Marktbericht: Warten auf neue Entwicklungen…

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Gold und Silber gaben in dieser Woche leicht nach, bei moderaten Handelsvolumina für Comex-Gold und niedrigen Volumina für Silber. Heute Morgen wurde Gold in Europa zu 1.935 US-Dollar gehandelt, 29 US-Dollar weniger als in der Vorwoche, und Silber lag bei 26,70 US-Dollar, 1,35 US-Dollar weniger. Diese Konsolidierungsphase dauert nun fast einen Monat an.

Dieser inflationsgetriebene Anstieg begann am 23. März, als die US-Notenbank, nachdem sie in der Vorwoche ihren Leitzins von 1 % auf 0 % gesenkt hatte, angesichts der damaligen Lockdowns eine unbegrenzte Ausweitung der Geldmenge ankündigte. Der fünfmonatige Anstieg auf die historischen Höchststände bei Gold Anfang August lässt sich als Preisanpassung an die durch Covid bedingte Geldpolitik der Fed verstehen. Die offizielle Darstellung, die von der Anlegergemeinde geglaubt und bis heute weiter verbreitet wird, lautet, dass nach dem Ende der Lockdowns eine V-förmige Erholung folgen werde. Nun, da Unternehmen und Verbraucher vorsichtig aus ihren Covid-Bunkern hervorkommen, warten die Edelmetallmärkte darauf, ob die V-förmige Erholung intakt ist. Falls nicht, ist mit einer zweiten Welle der geldpolitischen Lockerung zu rechnen, auf die Jay Powell in seiner Rede in Jackson Hole in der vergangenen Woche hingedeutet hat.

Das Handelsmuster bei Gold deutet darauf hin, dass Hedgefonds, die Gold-Long- und Dollar-Short-Positionen gehalten haben, diese Geschäfte nun umkehren, nachdem der handelsgewichtete Index des Dollars am Dienstag auf einen Tiefstand von 91,75 gefallen ist. Dies zeigt unsere nächste Grafik.



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Der handelsgewichtete Index des Dollars befindet sich an einem interessanten Punkt. Der Rückgang seit dem Höchststand vom 23. März dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Hedgefonds und andere Nichtbank-Institute ihre Positionen am Devisenswapmarkt aufgelöst haben und einige Mitläufer Dollar leerverkauft und Yen oder Euro gekauft haben, um den neuen Trend mitzunehmen. Üblicherweise bedeutet dies, dass der Dollar überverkauft ist und für eine Erholung bereitsteht. Hinzu kommt eine Pause bei dem hektischen Anstieg der Geldmengenaggregate wie M1.

Bislang gibt es kaum Hinweise auf Verkäufe durch das Ausland, das laut den TIC-Zahlen des US-Finanzministeriums 20 % aller ausstehenden US-Wertpapiere sowie Bankeinlagen und kurzfristige Schuldtitel im Umfang von 6,223 Billionen US-Dollar hält. Doch erst heute Morgen erklärte die staatliche chinesische Zeitung Global Times in einem Artikel auf der Titelseite, China „könnte seine Bestände an US-Staatsanleihen verringern“ (Verkäufe von über 200 Mrd. US-Dollar) und sie möglicherweise sogar vollständig abstoßen, „da das stark wachsende US-Bundesdefizit die Ausfallrisiken erhöht und die Trump-Regierung ihre scharfen Angriffe auf China fortsetzt“.

Auch wenn es sich im Moment offenbar um einen Schlagabtausch mit Worten handelt, kann es kaum Zweifel daran geben, dass ein solcher Verkauf von US-Staatsanleihen durch China, vermutlich zusammen mit dem Dollar, andere ausländische Akteure, sowohl Regierungen als auch den Privatsektor, dazu ermutigen wird, ihr Engagement in unnötig gehaltenen Dollar zu verringern.

In einer weiteren Entwicklung haben die LBMA und die Bank of England damit begonnen, Daten zu den Tresoren monatlich im Nachhinein statt vierteljährlich zu veröffentlichen. Die LBMA erklärte, sie komme damit „der Forderung der Fair and Effective Markets Review nach mehr Transparenz nach“. Wenn die LBMA es wirklich ernst meinte, gäbe es keinen Grund, nicht wie die Comex täglich über die Tresorbestände zu berichten.



 

 

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