Marktbericht: Wendet sich das Blatt bei Gold und Silber?

Die vergangene Woche, die den Jahreswechsel samt Feiertag am Mittwoch umfasste, war für Edelmetalle bemerkenswert. Bei Gold gab es drei wichtige Merkmale: Erstens kam es am Dienstag zu einer kräftigen Umkehr innerhalb eines Tages, bei der Gold zunächst um 22 US-Dollar fiel und dann um 32 US-Dollar zulegte; zweitens wurde das Tief von 1.182 US-Dollar erstmals vor sechs Monaten getestet, bevor der Kurs kräftig auf 1.430 US-Dollar stieg, und es sieht danach aus, als könnte Gold einen Doppelboden ausbilden, das Vorspiel zur nächsten Aufwärtsphase; und drittens geschah dies am letzten Handelstag des Jahres 2013, was darauf hindeutet, dass der Kursrückgang eher mit Bilanzkosmetik als mit echten Verkäufen zu tun hatte. Kategorie „Managed Money“ an der Comex (hauptsächlich Hedgefonds) weist Rekord-Short-Positionen auf, wie die folgende Grafik zeigt.

Managed Money 030114

Der extreme Pessimismus in dieser Spekulantengruppe vor dem Jahresende deutet auf festere Märkte in den kommenden Wochen hin, da diese Positionen aufgelöst werden. Es stellt sich dann die Frage, wer die Kontrakte liefern wird. Die vier größten Händler an der Comex, bei denen wir davon ausgehen können, dass sie den Markt kontrollieren, sind ungewöhnlich stark Long positioniert, wie die zweite Grafik zeigt.

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Ihre Netto-Long-Position ist auf Rekordhöhen zurückgekehrt. Diese Position bauen sie auf, seit ihnen das Ausmaß der wachsenden physischen Nachfrage vor der Bail-in-Krise in Zypern bewusst wurde. Es ist offensichtlich, dass diese Insider, während die Spekulanten an der Comex in der Überzeugung verkauften, Gold befinde sich weiterhin in einem Bärenmarkt, die Gelegenheit genutzt haben, sich gegen Entwicklungen im zugrunde liegenden physischen Markt abzusichern.

Heute Morgen stellen asiatische Goldkäufer fest, dass der Preis sehr stark gestiegen ist, nicht nur weil Gold seit den Tiefstständen vom Dienstag um 50 US-Dollar zugelegt hat, sondern auch weil die Währungen der Schwellenländer deutlich geschwächt sind. In Indien wächst spürbar die Frustration über staatliche Beschränkungen des einzigen Schutzes, den die Menschen vor der Währungsentwertung haben, und in der Türkei wächst das Vertrauen in Gold, da sowohl die Währung als auch die Regierung gleichzeitig zu schwächeln scheinen.


Während Comex-Gold für die vier größten Händler gut aufgestellt ist, sieht es bei Silber anders aus: Sie haben ihre Netto-Short-Position lediglich auf 25.000 Kontrakte reduzieren können.

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Das Problem bei Silber besteht darin, dass die Bullion-Banken an der Comex, da es sich überwiegend um ein Industriemetall handelt, mit Industrieabnehmern konkurrieren, die sich durch den Kauf von Futures niedrige Preise sichern. Das Ergebnis ist, dass sie ihre Bücher nicht ausgleichen können, während die Kategorie „Managed Money“ erneut gefährlich stark short positioniert ist.

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Die Bedeutung der Short-Positionen von Managed Money bei Silber liegt darin, dass sie ein guter Indikator für die überverkaufte Lage der Edelmetallmärkte insgesamt sind. Dies sind die ultimativen Bären, deren Gier sie für den gefährlichen Liquiditätsmangel bei Silber blind macht. Während sie einen Abwärtstrend verfolgen, von dem sie überzeugt sind, dass er ewig andauern wird, übersehen sie die mögliche Falle, die sich gerade für sie schließt.
Für Edelmetalle zeichnet sich somit ab, dass 2014 ganz anders wird als das vergangene Jahr. Mit Janet Yellen übernimmt eine neue Taube die Leitung der Fed, und trotz der im vergangenen Monat angekündigten minimalen Reduzierung der quantitativen Lockerung (QE) steht so gut wie fest, dass die Zinsen im Jahr 2014 weiterhin nahe null gehalten werden. Doch der Anstieg der Anleihenrenditen zeigt, dass schwächeren Schuldnern Schwierigkeiten drohen könnten, darunter ein Großteil der Eurozone sowie die Währungen der Schwellenländer.

Ein frohes neues Jahr!


Nächste Woche
Für Donnerstag werden keine Änderungen der Leitzinsen in Großbritannien und der Eurozone erwartet, doch die Pressekonferenz der EZB am Nachmittag könnte uns neue Hinweise zur Geldpolitik liefern.

Montag.

Japan: Fahrzeugverkäufe.
Eurozone: Einkaufsmanagerindex (Composite).
USA: Auftragseingang der Industrie, ISM-Index für das nichtproduzierende Gewerbe.

Dienstag.

Eurozone: Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI), Erzeugerpreisindex
USA: Handelsbilanz

Mittwoch.

Eurozone: Einzelhandelsumsatz, Arbeitslosigkeit
USA: Veröffentlichung des FOMC-Protokolls, Verbraucherkredite

Donnerstag.

Großbritannien: Handelsbilanz, Leitzins der Bank of England 
Eurozone: Geschäftsklimaindex, Verbrauchervertrauen, Wirtschaftsstimmung, Industrievertrauen, EZB-Leitzins
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe

Freitag.
Japan: Frühindikator 
Großbritannien: Industrieproduktion, Produktion des verarbeitenden Gewerbes
USA: Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls), Arbeitslosenquote, Großhandelsbestände

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