Marktbericht: Starker Dollar belastet Edelmetalle

Die Edelmetalle mussten eine Woche zunehmender Dollarstärke verkraften, die zumindest teilweise auf spezifische Probleme von Euro, Yen und Pfund zurückzuführen ist. Infolgedessen ist Gold im Wochenverlauf um weitere 30 $ gefallen, Silber um etwa 0,70 $. Die erste Grafik zeigt Gold und das Open Interest an der Comex.

GoldOpenInterest 12092014

In den vergangenen zwei Wochen ist der Goldpreis gefallen, während das Open Interest gestiegen ist: Mit anderen Worten, der Markt wurde mit Papiergold überschwemmt. Dies zeigt die zweite Grafik zu den Short-Positionen der Managed Money.

MMGoldShorts 12092014


Die Position vom vergangenen Dienstag (in dieser Grafik noch nicht enthalten) wird heute nach Börsenschluss veröffentlicht, und ich erwarte, dass diese Short-Positionen auf etwa 70.000 Kontrakte steigen. Angesichts der Entwicklung der letzten Tage würde ich erwarten, dass dieses Short-Interesse derzeit auf einem neuen Rekordniveau liegt. Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres setzen Hedgefonds und andere Fondsmanager alles auf einen fallenden Goldpreis.

Üblicherweise ist es vernünftig, in einen stark überverkauften Markt einzusteigen, und genau das tun die Edelmetallbanken, was sich in einem Rückgang der Netto-Swap-Short-Position in der dritten Grafik widerspiegelt.

GoldSwaps 12092014

Auch diese Zahlen werden heute Abend aktualisiert, und ich erwarte, dass die Netto-Short-Positionen unter 50.000 Kontrakte sinken; heute liegen sie wahrscheinlich bei weniger als 30.000 Kontrakten.

Der Zusammenhang zwischen der Spekulation der Geldmanager und den Edelmetallbanken ist eindeutig. Die Edelmetallbanken sind die Profis, und sie kaufen. Die Geldmanager verkaufen zunehmend zu spät, nachdem die Preise bereits gefallen sind. Das Signal, dass die Edelmetallbanken ihre Short-Positionen schließen, ist wahrscheinlich ein wichtigerer Indikator für künftige Preise, als den Geldmanagern blind zu folgen.

Dennoch hat die aktuelle Stärke des Dollars eine neue Portion Unsicherheit in die Edelmetallpreise gebracht. Vorerst handelt es sich eher um eine Schwäche der wichtigen Währungen, insbesondere von Euro, Yen und Pfund, als um eine Dollarstärke. Sollten sich Anzeichen für größere Verschiebungen zugunsten des Dollars zeigen, könnten die Märkte auf eine größere Währungsinstabilität hindeuten, woraufhin die Fed erwägen dürfte, wie sie dem deflationären Effekt auf die US-Inlandspreise entgegenwirken kann. Das dürfte nach der gegenwärtigen Phase der Unsicherheit grundsätzlich positiv für Gold sein.

Das Open Interest bei Silber wächst stark, da die Bären ihre Short-Positionen ausbauen. Die vorläufigen Zahlen für gestern bringen das Open Interest auf ein neues Rekordniveau.

SilverOpenInterest 12092014

Und hier sind die Leerverkäufer auf dem besten Weg, Silber in einen historisch überverkauften Bereich zu drücken, was angesichts der explosionsartigen Zunahme des Open Interest in den letzten Tagen mit ziemlicher Sicherheit der Fall ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Während die Währungsinstabilität kurzfristig Unsicherheit über den Preisausblick für Gold und Silber geschaffen hat, überwiegen die Käufer, die gewinnbringende Short-Positionen glattstellen wollen, die Verkäufer bei Weitem.
Stark überverkaufte Terminmärkte dürften eher zu einer unerwarteten technischen Erholung führen als zu nennenswerten weiteren Kursverlusten, da sich die rückläufige Aktivität offenbar auf die Papiermärkte konzentriert, während die physische Nachfrage unvermindert anhält.

Nächste Woche

Montag.

Eurozone: Handelsbilanz.
USA: Empire-State-Umfrage, Kapazitätsauslastung, Industrieproduktion.

Dienstag.

Großbritannien: Verbraucherpreisindex, Einkaufspreise, Erzeugerpreise, ONS-Immobilienpreise, Erzeugerpreise (Kern).
Eurozone: Arbeitskostenindex, ZEW-Konjunkturerwartungen.
USA: Erzeugerpreisindex, Netto-TICS-Kapitalflüsse (langfristig).

Mittwoch.

Großbritannien: Durchschnittsverdienste, Zahl der Leistungsbezieher, ILO-Arbeitslosenquote.
Eurozone: HVPI.
USA: Verbraucherpreisindex, Leistungsbilanz, NAHB-Umfrage unter Bauunternehmern, Leitzins (Fed Funds Rate).
Japan: Verzollter Handel.

Donnerstag.

Großbritannien: Einzelhandelsumsätze.
USA: Baugenehmigungen, Baubeginne, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Schottland stimmt über die Unabhängigkeit ab.

Freitag.

Japan: Index der Gesamtwirtschaftsaktivität, Frühindikator (endgültig).
Eurozone: Leistungsbilanz.
USA: Frühindikator.

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