Es war eine ausgezeichnete Woche für Gold- und Silberanleger, die auf steigende Kurse setzen. Doch steht nun eine Korrektur an, und falls ja, wie tief und wie lange? Es sieht danach aus, dass sie stark begrenzt ausfallen dürfte.

Gold erreichte in dieser Woche weiter neue Höchststände. Heute Morgen notiert es im europäischen Handel mit 2.660 $ unter dem gestrigen Tageshoch von 2.685 $ (Spot), aber netto 38 $ über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Silber legte einen starken Lauf hin, von einem Tief von 30,36 $ am Montagmorgen bis zu einem Hoch von 32,70 $ gestern (Donnerstag), bevor es heute Morgen auf 31,75 $ zurückfiel. Seit dem 1. Januar liegt Gold damit 29,5 % und Silber 34,6 % im Plus. Die Comex-Volumina waren bei beiden Kontrakten relativ hoch, was zu einem Interesse auf der Käuferseite passt.
Gold ist nach den Netto-Long-Positionen der Kategorie „Managed Money“ zweifellos überkauft. Angesichts des Anstiegs des Open Interest seit der letzten Veröffentlichung des Commitment-of-Traders-Berichts (17. September) dürften diese bei bis zu 240.000 Kontrakten liegen, was auf Vorsicht gegenüber einer Fortsetzung des Aufwärtstrends hindeutet. Es besteht jedoch kaum ein Zweifel, dass die im Paarhandel tätigen Hedgefonds mit gutem Grund zunehmend pessimistisch gegenüber dem Dollar werden. Das nächste Diagramm des handelsgewichteten Index zeigt, warum:

Angesichts des Todeskreuzes bei den gleitenden Durchschnitten ist ein klarer Bruch unter 100 zu erwarten, dem ein rascher weiterer Rückgang folgen dürfte. Es besteht kaum ein Zweifel, dass dies das wichtigste Diagramm für die Stimmung der Hedgefonds ist. In diesen unsicheren Zeiten ist der Dollar weniger ein sicherer Hafen, Gold dagegen umso mehr. Dies legt nahe, dass eine technische Reaktion bei Gold nur von kurzer Dauer sein wird.
Gold markiert neue Höchststände, und das Gold-Silber-Verhältnis von 83 ist für eine zunehmend goldfreundliche Stimmung viel zu hoch. Das nächste Diagramm zeigt, dass es weiterhin in einer Spanne gefangen ist, deren untere Grenze bei etwa 75 liegt. Die dollarkritische Stimmung, die Gold nach oben treibt, könnte das Verhältnis leicht durch diese untere Marke und darüber hinaus drücken. Wie wahrscheinlich ist das?

Das technische Diagramm für Silber ist äußerst positiv und folgt als Nächstes:

Als Silber gestern die Marke von 32,5 $ und mehr testete, war das der höchste Stand seit Dezember 2012. Es ist bei Weitem nicht überkauft und wird durch geringe Liquidität nach oben getrieben. Die vierjährige Konsolidierung, die diesen Anstieg stützt, könnte es nun leicht in Richtung des historischen Höchststands von 50 $ führen.
Die anhaltende Nachfrage nach Gold sollte dafür sorgen, und das folgt als Nächstes:

Es sieht unaufhaltsam aus und bestätigt, dass äußerst starke zugrunde liegende Kräfte dieses Verhältnis zwischen Gold und Dollar bestimmen. Interessanterweise wird dies durch fortgesetzte Entnahmen (Lieferungen) an der Comex in fast jeder Handelssitzung bestätigt, die sich in diesem Jahr bisher auf insgesamt 11.407.700 Unzen (354,8 Tonnen) belaufen. Hinzu kommt eine unbekannte Menge an Exchange-for-Physicals aus einem Gesamtumsatz von 811.414 Kontrakten (entsprechend einem Volumen von 2.523,8 Tonnen), die als Lieferungen aus London an Zentralbanken und asiatische Märkte gelangt sind und hier nicht enthalten sind.
Meiner Ansicht nach steuern diese Papiergoldmärkte, sofern sich nichts Grundlegendes ändert, auf eine Liquiditätskrise zu. Zudem gibt es Anzeichen für ein breites Wiedererwachen des Publikums bei physischen ETFs, die nach fast vier Jahren Nettoverkäufen wieder zu Nettokäufern werden:

Es gibt weitere Anzeichen für ein wiedererwachendes öffentliches Interesse an Gold. Auch meine Podcasts scheinen regelmäßig größere Zuhörerschaften anzuziehen. Die Stimmung beginnt gerade erst, zuversichtlich zu werden. Angesichts des Mangels an physischer Liquidität in London und New York kann ein wiederauflebendes ETF-Interesse nur bei deutlich höheren Preisen bedient werden. Was das für Silber bedeuten würde, lässt sich nur erahnen; laut dem Silver Institute herrscht dort seit vier Jahren ein Angebotsdefizit.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine kurzfristige technische Korrektur zum Abbau überkaufter Bedingungen kann zwar nicht ausgeschlossen werden, doch dürften ihre Tiefe und Dauer stark begrenzt sein.