
Die Bewegung beim Gold zieht sicherlich die Aufmerksamkeit institutioneller Anleger weltweit auf sich, die sich so lange Gelassenheit leisten konnten, wie der Goldpreis unter 1.360 US-Dollar gedeckelt war. Diese Zeiten sind vorbei, und sie sind nun in einem Vermögenswert untergewichtet, der ihnen eine neue Geschichte erzählt. Der Trend zu niedrigeren US-Dollar-Zinsen hat an Dynamik gewonnen: John Williams, Präsident der New Yorker Fed, sagte gestern, die Fed solle rasch handeln, unter anderem durch eine Rückführung der Zinsen auf null.
Dies wurde als geldpolitische Ankündigung gedeutet, was vorschnell ist, doch es hat die Märkte für den Ernst der Rezessionsgefahr und die Möglichkeit einer Zinssenkung der Fed Funds Rate um zwei Stufen bereits in diesem Monat sensibilisiert.
Wie gehen jene vor, die noch nicht in Gold investiert sind? Sie werden den Goldchart im Hinblick auf den richtigen Einstiegszeitpunkt betrachten. Die technische Lage ist unten dargestellt.

Gold befindet sich eindeutig in einem Bullenmarkt und muss nach diesem plötzlichen Sprung stark überkauft sein. Dennoch dürfte das mögliche Überhangpotenzial von Anlegern, die erst noch verarbeiten müssen, was geschieht, enorm sein.
Es gibt weitere Faktoren. Zentralbanken werden ihre Allokation der Reservewerte prüfen, wie eine gestern veröffentlichte YouGov-Umfrage im Auftrag des World Gold Council zeigt. Demnach beabsichtigen die Zentralbanken der Schwellen- und Entwicklungsländer, ihre Goldreserven in diesem Jahr in ähnlichem Tempo wie im Vorjahr zu erhöhen, als die Zentralbanken 651 Tonnen hinzufügten. Der naheliegende Schluss ist, dass die Nachfrage der Zentralbanken in diesem Jahr ein vergleichbares Ergebnis erbringen wird.
Die Umfrage wurde am 17. Juni abgeschlossen, als Gold bei 1.340 US-Dollar stand. Dies wirft die Frage auf, wie sich die seitherige Preisentwicklung des Goldes auf die Absichten ausgewirkt hat. Einen Hinweis liefern möglicherweise die übrigen Ergebnisse der Umfrage, insbesondere in Bezug auf den Renminbi. Hier erwarten mehr als drei Viertel der Zentralbanken, dass sich der Anteil der chinesischen Währung in den nächsten fünf Jahren erhöht, wobei ein Drittel eine deutliche Verschiebung erwartet. Während die Befragten bei den Anteilen von Dollar und Euro weitgehend unentschlossen wirkten, deutet die Gesamtaussage darauf hin, dass sich die geopolitischen Platten weg vom „König Dollar“ verschieben.
Das mag keine Überraschung sein. Doch da sich die US-Dollar-Zinsen der Nullgrenze nähern und Präsident Trump seinen neuen Vorstoß für einen schwächeren Dollar fortsetzt, werden die Zentralbanken ihre Goldreserven womöglich schneller aufstocken wollen, als die Umfrage anzeigt. Dies könnte mit der wachsenden Nachfrage der breiten Öffentlichkeit nach physisch hinterlegten ETF-Beständen kollidieren.
Unser letzter Chart zeigt den Bullenmarkt des Goldes in den vier wichtigsten Währungen.

In Pfund Sterling ist es um 63,2 % gestiegen, in US-Dollar um 37,4 %, in Euro um 32,4 % und in japanischen Yen um 20,4 %. Natürlich ist die bessere Sichtweise, dass die Papierwährungen an Wert verlieren.
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