Die Währungskriege haben sich diese Woche verschärft und den US-Dollar gegenüber Euro, Yen und Pfund deutlich in die Höhe getrieben.
Auch kleinere Währungen werten gegenüber der Weltreservewährung gezielt ab. Laut Zerohedge haben seit dem 1. Januar 21 Zentralbanken ihre Zinsen gesenkt. Das Signal, das davon ausgeht, ist, dass Menschen überall zunehmend Geld gegenüber Waren zu bevorzugen scheinen, was gemeinhin mit Deflation in Verbindung gebracht wird.

Die Edelmetalle sind zwischen die Fronten geraten. Ursache dieses Währungskriegs ist ein starker Dollar, der zu schwachen Rohstoffpreisen beiträgt. Da westliche Analysten die Rolle der Edelmetalle an den modernen Finanzmärkten überwiegend unklar sehen, erkennen sie keinen Grund, den Kauf von Gold und Silber zu empfehlen. Im Wochenverlauf fiel der Goldpreis bis zum frühen Handel in London heute Morgen um über 1 % auf 1.196 US-Dollar, Silber um 2,5 % auf 16,12 US-Dollar. Die Details der Marktentwicklung deuten jedoch darauf hin, dass die physische Nachfrage bei fallenden Dollarpreisen weiterhin recht stark ist und die Westler zu ihrer Deckung nach wie vor ihre Tresore leeren.
Wie viel dieser Käufe auf chinesische Nachfrage entfiel, werden wir erst nächste Woche erfahren. Wir wissen jedoch bereits, dass sie während des chinesischen Neujahrsfests regelrecht eingebrochen ist: Die Auslieferungen der Shanghai Gold Exchange beliefen sich in den zwei Wochen bis zum 27. Februar auf nur 37,9 Tonnen (zuletzt lagen sie im Schnitt bei etwa 60 Tonnen pro Woche). Es wird interessant sein, zu gegebener Zeit zu erfahren, ob Russland und andere asiatische Zentralbanken diese Flaute bei der chinesischen Nachfrage genutzt haben, um ihre Währungsreserven aufzustocken.
Der Goldpreis in US-Dollar zeigt sich seit seinem Höchststand von 1.307 US-Dollar Mitte Januar schwach. In den darauffolgenden fünf Wochen ist er um mehr als 110 US-Dollar gefallen, hat damit zwei Drittel des Anstiegs seit der ersten Novemberwoche wieder abgegeben und testet nun die Unterstützung bei 1.200 US-Dollar. Der in Dollar gemessene starke Rückgang bedeutet, dass der Goldpreis auch in den anderen wichtigen Währungen gefallen ist. Dennoch ist zu beachten, dass Gold seit dem Tiefpunkt der Baisse netto weiterhin 18,75 % in Euro und 12,3 % in Yen im Plus liegt. In Pfund Sterling liegt Gold netto 10 % im Plus (ähnlich wie in US-Dollar). Gold in diesen drei Währungen, auf den 31. Oktober umbasiert, zeigt die folgende Grafik.

Gestern kündigte Mario Draghi an, dass das QE-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) mit monatlichen Käufen von Wertpapieren des öffentlichen und privaten Sektors im Umfang von 60 Mrd. € am Montag beginnen werde. Sollten nicht genügend Wertpapiere des öffentlichen Sektors verfügbar sein, werden ersatzweise andere Käufe getätigt. Trotz der erklärten Absicht, dass diese Käufe marktneutral sein sollen, werden sie zwangsläufig die Liquidität einschränken und die Anleihenrenditen noch unter das heutige Niveau drücken. Aus Anlagesicht dürfte die Ankündigung der EZB auch ein positiver Faktor für Edelmetalle sein, da Einwohner der Eurozone mit einem schwächeren Euro rechnen können und die Zinskosten für das Halten von Gold und Silber weiter sinken.
Die globale Geldmengenausweitung wird bald noch einen Gang höher schalten.
Nächste Woche
Montag
Eurozone: Sentix-Index.
Japan: Geldmenge M2, Economy-Watchers-Umfrage.
Dienstag
USA: Großhandelsbestände.
Japan: Maschinenaufträge (Kernaufträge).
Mittwoch
Großbritannien: Industrieproduktion, Produktion des Verarbeitenden Gewerbes, NIESR-BIP-Schätzung. USA: Haushaltsdefizit.
Japan: METI-Index der Tertiärsektor-Aktivität.
Donnerstag
Japan: Verbrauchervertrauen.
Großbritannien: Handelsbilanz. Eurozone: Industrieproduktion.
USA: Importpreisindex, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Einzelhandelsumsätze, Unternehmensbestände.
Freitag
Japan: Kapazitätsauslastung, Industrieproduktion (endgültig).
Großbritannien: Bauproduktion. USA: Erzeugerpreisindex.