Gold und Silber gaben in dieser Woche nach: Gold fiel gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag um 11 US-Dollar auf 1.317 US-Dollar im frühen europäischen Handel am heutigen Freitagmorgen, Silber im gleichen Zeitraum um 0,10 US-Dollar auf 16,43 US-Dollar. Zeitweise fiel Gold gestern bis auf 1.303 US-Dollar und Silber bis auf 16,20 US-Dollar.
Den Ausverkauf bei den Edelmetallen können wir mit Dollarkäufen an der Comex in Verbindung bringen, wo der Dollar gegenüber anderen Währungen überverkauft war. Die Dollar-Rally ist nun vorüber, und es bleibt abzuwarten, ob noch mehr in ihr steckt. Die Gegenseite des Dollarhandels sind Rohstoffe und Edelmetalle. Die Rally des Dollars hat sich daher in einer Schwäche von Gold und Silber widergespiegelt.
Das Ganze hatte etwas Mechanisches, und man vermutet, dass Algorithmen die Preisrelationen steuern. Doch der Blick auf den Goldchart zeigt, dass das positive Bild weiterhin intakt ist und der Verkaufsdruck an der Comex offenbar weitgehend abgeklungen ist. Dies zeigt der folgende Chart.
Ich habe diesen Chart bereits mehrfach gezeigt, mit dem theoretischen Angebotsbereich, der durch die gestrichelten Linien zwischen etwa 1.360 und 1.310 US-Dollar begrenzt wird. Aus technischer Sicht war klar, dass auf den Anstieg zur Obergrenze dieser Spanne Ende Januar wahrscheinlich eine Konsolidierung folgen würde, und so kam es auch. Seitdem hat eine dreiphasige Konsolidierung stattgefunden (eingekreist), bei der zweimal die Unterstützung im Bereich von 1.300 bis 1.310 US-Dollar getestet wurde. Es sieht so aus, als habe die Korrektur nun ihre Wirkung getan, und ein weiterer Test der Marke von 1.360 US-Dollar ist wahrscheinlich. Dies wird teilweise durch unseren nächsten Chart bestätigt, der das Open Interest von Gold an der Comex zeigt.
Das Open Interest ist in etwas mehr als fünf Wochen um über 85.500 Kontrakte (266 Tonnen) gesunken. Da man in einem Bullenmarkt im Allgemeinen ein solides Open Interest erwarten kann, dürfte dies als Korrektur ausreichen, um nun eine Rally bei Gold zu stützen.
Es ist zwar leicht, sich mit diesen technischen Überlegungen zu beschäftigen, doch gibt es weitere Entwicklungen, die den Titel dieses Berichts rechtfertigen. So baut Russland seine Goldreserven weiter aus und hat im Januar weitere 20 Tonnen hinzugefügt, womit sie auf insgesamt 1.843 Tonnen steigen und damit die offiziell ausgewiesenen Reserven Chinas übertreffen.
Laut South China Morning Post führen die Chinese Gold and Silver Exchange Society und die Goldbörse Hongkongs Gespräche mit Singapur, Myanmar und Dubai, um auf den Yuan lautende Produkte zu fördern, mit Lagereinrichtungen in einer Freihandelszone nahe Shenzen. Die SCMP ließ das wichtigste Element der Geschichte aus: Diese Zusammenarbeit erfolgt im Vorfeld des neuen auf Yuan lautenden Ölkontrakts, dessen Handel am 26. März in Shanghai beginnen soll. Dies wird es Ländern wie dem Iran und auch Russland ermöglichen, über Terminkontrakte Gold für Öl anzuhäufen und den Dollar dabei vollständig zu umgehen.
Ob Russland diese Möglichkeit nutzt, um noch mehr Gold physisch zu übernehmen, wird wahrscheinlich ebenso von geopolitischen Erwägungen wie von dem Wunsch bestimmt, die Goldreserven weiter aufzubauen. Allerdings macht sich Amerika mit seinen Zöllen auf Stahl und Aluminium China im Handelsbereich zum Feind. Dies dürfte sich weiter zuspitzen, da China seine Streitkräfte ausbaut und Russland eine neue Hyperschallraketenfähigkeit angekündigt hat.
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