
Die Gold- und Silberpreise sind diese Woche gestiegen, wobei Silber Gold deutlich übertraf. Gold legte gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag um 40 $ zu und notierte heute im morgendlichen europäischen Handel bei 1.879 $, während Silber im gleichen Zeitraum um 1,78 $ auf 25,77 $ sprang. Handelsvolumen und Open Interest an der Comex zogen bei beiden Metallen an.
Unsere nächste Grafik zeigt das Gold-Silber-Verhältnis, das in dieser Woche deutlich gefallen ist und die bessere Wertentwicklung von Silber widerspiegelt.

Nach einer Konsolidierungsphase seit Ende September bewegt sich das Verhältnis wieder abwärts. Nachdem es im vergangenen März, noch vor der Senkung des Leitzinses (Federal Funds Rate) durch die Fed auf null, einen Höchststand von 124 erreicht hatte, liegt es jetzt bei 72. Der Grund für diese bessere Wertentwicklung ist ungewöhnlich. Gold hat sich schwächer entwickelt als wichtige Rohstoffe wie Industriemetalle und einige bedeutende Agrarrohstoffe, während Silber mit ihnen gelaufen ist. In einer Zeit, in der andere Inflationsschutz-Anlagen wie Kryptowährungen und Aktien Gold übertroffen haben, sehen Kommentatoren Gold nun als eine Art Randerscheinung.
Was dabei nicht gesehen wird, sind die Eigeninteressen. Während Institutionen in Aktien-Bullenmärkten im Großen und Ganzen angemessen positioniert sind, hat kaum eine von ihnen Positionen in Kryptowährungen. Es ist die plötzliche Erkenntnis der Angebots- und Nachfragedynamik von Bitcoin im Verhältnis zu Fiat-Währungen, die die Preise in vergleichsweise dünnen Märkten antreibt. Bei Gold ist das anders.
Das Establishment der Edelmetallbanken ist an der Comex netto nahezu auf Rekordniveau short positioniert, wie unsere nächste Grafik zeigt. Die Kategorie „Swaps“ steht für die Handelsabteilungen der Edelmetallbanken.

Nach Abzug der Long-Kontrakte war diese Kategorie am 8. Dezember mit 197.850 Kontrakten netto short; das sind die zuletzt verfügbaren Zahlen (heute um 15:30 Uhr EST erhalten wir eine Aktualisierung). Ein moderater Anstieg des Open Interest an der Comex seit diesem Datum deutet darauf hin, dass sich diese Netto-Short-Position erhöht haben dürfte.
In früheren Zeiten, als Comex-Futures zur Absicherung von Netto-Long-Positionen im Londoner Terminhandel dienten, wäre das unerheblich gewesen. Doch obwohl die LBMA Rekordbestände an eingelagertem Gold in London meldet, bleibt nach Abzug des für Zentralbanken reservierten Edelmetalls sowie des für ETFs und große Privatanleger verwahrten Edelmetalls nur sehr wenig Liquidität in den Londoner Tresoren.
Der Wert dieser scheinbar unmöglichen Netto-Short-Position beträgt derzeit über 37 Mrd. $, verteilt auf 31 Händler; ihre Brutto-Short-Position liegt bei rund 51 Mrd. $. Wenn sich Anstiege des Goldpreises nicht eindämmen lassen, dürfte dies ernste Folgen für die Edelmetallbanken und möglicherweise für die Integrität der Edelmetallmärkte in Nordamerika und London haben.
Offenkundig liegt es im Eigeninteresse des Establishments der Edelmetallbanken, den Goldpreis in einer Zeit rasch zunehmender Geldmengeninflation niedrig zu halten. Die Lage bei Silber, wo die Swaps mit 13.653 Kontrakten im Wert von 1,8 Mrd. $ netto short sind, verteilt auf 20 Händler, ist weniger ernst; dem steht jedoch die im Vergleich zu Gold geringere Marktliquidität gegenüber, die berücksichtigt werden muss.
Die Schlussfolgerung daraus lautet: Silber, das für das Establishment der Edelmetallbanken weniger im Fokus der Steuerung steht, geht Gold voran. Es ist zunehmend schwer vorstellbar, wie der Goldpreis in einer Zeit rasch zunehmender Geldmengeninflation weiter unterdrückt werden kann.
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