In einer durch den nordamerikanischen Labor Day verkürzten Handelswoche setzte Gold seine jüngste Konsolidierung fort, während Silber in Richtung seiner jüngsten Tiefststände nachgab. Im frühen europäischen Handel heute Morgen lag Gold unverändert gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag bei 1.201,50 US-Dollar, Silber hingegen war im selben Zeitraum von 14,54 auf 14,14 US-Dollar gefallen.

Der Rückgang bei Silber spiegelt die extreme Skepsis in der Hedgefonds-Branche wider. Dies zeigt unser nächster Chart, der die Short-Positionen der Managed-Money-Händler darstellt.

Das ist wirklich außergewöhnlich, doch wir leben in Zeiten, in denen Marktbeziehungen, nicht nur bei Silber, stark verzerrt sind. Unser nächster Chart zeigt das Gold-Silber-Verhältnis.

Mit 84,3 ist auch dieser Wert außergewöhnlich. Er spiegelt die wachsende Sorge wider, dass die Schwellenländer in ernsten Schwierigkeiten stecken und die Weltwirtschaft in eine neue Krise ziehen könnten. Und es gibt reichlich Stoff für die Bären. Die Folge: Unedle Metalle, angeführt von Kupfer, waren in den vergangenen Tagen schwach, während Gold aufgrund seiner monetären Eigenschaften relativ gestützt wurde. Daher stieg das Gold-Silber-Verhältnis über 80.
Bei Gold werden Händler einen erfolgreichen Vorstoß über die Marke von 1.210-1.215 US-Dollar mit Vorsicht betrachten, denn dort kam die erste Erholung vom Augusttief zum Stillstand. Sollte Gold diese Marke nach oben durchbrechen, dürfte ein Bear Squeeze folgen. Bis dahin konsolidiert es um die Marke von 1.200 US-Dollar.
Natürlich geht es weiterhin um eine allgemeine Flucht in den Dollar, der in dieser Woche über den Feiertag Labor Day stark war, im weiteren Wochenverlauf aber leicht nachgab. Neben der Schwellenländer-Thematik richten Händler ihre Aufmerksamkeit nun zunehmend auf die Zwischenwahlen. Die Gerüchteküche kommt in Fahrt mit einem Gastbeitrag in der New York Times, in dem ein Insider allerlei Dysfunktionalität in der Trump-Regierung behauptet.
Doch wie man sagt, klettern Haussemärkte (Aktien stehen im Mittelpunkt der Medienberichte und des Denkens der Anleger) an einer Mauer der Sorgen empor. Mit anderen Worten: Wenn Anleger kollektiv zuversichtlich sind, ist es an der Zeit, sich wirklich Sorgen zu machen, nicht vorher. Sorgen gibt es sicherlich immer, doch es kommt auf Relevanz, Wahrheitsgehalt und die Gewichtung der verschiedenen Faktoren an.
Die westlichen Finanzmärkte verkennen China fortwährend, und diesmal ist es nicht anders. Die Befürchtungen, China werde unter seinem Schuldenberg, den Zöllen oder Ähnlichem einknicken, sind völlig fehl am Platz. China bereitet nun den Boden für seine nächste Expansionsphase, und das dürfte in den kommenden BIP-Zahlen sichtbar werden.
Teil davon ist der Aufbau von Vorräten an unedlen Metallen und Energie, die für die nun vergebenen Infrastrukturaufträge benötigt werden. Dies dürfte Rohstoffbären auf dem falschen Fuß erwischen und die Silberbären wahrscheinlich sehr hart unter Druck setzen.
Weitere Nachricht: Indien hat sich in seinen Bemühungen, das Gold seiner Bürger einzuziehen, um seine Goldreserven zu stärken, endlich geschlagen gegeben. Diese Woche wurde bekannt, dass die Reserve Bank begonnen hat, Gold am Markt zu kaufen, und sich damit den anderen asiatischen Staaten anschließt, die Indien im Goldgeschäft weit voraus sind. Es ist eine interessante Entwicklung für ein Land, das sich keynesianischer Politik verschrieben hat, die für ihre Abneigung gegenüber monetärem Gold bekannt ist.
Die übergeordnete Botschaft lautet: Asiaten schützen ihre Währungen, indem sie Dollar verkaufen, nicht um die eigenen Währungen zu kaufen, sondern um Gold zu erwerben.
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