Marktbericht: Papiergold und Papiersilber brechen ein

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Wie unser Titeldiagramm zeigt, sind die Gold- und Silberpreise im Wochenverlauf deutlich gefallen, wobei Silber im Verhältnis zu Gold regelrecht eingebrochen ist. Das Gold-Silber-Verhältnis liegt nun bei 101,5, praktisch auf Rekordniveau.

Gold lag im frühen europäischen Handel mit 1.584 US-Dollar auf Wochensicht um 97 US-Dollar im Minus, Silber mit 15,67 US-Dollar um 1,75 US-Dollar. Seit Jahresbeginn liegt Gold weiterhin 3,9 % im Plus, Silber hingegen 11,3 % im Minus.

In dieser Woche sind die Aktienmärkte eingebrochen. Innerhalb von nur drei Wochen fiel der S&P500-Index bis gestern Abend um 35 %, davon 9,5 % allein gestern. Die Anleiherenditen sind in der Flucht in sichere Anlagen stark gesunken: Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen fiel am Montag auf 0,5 %, erholte sich jedoch gestern Abend auf 0,85 %. Der handelsgewichtete Dollar-Index erreichte ein Tief von 94,9 und erholte sich bis gestern Abend auf 97,9. Dies ist unser nächstes Diagramm.



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Der Ausbruch nach unten aus einer schwachen, sich ausweitenden Topformation erfolgte abrupt, ebenso die teilweise Erholung. Das Beste, was sich sagen lässt, ist, dass die Wahrscheinlichkeit sowohl für einen schwächeren Dollar als auch für eine höhere Währungsvolatilität spricht.

Als Nächstes folgt das technische Chart für Gold.



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Der gestrige Ausverkauf hat Gold zurück an den gleitenden 55-Tage-Durchschnitt geführt, einen naheliegenden Unterstützungsbereich für kurzfristig orientierte Händler.

Die Volatilität an den Finanzmärkten wird durch eine Kombination aus zuvor extremem Marktoptimismus, einer Aktienmarktblase und dem plötzlichen Einbruch der Realität in Gestalt des Coronavirus und seiner wirtschaftlichen Störungen getrieben. Ein Rückgang des S&P500 um 35 % in nur drei Wochen erinnert an den Beginn des Börsencrashs an der Wall Street im September/Oktober 1929. In verschiedenen Goldmoney-Insight-Artikeln wurden in den vergangenen achtzehn Monaten die Parallelen zwischen damals und heute dargelegt: das Ende des Kreditzyklus und ein zunehmender Handelsprotektionismus. Sollte die Analogie zutreffen, stehen den Aktienmärkten weitere Kursverluste bevor, möglicherweise durch das Virus noch rascher ausgelöst.

Es ist ein Problem für Finanzanlagen insgesamt, einschließlich Futures. Berichte über Händler, die Gold- und Silber-Futures glattstellen mussten, um Verluste an den Aktienmärkten auszugleichen, häufen sich.

Die Zentralbanken haben die Zinsen gesenkt (Fed, BoE) und Liquiditätsspritzen angekündigt (Fed, EZB, BoJ). Im Fall der Fed werden weitere 1,5 Billionen US-Dollar in die Kreditmärkte fließen, eine beispiellose Summe. Auch Regierungen geben Geld mit vollen Händen aus (Großbritannien) und verteilen es per „Helikoptergeld“ (Hongkong).

Bei alledem dürfen wir jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass diese Entwicklung den Short-Positionen an der Comex in die Hände spielt. Unser nächstes Diagramm zeigt, wie extrem die Short-Positionen der Banken der zweiten Reihe im Edelmetallhandel geworden waren.


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Der letzte verfügbare Datenpunkt stammt vom 3. März, als der Goldpreis bei 1.640 US-Dollar lag und das Open Interest um 90.000 Kontrakte höher war als bei Handelsschluss gestern Abend. Die auf dem falschen Fuß erwischten Edelmetallhandelsbanken dürften sehr erleichtert sein und würden bei Gelegenheit gern ein ausgeglichenes Buch erreichen. Denn bei all den Verwerfungen an den Finanzmärkten rechtfertigt die rasche und weitgehend unerwartete Ausweitung der Geldmenge zweifellos deutlich höhere Gold- und Silberpreise, was selbst das Management der Edelmetallhandelsbanken erkennen dürfte.


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