Marktbericht: Solide Nachfrage nach Edelmetallen

Grafik 1 16102015

Die Edelmetallpreise stiegen im Wochenverlauf, wobei Gold um 30 $ und Silber um 32 Cent zulegte.

Platin schloss gestern auf Wochensicht mehr als 50 $ im Plus, Palladium blieb unverändert. Silber liegt im Jahresvergleich nun 4 % im Plus, Gold steht auf dem Ausgangsniveau.

Getrieben wurden die Edelmetallpreise von der Dollarschwäche, und der viel beachtete US-Dollar-Index (DXY) ist nun technisch anfällig für einen deutlichen Rückgang. Diese Schwäche passt zu der allmählichen Erkenntnis, dass Zinserhöhungen beim Dollar auf unbestimmte Zeit aufgeschoben sind. Darüber hinaus beginnt der übliche Chor keynesianischer Ökonomen, von der Notwendigkeit negativer Zinsen zu sprechen, die vermutlich einen erheblichen Dollarrückgang und einen entsprechenden Anstieg der Rohstoffpreise sicherstellen würden und so die von ihnen gewünschte Preisinflation herbeiführten.

Negative Zinsen würden das Halten von Dollar-Bargeld teurer machen als das Halten von Gold, mit offensichtlichen Folgen für die Preise. Es ist daher folgerichtig, dass der Pessimismus gegenüber Gold und Silber, der an den Terminmärkten bis vor Kurzem vorherrschte, einer echten Kaufnachfrage weicht. Die nächste Grafik zeigt, wie sich dies bei den Comex-Terminkontrakten für Gold niedergeschlagen hat, wo ein steigender Preis durch einen Anstieg des Open Interest gestützt wurde.

Grafik 2 16102015

Der Goldpreis ist inzwischen um knapp 10 % gestiegen, vom Tief vom 24. Juli bei 1.078 US-Dollar bis zum gestrigen Schlusskurs von 1.183 US-Dollar. Interessant ist der Anstieg seit dem Tief vom 11. September, als das Open Interest zu steigen begann. Zuvor schien dem Anstieg die Überzeugung zu fehlen, doch seit diesem Datum ist die Zunahme des Open Interest deutlich zu erkennen. Das zeigt uns, dass sich der Charakter des Marktes grundlegend von dem früheren unterscheidet: Es wird die ganze Woche über gekauft, und man würde nun freitags Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende erwarten. In diesem Zusammenhang war ein anfänglicher Rückgang um 4 US-Dollar im frühen europäischen Handel heute Morgen zu erwarten, ebenso die Aussicht auf einige Gewinnmitnahmen im Tagesverlauf.

Sollte Gold stattdessen bis zum heutigen Handelsschluss auf über 1.185 US-Dollar steigen, könnte dies als äußerst bullishe Bewegung gewertet werden. Auch wenn dies nicht eintritt, ist es eine gute Nachricht für Gold, wenn sich echte Käufe entwickeln, und die Händler passen ihr spekulatives Verhalten entsprechend an. Allerdings halten die Commercials (insbesondere die Banken und Swap-Händler) inzwischen Short-Positionen und werden mit Sicherheit jede Gelegenheit nutzen, die Preise zu drücken und Stopps auszulösen. Obwohl der Preisanstieg bisher relativ undramatisch verlief, können wir daher in den kommenden Wochen mit zunehmender Volatilität rechnen.

Die Grafik zum Comex-Open-Interest bei Silber zeigt im Wesentlichen dasselbe Bild wie bei Gold, wobei der Preisanstieg im Verhältnis zur allmählicheren Zunahme des Open Interest kräftiger ausfiel und etwas früher als bei Gold erfolgte.

Grafik 3 16102015

Nächste Woche

Montag

Eurozone: Bauproduktion.
Großbritannien: CBI-Geschäftsoptimismus.
USA: NAHB-Index zum Wohnungsmarkt.

Dienstag

USA: Baugenehmigungen, Baubeginne.

Mittwoch

Japan: Handelsbilanz, Index der Gesamtwirtschaftsaktivität.
Großbritannien: Nettokreditaufnahme des öffentlichen Sektors.
USA: Hypothekenanträge, EIA-Rohölbestände.

Donnerstag

Japan: Investitionen in ausländische Anleihen.
Großbritannien: Einzelhandelsumsätze.
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Verkäufe bestehender Wohnimmobilien.

Freitag

Japan: Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes, Frühindikator (endgültig).
Eurozone: Markit-Composite-Einkaufsmanagerindex.
USA: Markit-Composite-Einkaufsmanagerindex, Frühindikator.

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