Es mag noch zu früh sein, die Korrektur der Edelmetallpreise, die auf einen beeindruckenden, am 11. Februar beendeten Anstieg folgte, für abgeschlossen zu erklären, doch die Entwicklung des Goldpreises in dieser Woche war positiv.
Mindestens zweimal scheiterten Versuche von Marktmachern, Spekulanten aus ihren Long-Positionen zu drängen, und lösten stattdessen nur weitere Käufe bei Kursrückgängen aus.
Das markanteste Beispiel war der Sonntagabend zu US-Handelszeiten, der in den asiatischen Zeitzonen dem Montagshandel entspricht. Zu dieser Zeit gibt es nur wenige natürliche Marktteilnehmer bei Comex/Globex-Futures, sodass die Bewegung mit großer Wahrscheinlichkeit von professionellen Händlern mit Short-Positionen inszeniert wurde, die eine maximale Wirkung auf den Goldpreis erzielen wollten. Die Bullen haben zwar Grund, sich über das anschließende Scheitern zu freuen, sollten sich aber bewusst sein, dass Marktmacher diese Taktik erneut versuchen werden.
Es wird zunehmend wahrscheinlicher, dass sich Gold in der Frühphase eines neuen Bullenmarktes befindet. Etablierte Analysten, die den Marktentwicklungen tendenziell hinterherhinken, halten an ihren Prognosen fest, wonach es noch weiter abwärts gehen könnte, bevor Gold ein Kauf ist. Zum Teil liegt dies an den Prognosen ihrer Volkswirte, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr wachsen und die Fed die Zinsen anheben wird. Diese Haltung wird zunehmend unhaltbar, sodass sich die fundamentalen Aussichten für den Dollar, gemessen in Gold, von Tag zu Tag verschlechtern.
Die Technik lässt sich kaum ignorieren: Wie im Bericht der letzten Woche beschrieben, zeichnet sich in sechs bis sieben Handelstagen ein bullisches „Golden Cross“ ab. Das aktualisierte Diagramm wird nachstehend erneut gezeigt.

Die technische Analyse ist deshalb von Bedeutung, weil Händler sie für die tägliche Orientierung nutzen, und ungeachtet der Aussagen von Finanz- und Rohstoffanalysten werden die Handelsabteilungen dem Markt mehr Aufmerksamkeit schenken. Die beeindruckende Stärke des Goldpreises wird sie innehalten lassen, bevor sie versuchen, den Goldpreis in eine weitere Bärenphase zu drücken. Stattdessen werden sie nun versuchen, die Verluste aus ihren Short-Positionen zu begrenzen, indem sie sich bei passender Gelegenheit eindecken.
Interessanterweise ist der Silberpreis deutlich zurückgeblieben; das Gold-Silber-Verhältnis liegt heute Morgen (Freitag, britische Zeit) bei außergewöhnlich hohen 81,8. Das passt zu einem Markt, der die Frühphase der Renaissance von Gold widerspiegelt, und man würde erwarten, dass der Silberpreis besser abschneidet, wenn Nachzügler, die die Wende bei Gold verpasst haben, nach verwandten Alternativen suchen.
Die Schwäche des US-Dollars zeigte sich überwiegend gegenüber Gold und dem japanischen Yen. Die Preise für Rohstoffe wie Energie und Basismetalle haben möglicherweise ihren Tiefpunkt erreicht, doch es ist zu früh, auf diese Entwicklung zu setzen. Der Dollar hat von der leichten Schwäche des Euro profitiert, der die größte Komponente im handelsgewichteten Index ist; der Euro fiel in den letzten zwei Wochen um rund 3 %. Insgesamt ist der handelsgewichtete Dollar-Index leicht gestiegen.
Das Pfund war deutlich schwach, da befürchtet wird, dass das Referendum im Juni zum Brexit führt. Die Märkte sind daher unsicher, ob die Handelsvereinbarungen mit den wichtigsten Handelspartnern Großbritanniens Bestand haben werden, was erklärt, warum das Pfund gegenüber dem US-Dollar derzeit auf einem mehrjährigen Tiefstand liegt. Die Nutznießer dieser Währungsturbulenzen sind vor allem die in Großbritannien ansässigen Personen, die Gold gekauft haben. Auch Einwohner der EU dürften angesichts dieser neuen politischen Unsicherheit und der negativen Zinsen in den kommenden Monaten ihr Engagement in physischem Gold erhöhen. Seit dem 31. Dezember ist Gold in Pfund um 23 %, in Dollar um 17 % und in Euro um 15 % gestiegen. Dies zeigt unser letztes Diagramm.

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