drastisch eingebrochen ist – laut Statistics South Africa um 32,2 % gegenüber dem Vormonat.