Marktbericht: Zwischenwahlen und US-Dollar bestimmen das Geschehen

Die Edelmetalle gaben in dieser Woche bei ruhigem Handel nach, der von den Zwischenwahlen und einem starken Dollar geprägt war. Gold lag im frühen europäischen Handel am heutigen Freitagmorgen bei 1.220 US-Dollar und damit 12 US-Dollar unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, Silber lag im selben Zeitraum 40 Cent niedriger bei 14,34 US-Dollar.

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Ein Blick auf Preise und Volumina an der Comex legt nahe, dass bei den höheren Preisniveaus weitere Short-Positionen aufgebaut wurden. Wir schließen dies daraus, dass das Open Interest bei steigenden Preisen und an Tagen mit fallenden Kursen zugenommen hat und damit nach vorläufigen Zahlen für gestern bei Gold auf 502.344 gestiegen ist. Dies ist der höchste Stand des Open Interest seit dem 20. Juli, als der Dollar stark anzog und die Rohstoffe, darunter auch die Edelmetalle, einbrachen.

Die Märkte drehen sich weiterhin um die andere Seite des Dollar-Handels. Unsere nächste Grafik zeigt den handelsgewichteten Dollar-Index.

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Der TWI hat in dieser Woche auf 96,87 zugelegt und steht kurz davor, die obere Trendlinie zu testen, die knapp über 97 verläuft. Technisch wirkt die Struktur potenziell schwach, es sei denn, der Dollar schafft den Ausbruch über diese Marke mit echtem Schwung. Man bedenke, dass die gesamte Finanzwelt bereits Long im Dollar und Short in allem anderen positioniert ist; es ist daher schwer zu erkennen, woher die zusätzlich erforderlichen Käufe kommen sollen.

Vor diesem Hintergrund sieht die aktuelle Schwäche von Gold eher nach einer weiteren Konsolidierung aus als nach einem Grund zu großer Sorge. Der nach Handelsschluss erscheinende Commitments-of-Traders-Bericht dürfte für Comex-Gold weiterhin stark überverkaufte Bedingungen zeigen. Ich werde dies auf meinem Twitter-Account @MacleodFinance weitergeben, sobald er vorliegt.

So weit zur Technik. In dieser Woche haben die Demokraten das Repräsentantenhaus gewonnen, was trotz der beschwichtigenden Äußerungen von Präsident Trump ein Dorn in seiner Seite zu werden verspricht. Könnte dies im neuen Jahr zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen ihn führen? Die neuen politischen Unsicherheiten scheinen vorerst ignoriert zu werden.

Die gestern veröffentlichte Erklärung des FOMC wich kaum von den Erwartungen ab: Eine Zinserhöhung im Dezember wird weiterhin erwartet, ebenso die Möglichkeit einer weiteren Anhebung im März. Das ermutigt die Dollar-Bullen, die zwischen Euro-LIBOR und T-Bills Arbitrage betreiben können, um noch höhere Erträge zu erzielen. Die Anleiherenditen stiegen in dieser Woche erneut, wobei die zehnjährige US-Staatsanleihe mit 3,23 % ein neues Hoch erreichte.

Zu den goldbezogenen Nachrichten: In dieser Woche lehnte die Bank of England eine Bitte Venezuelas ab, 14 Tonnen seines Goldes zurückzugeben, was einen besorgniserregenden Präzedenzfall schafft. Die BoE handelt schließlich als Verwahrerin. Laut The Times verlangt sie die Durchführung üblicher Verfahren zur Geldwäschebekämpfung, was auf zwischenstaatlicher Ebene nie vorkommt. Andere Verwahrkunden mit Gold bei der BoE und der New Yorker Fed dürften über diesen Präzedenzfall zwangsläufig alarmiert sein.

Auf den physischen Märkten verzeichneten physische ETFs im Oktober Nettozuflüsse von insgesamt 16,6 Tonnen, nachdem seit Juni jeden Monat netto verkauft worden war, so der neue Goldhub des World Gold Council. Interessanterweise kam die Nachfrage aus Nordamerika und Europa, was die jüngsten Trends umkehrt, während Asien zum Nettoverkäufer wurde (-6,5 Tonnen), vermutlich aufgrund von Gewinnmitnahmen im Zusammenhang mit dem starken Kursverfall des Yuan gegenüber dem Dollar. 



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