
Die Edelmetalle gaben diese Woche leicht nach. Gold verlor gegenüber dem Schlusskurs vom letzten Freitag weitere 13 US-Dollar und notierte heute Morgen (Freitag) in Europa bei 1.267 US-Dollar. Silber verlor im gleichen Zeitraum 30 Cent und notierte bei 16,73 US-Dollar.
Die Preise wurden von der anhaltenden Rally des Dollars getrieben, der damit die Verluste seit seinem Höchststand im vergangenen Dezember festigt, als der Goldpreis bei 1.151 US-Dollar seinen Tiefpunkt erreichte. Die Dollar-Rally erhielt gestern etwas mehr Schwung, als die EZB ankündigte, ihr Programm zum Ankauf von Vermögenswerten bis September nächsten Jahres zu verlängern. Der Euro fiel gegenüber der gestrigen Eröffnung am Morgen um zwei Cent, und die Mittelzuflüsse in den Dollar schwächten auch andere Währungen.
Es ist offensichtlich, dass der Dollar die Gold- und Silberpreise bestimmt und die Metalle nicht aufgrund ihrer eigenen Vorzüge gehandelt werden. Natürlich betrachten wir die Dinge normalerweise nicht auf diese Weise. Setzt der Dollar seine Rally jedoch fort, dürften Gold und Silber weiter nachgeben.
Anhand der Comex-Daten erscheint keines der beiden Metalle überverkauft. Dies zeigt unsere nächste Grafik zur Netto-Position der Kategorie „Managed Money“ bei Gold.
Der letzte Wert (17. Oktober) lag bei 169.515 Kontrakten und damit moderat überkauft im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt von 114.000 Kontrakten. Es gibt hier eindeutig noch einige anfällige Positionen, die bereinigt werden müssen. Eine andere Möglichkeit, das Engagement an der Comex zu betrachten, ist das Open Interest, und auch hier scheint es Spielraum dafür zu geben, dass Spekulanten zur Aufgabe ihrer Positionen gezwungen werden.

Der langfristige Durchschnitt des Open Interest liegt bei 440.000 Kontrakten. Die Dollar-Inflation hebt diesen Wert heute wahrscheinlich auf etwa 475.000, doch selbst dann zeigt das aktuelle Open Interest von 526.000, dass Spielraum für einen Rückgang besteht. Das Open Interest sinkt, wenn Spekulanten (d. h. Hedgefonds der Kategorie „Managed Money“) ihre Long-Positionen schließen und die Edelmetallbanken ihre Short-Positionen eindecken.
Einer der Faktoren, die den Zeitpunkt der Auflösung bestimmen, ist der Verfall des aktiven Kontrakts, der bei Gold derzeit im Dezember liegt. Das bedeutet, dass der beste Zeitpunkt, um spekulierende Anleger zum Schließen ihrer Long-Positionen zu bewegen, der November sein wird. Entsprechend können wir in den kommenden Wochen Versuche der Edelmetallbanken erwarten, Stop-Loss-Aufträge auszulösen. Ein weiterer Faktor ist der Jahreswechsel, wenn die Handelsbücher geschlossen und die Boni festgelegt werden. Es kann kaum Zweifel daran geben, dass diese Faktoren den Zeitpunkt der Gold- und Dollar-Bewegungen an der Comex beeinflussen, wobei in den letzten zwei Jahren jeweils Mitte Dezember Wendepunkte erkennbar waren.
Man sollte bedenken, dass Hedgefonds-Manager glauben zu wissen, was geschieht, wenn sie Gold und den Dollar handeln. In Wirklichkeit sind sie wie wir alle leicht von Trends zu überzeugen. Unsere letzte Grafik zeigt, wohin die Preise fallen müssten, damit sie jede Hoffnung aufgeben.
Dies würde wahrscheinlich eintreten, wenn der 200-Tage-Durchschnitt unterschritten wird, da die nächste Preisunterstützung dann im Bereich von 1.210 US-Dollar gesehen würde. Das würde den Edelmetallbanken sicher gefallen!
Doch es wird alles vom Dollar abhängen.
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