Marktbericht: Stärke des Dollars

Gold- und Silberpreis bis Mai

An den Märkten drehte sich diese Woche alles um die erneute Stärke des Dollars, während die Edelmetalle ins Abseits gerieten. Die einzige nennenswerte Bewegung war am Dienstag, als Gold nach den Feiertagen in den USA und Großbritannien am Montag 20 $ und Silber 40 Cent verlor.

Der Grund für den plötzlichen Rückgang war, dass der Dollar gegenüber dem Euro, dem ein möglicher Austritt Griechenlands droht, sowie gegenüber dem Yen anzog, Letzteres aus nicht näher genannten Gründen, abgesehen davon, dass die jüngste Konsolidierung beendet zu sein scheint. Beim Yen wurde die Chartmarke von 123 ¥ deutlich durchbrochen, womit der Weg für einen Anstieg über 130 € frei ist (man beachte, dass eine höhere Zahl einen schwächeren Yen bedeutet).

Heute früh hatte Gold auf Wochensicht netto 15 $ auf 1.190 $ verloren, Silber netto 35 Cent auf 16,75 $.

Die Dollarstärke vom letzten Dienstag drückte Gold und Silber durch die Unterstützungsmarken bei 1.200 $ bzw. 17 $, als gäbe es sie gar nicht. Dies kann zu weiterer Schwäche führen, weil spekulative Positionen im Vertrauen darauf aufgebaut wurden, dass die Unterstützungsmarken halten. Die nächste Grafik zeigt die Positionierung bei Silber-Terminkontrakten an der Comex (die gepunktete Linie ist der Durchschnitt der Netto-Long-Positionen seit 2006).

Verwaltete Short-Positionen

Dieser Markt ist nun eindeutig überkauft und anfällig für eine Korrektur. Das ist jedoch nicht die ganze Geschichte, denn die US-Importe von Silber haben sich in den vergangenen Monaten offenbar beschleunigt, was darauf hindeutet, dass jemand zu unbekannten Zwecken eine physische Position aufbaut. Wenn der Dollar gegenüber anderen Währungen weiter an Stärke gewinnt, besteht dennoch offenbar eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Silber weiter nachgibt. Die Positionierung bei Gold ist weniger exponiert als bei Silber, und da sich in der Eurozone die Lage um Griechenland der Entscheidung nähert, gibt es jeden Grund für die Long-Positionen, vorerst dabeizubleiben.

Unsere letzte Grafik zeigt Gold seit Jahresbeginn, bewertet in anderen Währungen.

Goldpreis

Während Gold in US-Dollar seit Jahresbeginn nur um 0,5 % gestiegen ist, legte es in Euro um 11 %, in Yen um 4 % und in Pfund Sterling um 2,5 % zu.
In dieser Woche wurde bekannt, dass Chinas Goldbergbauindustrie die Gründung eines Goldinvestmentfonds mit einem Volumen von 16 Mrd. US-Dollar plant, der einen Teil seiner Liquidität in physisches Gold oder Gold-ETFs anlegen könnte. Dies scheint eine Initiative zu sein, mit der China seine Vormachtstellung in der Branche auf dem eurasischen Kontinent ausbauen und seine staatlichen Raffinerien versorgen will. Diese Ankündigung weist, zusammen mit der Aussage eines hochrangigen russischen Zentralbankers, Russland erwerbe Gold als Reservewert „frei von rechtlichen und politischen Risiken“, den Weg zu einer möglichen Wiedereinführung von Gold als stabilisierendem Faktor für die panasiatischen Handelswährungen.

Nächste Woche

Montag

Japan: Fahrzeugverkäufe
Eurozone: Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes
Großbritannien: CIPS/Markit-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes
USA: Kern-PCE-Index, persönliche Einkommen, persönliche Ausgaben, Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes, Bauausgaben, ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes

Dienstag

Großbritannien: BoE-Hypothekengenehmigungen, Nettoverbraucherkredite, besicherte Kreditvergabe, CIPS/Markit-Einkaufsmanagerindex für das Baugewerbe, Geldmenge M4
Eurozone: HVPI-Schnellschätzung, Erzeugerpreisindex
USA: Auftragseingänge der Industrie, IBD-Verbraucheroptimismus, Fahrzeugverkäufe.

Mittwoch
Großbritannien: Nationwide-Hauspreisindex
Eurozone: Composite-Einkaufsmanagerindex, Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen, Einzelhandelsumsatz, Arbeitslosigkeit, EZB-Einlagensatz, EZB-Refinanzierungssatz
USA: ADP-Beschäftigungsbericht, Handelsbilanz, ISM-Index des nichtverarbeitenden Gewerbes.

Donnerstag
Großbritannien: Leitzins
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Produktivität außerhalb der Landwirtschaft (endgültig), Lohnstückkosten (endgültig).

Freitag
Japan: Frühindikator
Großbritannien: Halifax-Hauspreisindex
Eurozone: BIP (2. Schätzung)
USA: Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft, Beschäftigung im Privatsektor, Arbeitslosigkeit, Verbraucherkredite.

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