Marktbericht: Währungschaos

Diese Woche drehte sich alles um die Währungen, wobei der schwache Euro die Schlagzeilen beherrschte.

Gestern Vormittag lag der Euro zeitweise 3 % unter dem Schlusskurs vom letzten Freitag und erreichte gegenüber dem US-Dollar den niedrigsten Stand seit 12 Jahren. Auch der Yen war schwach und näherte sich seinem im vergangenen Dezember erreichten Mehrjahrestief. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass an den Terminmärkten Gold und Silber akkumuliert werden, und bei GoldMoney haben wir in dieser Woche eine Belebung der Nachfrage nach physischem Gold festgestellt.

Gold fiel am vergangenen Freitag um mehr als 35 $ deutlich, nachdem die Preise über Nacht nicht gehalten werden konnten, was eine sich entwickelnde Dollarstärke widerspiegelte. Seitdem bewegte sich Gold seitwärts bis leicht abwärts und schloss gestern Abend etwas niedriger; Silber folgte diesem Muster. In diesem Monat ist Gold bisher um 4,5 % und Silber um 6,2 % gefallen.

Gold und Silber in diesem Monat

Da sich Silber tendenziell doppelt so stark wie Gold nach oben oder unten bewegt, stellt dies eine gute relative Entwicklung für Silber dar.

Angesichts der Prügel, die Edelmetalle zuletzt einstecken mussten, überrascht es, dass das Open Interest an der Comex für beide Metalle zunimmt. Die nächste Grafik zeigt Gold, wo dies deutlich zu erkennen ist.

Gold Open Interest Comex

Die einzige Comex-Kategorie, die offenbar ihre Long-Positionen aufstockt, sind die „Other Reportables“, zu denen Händler zählen, die in keine der anderen definierten Kategorien passen. Im Übrigen stocken die Money Manager ihre Short-Positionen auf, während Produzenten und Händler ihre reduzieren, was bei Gold in fallenden Märkten normal ist.

Der Anstieg des Open Interest bei Silber war dramatischer, wie unsere nächste Grafik zeigt.

Silber Open Interest Comex

Das Open Interest steuert wieder auf neue Höchststände zu. Auch hier geht die Kategorie „Other Reported“ zusammen mit der Kategorie „Non-reported“ long. Es sieht so aus, als würden nicht näher bestimmbare Parteien Long-Positionen aufbauen.

Was geht also vor?
Wenn das Open Interest einen steigenden Preis begleitet, deutet dies auf gesunde Kaufbereitschaft hin. Umgekehrt geht ein fallender Preis, der meist auf fehlende Gebote zurückzuführen ist, in der Regel mit einem fallenden Open Interest einher. An Wendepunkten ist das Verhältnis zwischen Open Interest und Preis ein anderes, und es sieht danach aus, als wäre dies derzeit der Fall.

Ein steigendes Open Interest bei fallendem Preis, wie es hier vorliegt, weist auf zunehmende Kaufunterstützung bei fallenden Kursen hin und zeigt uns, dass der Preistrend wahrscheinlich vor einer Wende steht. Die bullische Bedeutung dieser neuen Nachfrage wird dadurch bestätigt, dass Silber im Vergleich zu Gold Widerstand gegen weitere Kursverluste zeigt: Silber hätte um etwa 9 % fallen müssen.

Zu weiteren Meldungen von heute Morgen: Die Auslieferungen der Shanghai Gold Exchange stiegen in der Woche bis zum 6. März auf 44,52 Tonnen. Das ist mehr als in der vergleichbaren Woche nach dem Neujahrsfest 2014.

Nächste Woche

Montag

Großbritannien: Rightmove-Hauspreisindex.
USA: Empire-State-Umfrage, Kapazitätsauslastung, Industrieproduktion, NAHB-Umfrage der Hausbauer, Netto-Kapitalzuflüsse langfristiger Wertpapiere (TICS).

Dienstag

Japan: Frühindikator, zollamtlich abgefertigter Handel.
Eurozone: HVPI, ZEW (Konjunkturerwartungen).
USA: Baugenehmigungen, Baubeginne.

Mittwoch

Japan: Tagesgeldsatz der BoJ (geldpolitische Sitzung).
Großbritannien: Durchschnittsverdienste, Veränderung der Anzahl der Leistungsempfänger, Quote der Leistungsempfänger, ILO-Arbeitslosenquote, Haushaltstag.
Eurozone: Handelsbilanz.
USA: FOMC-Leitzins (Fed Funds Rate).

Donnerstag

Japan: Gesamtindex der Wirtschaftsaktivität.
Eurozone: Arbeitskostenindex.
Großbritannien: CBI-Industrietrends.
USA: Frühindikator, Philadelphia-Fed-Umfrage.

Freitag

Eurozone: Leistungsbilanz.

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