Prognose: Palladiumpreis dürfte weiter steigen

Gestern war für die Edelmetall-Bullen erneut ein konstruktiver Tag: Gold schob sich leicht über 1.690 US-Dollar, Silber notierte bei gut 32 US-Dollar.

Platin folgt dem Gold, derzeit allerdings mit etwas geringerer Volatilität, während auch Palladium sich stark entwickelte und im frühen New Yorker Handel um mehr als 13 US-Dollar zulegte.

Angebotssorgen aufgrund von Schwierigkeiten im südafrikanischen Bergbausektor sowie die Erwartung einer steigenden Nachfrage chinesischer und amerikanischer Automobilhersteller ließen Palladium im vierten Quartal 2012 so stark steigen wie in keinem Quartal seit zwei Jahren. Der südafrikanische Business Report zitiert Daniel Brenber von der Deutschen Bank, der in den kommenden Jahren ein sinkendes Preisverhältnis zwischen Platin und Palladium erwartet und auf die Möglichkeit „eines Defizits [im Angebot] von einer Million Unzen“ in diesem Jahr „und in den Folgejahren“ hinweist. Reuters zitiert Analysten, die einen durchschnittlichen Platinpreis von 1.700 US-Dollar je Unze erwarten – 10 % mehr als im Durchschnitt des Vorjahres –, für Palladium einen Durchschnitt von 745 US-Dollar je Unze, ein Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr.

Natürlich hängen die Preise für Platin und Palladium – ebenso wie Silber und der gesamte Komplex der Industrierohstoffe – stark von den Inflationserwartungen ab. Wachsender Optimismus und sich verbessernde Indikatoren aus den großen Volkswirtschaften werden Platin und Palladium stützen, doch es lohnt sich, auch alternative Szenarien zu bedenken. Wir werden in Kürze ein Podcast-Interview mit Mike „Mish“ Shedlock von Sitka Pacific Capital veröffentlichen. Darin erläutert Mish, warum er glaubt, dass in den kommenden Jahren nicht Inflation, sondern Deflation die größte Bedrohung für die großen Volkswirtschaften sein wird, und welche Folgen dies für Halter von Edelmetallen hat.

Die anhaltende Ruhe an der Euroraum-Front kommt dem Euro weiter zugute und lenkt die Aufmerksamkeit auf die wirtschaftlichen Probleme auf der anderen Seite des Ärmelkanals. „Stabilität im Euroraum lässt das Pfund verwundbar zurück“, lautet die Schlagzeile auf der Titelseite der FT (kostenpflichtig). Die Zeitung zitiert einen Fondsmanager, der meint, „das Pfund verliert zunehmend seinen Status als sicherer Hafen“. Die stetig eintreffenden enttäuschenden Zahlen zur Kreditaufnahme helfen dabei nicht. Der BIP-Bericht für das vierte Quartal am Freitag wird wichtig sein.

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