Am vergangenen Mittwoch hat die Bundesbank eine Erklärung veröffentlicht, wonach 300 Tonnen des deutschen Goldes aus New York und 374 Tonnen aus Paris verlagert werden sollen. Das sollte ein einfacher Vorgang sein: per Bahn oder Lkw aus Paris und mit einigen Militärflugzeugladungen (oder Schiffen) aus Amerika – sobald ein Lagerort vorhanden ist.
Stattdessen soll dies über die nächsten sieben Jahre erfolgen, was eine Verschiebung bedeutet. Das bestärkt tendenziell den Verdacht, dass das Gold gar nicht existiert. Nebenbei bemerkt gehört zur Erklärung der Bundesbank ein PDF-Download, dessen Folie 14 den Titel „Lagerung bei der Federal Reserve Bank New York“ trägt. Sie sieht eher nach einer Fotomontage als nach echtem Gold aus, und der Köder besteht darin, zu glauben, es sei das Gold der Bundesbank. Das verrät das Spiel: Die gesamte Aktion ist ein PR-Gag.
Warum sollte man heutzutage überhaupt noch Gold in New York lagern? Die Sowjets bedrohen die Fulda-Lücke nicht mehr. Ja, New York ist offensichtlich nach wie vor ein wichtiger Handelsplatz, aber nicht für physisches Gold – die Bundesbank hat offenbar im Jahr 2000 940 Tonnen von der Bank of England abgezogen, wo sich der physische Markt tatsächlich befindet.
Das ist deshalb von Bedeutung, weil unabhängige deduktive Analysen zu dem Schluss gekommen sind, dass die Zentralbanken den Markt mit physischem Edelmetall versorgt haben, um den Preis zu drücken, was entweder offiziell bestritten wird oder unbeantwortet bleibt. Die Ursprünge der Preisunterdrückung reichen tatsächlich bis in die 1990er Jahre zurück; sie wurden von Frank Veneroso in einer 1998 veröffentlichten Studie aufgedeckt, durch die Detektivarbeit unseres eigenen James Turk bestätigt und dreifach bestätigt durch die ausweichenden Antworten, die Zentralbanken und der IWF dem Gold Anti-Trust Action Committee (GATA) zu diesem Thema gegeben haben. Der Öffentlichkeit ist dieses Thema nicht bekannt, weil die Mainstream-Medien, von gelegentlichen Ausnahmen abgesehen, sich weigern, es zu untersuchen.
Doch hier ist etwas, das noch einige weitere Zusammenhänge erkennen lässt. Wir wissen, dass Gordon Brown von 1999 bis 2002 die Hälfte des britischen Goldes zum tiefsten Marktpreis verkauft hat. Üblicherweise nimmt man an, er sei schlicht inkompetent gewesen. Weniger bekannt ist, dass er seine Volkswirtschaftslehre von Ed Balls gelernt hat, dem heutigen Schattenfinanzminister. Als sein wirtschaftspolitischer Berater war Balls der Puppenspieler und Schatzkanzler Brown die Puppe. Ed Balls war zudem ein enger Freund von Larry Summers, der ab 1995 stellvertretender Finanzminister der USA und von 1999 bis 2001 US-Finanzminister war – also zur Zeit der britischen Goldverkäufe. Als Finanzminister stand Summers dem Exchange Stabilization Fund vor, dem Instrument der US-Regierung, um dem Markt Edelmetall zur Verfügung zu stellen. Angesichts dieser zutiefst keynesianischen Verbindungen seit Mitte der 1990er-Jahre ist es unwahrscheinlich, dass Brown isoliert gehandelt hat. Sehr wahrscheinlich hat auch Washington den Markt über Swaps und Leihgeschäfte versorgt, die nie als Eigentümerwechsel verbucht wurden.
Das Ergebnis ist, dass im Tresor nicht mehr genug physisches Gold liegt, um es an Deutschland auszuliefern; deshalb spielt man auf Zeit. Was uns am vergangenen Mittwoch präsentiert wurde, war nur ein verzweifelter Versuch, zu verhindern, dass die ganze Angelegenheit noch öffentlicher wird.