Marktbericht: Zurück in der Konsolidierungszone

Nach der Aufregung der vergangenen Woche, als Silber plötzlich von einem Bärensqueeze profitierte und kurzzeitig in Richtung 17,30 US-Dollar getrieben wurde, kehrten Gold und Silber in ihre eintönige Konsolidierungsphase zurück. In dieser Woche fiel Gold um 17 US-Dollar und notierte heute Morgen (Freitag) im europäischen Handel bei 1.319 US-Dollar, während Silber um 58 Cent auf 16,53 US-Dollar nachgab.

consolo 1

Der Grund für die Schwäche der Edelmetalle ist ein starker US-Dollar, wie unsere nächste Grafik zeigt, die den handelsgewichteten Index darstellt.

consolo 2

Statt unter die kurzfristige Trendlinie zu fallen, hat der Dollar den Abwärtstrendkanal nach oben verlassen. Das deutet zumindest darauf hin, dass die Konsolidierung des Dollars größer ausfällt als die Gegenbewegungen, die wir seit der Wahl von Präsident Trump gesehen haben.

Vor diesem Hintergrund erscheint Gold anfällig für einen möglichen Ausbruch nach unten aus seinem Konsolidierungsmuster. Es ist Zeit, einen Blick auf den technischen Chart zu werfen, mit den gleitenden Durchschnitten, die Händler üblicherweise verwenden.

consolo 3

Wir sehen, dass die Stärke des Dollars Gold wieder in seine Handelsspanne zurückgedrängt hat, und zwar in Richtung des unteren Endes der Konsolidierungszone. Dabei ist es unter den 55-Tage-Durchschnitt gefallen und wird voraussichtlich den 200-Tage-Durchschnitt testen, der bei 1.303 US-Dollar liegt. Die Marke von 1.300 US-Dollar rückt somit möglicherweise in Reichweite und wird als wichtiger Testpunkt gelten.

Es wäre schön, sagen zu können, dass 1.300 US-Dollar den Boden für den Preis bilden. Die Märkte sind jedoch nicht so berechenbar, und es wäre töricht, einen Rückgang unter 1.300 US-Dollar und einen Test der Marke von 1.275 US-Dollar auszuschließen. Ob es dazu kommt, hängt vom Dollar und den Kräften ab, die ihn nach oben treiben.

Die größte Komponente des handelsgewichteten Dollar-Index ist der Euro. Es ist also nicht unbedingt der Dollar, der stark ist, sondern der Euro, der schwach ist. Seit Montag ist der Euro gegenüber dem Dollar von 1,2350 auf 1,2100 gefallen. Die EZB hat gestern keine Änderung ihrer akkommodierenden Geldpolitik angekündigt, was nicht half. Es liegt jedoch nicht nur am schwachen Euro. Auch andere Währungen haben gegenüber dem Dollar nachgegeben, und einige Währungen von Schwellenländern wurden stark getroffen. Wir müssen daraus schließen, dass hinter dieser Phase der Dollarstärke mehr stecken könnte.

Handelsungleichgewichte rücken gegenüber den Zinsen in den Hintergrund. Mit dem Dollar sind auch die Renditen US-amerikanischer Anleihen gestiegen. Die zehnjährige US-Staatsanleihe hat die Marke von 3 % überschritten, für manche Anleihehändler ein Rubikon. Unterdessen verfolgt die Fed weiterhin eine Politik, den Leitzins in kleinen Schritten anzuheben, wahrscheinlich schon im nächsten Monat. Ohne einen deutlichen Anstieg der Kernpreise kann dies den Dollar im Vergleich zu anderen Währungen attraktiv erscheinen lassen.

Bis zur Veröffentlichung dieses Berichts wird das Bureau of Economic Analysis um 08:30 Uhr EST die vorläufige erste Schätzung des BIP für das erste Quartal veröffentlicht haben. Erste Hinweise auf die Bruttoproduktion im vierten Quartal 2017, die dem BIP in der Regel um etwa 12 Wochen vorausläuft, deuten darauf hin, dass dies die Märkte positiv überraschen könnte. In diesem Fall könnte der Dollar Gold bis Handelsschluss heute sogar zu einem Test der Marke von 1.300 US-Dollar zwingen.

 Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen sind die des Autors bzw. der Autoren und geben nicht die Ansichten von Goldmoney wieder, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Der Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt weder von Goldmoney noch von dem Autor bzw. den Autoren eine Rechts-, Finanz-, Steuer-, Anlage- oder Buchhaltungsberatung dar. Sie sollten sich nicht auf die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stützen oder danach handeln, ohne zuvor unabhängigen fachlichen Rat einzuholen. Es wurde Sorgfalt darauf verwendet, die Zuverlässigkeit der Informationen im Artikel sicherzustellen; Goldmoney übernimmt jedoch keine Gewähr dafür, dass sie richtig, vollständig und aktuell sind und/oder als Hinweis auf künftige Ergebnisse verstanden werden können, und man sollte sich nicht darauf verlassen. Goldmoney haftet nicht für Ansprüche, Verluste, Schäden oder Unannehmlichkeiten, die sich aus Informationen oder Meinungen in diesem Artikel ergeben, und jede Handlung aufgrund der in diesem Artikel enthaltenen Meinungen und Informationen erfolgt auf eigenes Risiko.

Zurück zu den Goldmoney Analysen