Viele von uns kennen die Berechnung von Professor Laurence Kotlikoff von der Boston University, wonach der Barwert der künftigen Verbindlichkeiten der US-Regierung im Haushaltsjahr 2012 um 11 Billionen US-Dollar auf 222 Billionen US-Dollar gestiegen ist. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Kosten für Sozialleistungen, Gesundheitsversorgung und Sozialversicherung.
Dies ist zugegebenermaßen eine Schätzung am oberen Rand, die von Variablen wie Lebenserwartung, Demografie und dem Zinssatz abhängt, mit dem künftige Verbindlichkeiten abgezinst werden. Es ist ein sich verschärfendes Problem, weil Rentner der Babyboomer-Generation plötzlich keine Einkommensteuer und keine Sozialversicherungsbeiträge mehr zahlen, sondern stattdessen Leistungen aus dem System beziehen. Daraus folgt, dass diese Kosten die Staatsfinanzen immer stärker belasten und damit möglicherweise die Kreditwürdigkeit der US-Regierung untergraben.
Laut Zahlen der OECD scheinen andere Länder in weitaus schlechteren Positionen zu sein, wie die nachstehende Tabelle zeigt, in der sie nach den Pensionskosten in bar geordnet sind, die die Regierungen im Jahr 2011 zu tragen hatten.

Die Renten sind jedoch nur ein Teil der Geschichte: Alle diese Länder bieten Gesundheitsversorgung und andere soziale Dienstleistungen an, die bei alternden Bevölkerungen einen erheblichen und steigenden Kostenfaktor darstellen. Und obwohl manche staatlichen Gesundheitssysteme besser sind als andere, beruht eine bessere staatlich organisierte Gesundheitsversorgung eher auf höheren Ausgaben als auf größerer Effizienz. Außerdem beziehen sich die OECD-Zahlen auf Geldleistungen und schließen Sachleistungen aus; im Fall Irlands, wo die Sachleistungen bei den Renten nach Schätzung der OECD das Dreifache des Geldbetrags ausmachen, liegen die tatsächlichen Kosten daher eher bei 15 % des Bruttoinlandsprodukts des Landes.
Die demografische Krise Japans ist in der Öffentlichkeit gut bekannt, was sich in der Zahl von 35,5 % für den Anteil der Rentner an der erwerbstätigen Bevölkerung widerspiegelt; heute dürfte sie vermutlich noch höher liegen. Die Finanzpresse ist dagegen weniger vertraut mit den enormen künftigen Verpflichtungen der europäischen Regierungen, die wirklich besorgniserregend sind. Und diese Zahlen zeigen noch nicht einmal vollständig, wie schwierig es für die Regierungen ist, ihren Sozialverpflichtungen nachzukommen.
Die Arbeitslosigkeit im Euroraum liegt im Durchschnitt über 10 %. Das bedeutet, dass 10 % der Steuerzahler ausfallen und zu einer Belastung für das Sozialsystem werden. Spanien und Griechenland, wo die Arbeitslosigkeit 26 % beträgt, geraten daher mit ihren Sozialhaushalten unmittelbar in Schwierigkeiten. Ein weiterer ungünstiger Faktor ist die Dominanz des Staates.
Nehmen wir Frankreich, dessen Staatsquote 57 % des BIP beträgt. Die erwerbstätige Bevölkerung umfasst 28 Millionen von insgesamt 66 Millionen Einwohnern; 3 Millionen sind arbeitslos, somit bleiben 25 Millionen, von denen 8 Millionen beim Staat beschäftigt sind. Die Staatsbediensteten können wir außer Acht lassen, da sie für den Staat eine Nettobelastung und keine Einnahmequelle darstellen.
Damit bleiben nur 17 Millionen produktive Steuerzahler, die in einer stark staatlich gelenkten Wirtschaft für Sozialleistungen und Renten von 66 Millionen Menschen aufkommen müssen. Zudem arbeitet ein erheblicher Teil der Beschäftigten der Privatwirtschaft in verstaatlichten oder staatlich geförderten Branchen, sodass die tatsächliche Zahl echter Steuerzahler deutlich unter 17 Millionen liegt.
Wir können zwei Schlüsse über die europäischen Staaten ziehen: Ihre Verbindlichkeiten für Sozial-, Gesundheits- und Sozialdienstleistungen werden sie in den Bankrott treiben, sofern sie nicht den Großteil ihrer Sozialzusagen aufgeben; und da ihre tatsächliche Steuerbasis zur Finanzierung dieser Großzügigkeit kleiner ist, als allgemein angenommen wird, müssen die Steuern bis zu einem Punkt steigen, an dem es sich für wirklich produktive Menschen nicht mehr lohnt zu arbeiten.