
Es war eine dramatische Woche für Edelmetalle, insbesondere für Silber, das am Montag um 1,70 US-Dollar bzw. 8,9 % stieg; am Dienstag folgte ein weiterer Anstieg.
Gold legte gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag um 52 US-Dollar zu und notierte heute Morgen in Europa bei 1.712 US-Dollar, Silber stieg um 1,70 US-Dollar auf 20,70 US-Dollar. Der Umsatz an der Comex ging im Verlauf der Woche in beiden Kontrakten zurück, während die Gewinne vom Montag und Dienstag gefestigt wurden.
Gold- und Silberkontrakte sind extrem überverkauft: Die Kategorie Managed Money war am 27. September bei Gold mit netto 3.094 Kontrakten short positioniert (laut dem letzten Commitment-of-Traders-Bericht; die Aktualisierung für die Position vom 4. Oktober wird heute Abend erwartet). Bei Silber betrug die Netto-Short-Position von Managed Money 8.093 Kontrakte. Eine andere Betrachtungsweise ist das Open Interest, das als Nächstes bei Gold behandelt wird.

Je niedriger das Open Interest, desto stärker ist der Kontrakt überverkauft. Heute liegt das Open Interest unter dem Stand vom März 2020, als Gold und Silber infolge der plötzlichen Senkung des Leitzinses durch die Fed auf null kräftig stiegen. Offensichtlich haben Hedgefonds Gold massiv leerverkauft, wodurch der Papierpreis sank, und geraten nun unter Druck. Die Gegenseite ihres Handels ist der Dollar, der außerordentlich stark war, sich nun aber abgeschwächt hat. Dieser kommt als Nächstes.

Nach einem Höchststand von 114,53 am 26. September war der TWI am Dienstag auf 110,06 gefallen, bevor er sich erholte. Der USD-TWI war das Spiegelbild des Papiergoldes. Auf diesem Niveau lassen sich Händler jedoch beliefern und wandeln Papier in physische Edelmetalle um.
Einschließlich des vergangenen Freitags belaufen sich die gelieferten Gold-Kontrakte insgesamt auf 21.334 (66,4 Tonnen). Was in London geschieht, das etwa achtmal so groß ist wie die Comex, können wir nur vermuten.
Unter sonst gleichen Bedingungen ist zu erwarten, dass sich der aktuelle Bären-Squeeze fortsetzt, weil die Bullion-Banken die Hedgefonds-Bären in der Hand haben. Zudem entzieht die physische Nachfrage auf diesem Niveau den Tresoren rasch Liquidität. Und für die Bären besteht das Risiko, dass eine Krise die ETF-Nachfrage anregt.
Dieser Gesichtspunkt rückte diese Woche in den Vordergrund, als allgemein bekannt wurde, dass die Credit Suisse im Rahmen einer „Restrukturierung“ zusätzliche Mittel sucht. Möglicherweise ist diese bedeutende europäische Bank die erste G-SIB, die der weltweiten Tendenz zu schrumpfender Bankenkreditvergabe infolge steigender Zinsen zum Opfer fällt. Eine Mitteilung zur Lage wird in Kürze erwartet – vielleicht schon an diesem Wochenende.
Da systemische Risiken nun in die Schlagzeilen geraten, ist mit weiterer Schwäche bei den Währungen zu rechnen, was bedeutet, dass der TWI des Dollars wieder steigen wird. Doch statt Gold und Silber zu schwächen, dürfte die Nachfrage nach physischen ETFs steigen, sobald sich systemische Ängste ausbreiten.
Für Bürger Europas, Japans und des Vereinigten Königreichs tut Gold, was es soll: Es schützt sie vor Währungsentwertung. Während die Marktstimmung stark von den Gold- und Silberpreisen in Dollar bestimmt wird, liegen die Goldpreise in Euro, Yen und Pfund Sterling nahe an ihren Allzeithochs. In Pfund Sterling beträgt der Abstand 2 %, in Euro 6 % und in Yen 1 %. Die folgende Grafik zeigt diese Zusammenhänge.

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