Gold und Silber haben in den vergangenen Tagen eine solide Erholung hingelegt: Gold legte seit Mittwoch um rund 40 US-Dollar zu, während Silber gestern den stärksten Eintagesgewinn seit 15 Monaten verzeichnete – mit einem Plus von mehr als einem Dollar je Unze.
Auch Industrierohstoffe haben in den letzten Tagen zugelegt, während der Dollar gestern nachgab, wenngleich der Dollar-Index weiterhin deutlich über 82,00 liegt. Weitere erschreckende Wirtschaftsindikatoren aus der Eurozone – gestern erfuhren wir, dass die Arbeitslosigkeit in Spanien im ersten Quartal erschreckende 27,2 % betrug – könnten den Dollar stützen.
Die Flut neu gedruckten Zentralbankgeldes, die in das Bankensystem strömt, treibt die Aktienmärkte weiter nach oben; der amerikanische S&P 500 schloss gestern nur acht Punkte unter seinem Rekordstand von 1.593. Und es sind nicht nur Banken und Hedgefonds, die diese Märkte nach oben treiben: Wie Bloomberg berichtet, „laden Zentralbanken Aktien nach“. Natürlich können in den USA das Plunge Protection Team und der Exchange Stabilization Fund so gut wie jeden beliebigen Vermögenswert kaufen, doch dass nun auch ausländische Institutionen so offen Aktien erwerben, ist neu.
Die Folge ist, dass Aktienmärkte kein brauchbarer Indikator mehr für den tatsächlichen Zustand der wirtschaftlichen Fundamentaldaten sind – obwohl steigende Kurse für Zentralplaner ein willkommenes Mittel sind, um (so hoffen sie) einen breiteren Optimismus in Bezug auf die Wirtschaft zu fördern und so die „Animal Spirits“ der Menschen anzuregen. Das erinnert – ebenso wie die „Datenumstellung“, die dank einiger praktischer neuer Berechnungen auf magische Weise eine Steigerung des US-BIP um 3 % bewirken wird – an das Goodhartsche Gesetz: „Sobald eine Messgröße zum politischen Ziel wird, ist sie keine gute Messgröße mehr.“
Bleiben Sie skeptisch.