
Gold und Silber hatten eine bessere Woche, mit einem außergewöhnlich starken Montag. Gold setzte seine tägliche schrittweise Verbesserung fort, während Silber nach einem enthusiastischen Anstieg auf 28,75 $ am Dienstag anschließend wieder nachgab. Im europäischen Handel heute Morgen lag Gold bei 1.877 $, ein Plus von 34 $ gegenüber dem Schlusskurs vom letzten Freitag. Silber notierte bei 27,75 $, netto 72 Cent höher im gleichen Zeitraum.
Das Volumen bei Comex-Gold war so hoch wie seit Monaten nicht mehr, was teilweise die Kontraktverlängerungen vom auslaufenden aktiven Juni-Monat in den August widerspiegelt. Auch das Open Interest ist in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Dies ist unsere nächste Grafik.

Dies ist ein Rückschlag für die Swaps (die Handelsabteilungen der Edelmetallbanken) bei ihrer Kampagne zur Auflösung ihrer Short-Positionen, denn ohne eine Zunahme der Absicherungsgeschäfte der Produzenten wird der Anstieg des Open Interest vollständig durch eine Ausweitung der Short-Position der Swaps ausgeglichen. Angesichts der neuen Basel-3-Regeln werden die Vorgesetzten der Händler in den Treasury-Abteilungen ihrer Banken die Händler anweisen, ihre offenen Positionen nicht auszuweiten, mit dem Ziel, sie in den nächsten sechs Monaten vollständig aufzulösen. Der Grund ist, dass ihre Londoner Handelsabteilungen vor der britischen Regulierungsfrist vom 1. Januar 2022 keine Positionen mehr eingehen dürfen. Diese Frist gilt für alle LBMA-Mitglieder, die auch die große Mehrheit der Swaps-Händler an der Comex stellen. Dasselbe Problem betrifft ihre Silberpositionen, wobei der Markt weitaus weniger liquide ist und die möglichen Preiseffekte voraussichtlich dramatischer ausfallen.
Auch wenn es sich nicht abschließend ausschließen lässt, schwindet die Hoffnung, einen Weg um die neuen Vorgaben zur strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio) zu finden, mit der nahenden Frist für europäische Banken in weniger als sechs Wochen. Sollte die britische Aufsichtsbehörde sich weigern, der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zu folgen, um die LBMA zu schützen, ist ein heftiger Streit unausweichlich. Man muss daher davon ausgehen, dass es so kommen wird und die Bankmitglieder der LBMA sich sowohl aus dem Abwicklungssystem als auch aus dem Eigenhandel mit Positionen zurückziehen werden. Damit werden auch nahezu alle Swaps an der Comex aufgelöst.
Der Edelmetallmarkt wird sich an die starke Verringerung der ausstehenden Mengen an Papiergold anpassen müssen, wodurch ein Teil der Papiernachfrage in die physischen Märkte verlagert wird. Die Preiseffekte werden eine Umkehr von fast vier Jahrzehnten der Preisunterdrückung bei Gold, Silber und Rohstoffen im Allgemeinen widerspiegeln, die durch die Ausweitung eines künstlichen Angebots seitens der Banken zur Abwehr spekulativer Käufe bewirkt wurde.
Zu weiteren Nachrichten: Der FOMC gab eine Erklärung ab, in der er einräumte, dass die Unsicherheiten hinsichtlich seiner Prognose zugenommen haben, seine Erwartungen für die Gesamtinflation von 2 % jedoch unverändert geblieben sind. Dies geschieht trotz massiver Preisanstiege bei Rohstoffen, Arbeitskräftemangel und anhaltender logistischer Störungen. Nach der FOMC-Erklärung rutschte der handelsgewichtete Dollar-Index in Richtung neuer Tiefststände. Dies ist unsere letzte Grafik.

Erwähnenswert ist außerdem, dass Kryptowährungen in dieser Woche stark eingebrochen sind; Bitcoin fiel auf 30.000 $ von seinem Hoch im April bei 65.000 $. Derzeit notiert er bei 40.300 $, doch es sieht so aus, als sei dieser Aufwärtstrend, ebenso wie der von Ether, gebrochen. Darüber hinaus gibt es erste Anzeichen dafür, dass Aktienindizes wie der S&P 500 an Aufwärtsdynamik verlieren. Wie es in der alten Börsenweisheit heißt: Sell in May and go away.
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