Marktbericht: Silbers Achterbahnfahrt

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Unsere Titelgrafik sagt alles.

Die ersten zwei Wochen des Jahres 2016 waren für Edelmetalle volatil: Gold liegt bis heute Morgen (Freitag) europäischer Zeit 2,3 % im Plus, Silber ist exakt unverändert. Alle Märkte waren in dieser Woche volatil, die Energiemärkte besonders. West Texas Intermediate fiel auf ein Tief von knapp unter 30 Dollar, ein Minus von 21 % seit dem 1. Januar. Gemessen an Öl und anderen Industrierohstoffen haben sich Edelmetalle daher recht gut gehalten.

Für schwächere Währungen war es eine schlechte Zeit, insbesondere für den Kanadischen Dollar, den südafrikanischen Rand, die türkische Lira und den saudischen Riyal. Diese vier Währungen genossen ohnehin kein großes Ansehen am Markt; CAD und SAR wurden zudem vom fallenden Ölpreis stark getroffen, und bei allen vieren kommt eine negative politische Dimension hinzu. In diesen Währungen dürften sich Edelmetalle gut entwickelt haben.

Die pessimistischen Stimmen in Finanzkreisen werden weiterhin von der Sorge um China dominiert, wobei sich die Analysten auf die Turbulenzen an den Aktienmärkten und die sich abschwächende Wirtschaft fixieren. Am Mittwoch wurden sie jedoch von den chinesischen Handelsdaten überrascht, die erstmals seit vergangenem Juni wieder steigende Exporte auswiesen. Unabhängig davon gibt es Hinweise darauf, dass viele chinesische Unternehmen ihre Verschuldungsprobleme bereits angegangen sind; das Institute of International Finance meldet einen deutlichen Rückgang der auf US-Dollar lautenden Schulden Chinas. Daraus lässt sich ableiten, dass der Pessimismus gegenüber China und damit gegenüber dem gesamten Rohstoffkomplex möglicherweise übertrieben ist.

Dies geschieht zu einer Zeit, in der Russland, des Umstands überdrüssig, dass der Ölpreis in US-Dollar notiert und kontrolliert wird, für seine Ölmärkte eine Preisstellung in Rubel einführt. Im heutigen pessimistischen Umfeld mag das unwichtig erscheinen, doch wenn der Ölpreis zu steigen beginnt, was mit Sicherheit geschehen wird, wird die Vormachtstellung des Dollars erheblich beeinträchtigt sein.

Wir wenden uns nun Silber zu, das sich in den vergangenen Wochen ungewöhnlich verhalten hat, als werde der Markt von einem einzigen Käufer bei 13,80 $ und einem einzigen Verkäufer bei 14,40 $ beherrscht. Was geht also vor? Die folgende Grafik zeigt die Brutto-Short-Position der Kategorie der Geldmanager (Hedgefonds) an der Comex.

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Diese Short-Positionen sind nicht nur historisch hoch; auffällig ist auch, dass die Ausschläge von einer Basislinie von 10.000 Kontrakten seit der ersten Jahreshälfte 2013 zunehmend heftiger geworden sind. Es scheint also, dass die Hedgefonds immer größere Wetten auf fallende Kurse eingehen. Demnach hat sich der Terminmarkt offenbar in Richtung dieser instabilen Aktivität polarisiert.

Silber ist seit geraumer Zeit schwächer als Gold, was überwiegend auf die relative Volatilität zurückzuführen ist und sich im Gold-Silber-Verhältnis widerspiegelt, das in der nächsten Grafik dargestellt ist.

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Solange der Abwärtstrend des Silberpreises relativ zu Gold intakt bleibt, wird auch der Aufwärtstrend des Gold-Silber-Verhältnisses anhalten. Die zunehmende Spekulation der Hedgefonds deutet jedoch darauf hin, dass dieses Spiel schon lange läuft und reif für eine Umkehr ist. Die tägliche Kursentwicklung zeigt, dass es bei etwa 13,80 $ eine solide Untergrenze gibt, die zweifellos von einem großen Käufer gestützt wird.

Wenn Gold sich festigt und der Dollar schwächer wird, was nur eine Frage der Zeit ist, könnte die Kursentwicklung bei Silber plötzlich und explosiv verlaufen. Bei einem Verhältnis von knapp 80 sollte man bedenken, dass die frühere monetäre Relation bei etwa 16 lag.

Die physischen Goldauslieferungen an die Öffentlichkeit über die Shanghai Gold Exchange beliefen sich im vergangenen Jahr auf insgesamt 2.596,37 Tonnen, 7,62 % mehr als 2014 und ein neuer Rekord.

 

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