
Gold und Silber gaben im Wochenverlauf leicht nach: Gold lag im Londoner Vormittagshandel mit 1.725 $ um 20 $ unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, Silber notierte im gleichen Zeitraum mit 25,03 $ um 1,20 $ niedriger. Gestern liefen die April-Optionen für beide Metalle aus, und das Edelmetall-Establishment schien besonders darauf bedacht, dass Silberoptionen mit einem Ausübungspreis von 25 $ wertlos verfielen. Dementsprechend fiel der Silberpreis gestern auf 24,45 $ und erholte sich bis zum Handelsschluss auf knapp über 25 $.
Nächsten Montag ist der letzte Handelstag für den April-Kontrakt, und bis gestern Abend waren noch 103.696 Kontrakte offen, die glattgestellt, in den Juni-Kontrakt übertragen oder zur Lieferung gestellt werden müssen. Das Ergebnis wird interessant sein, denn Informationen aus den globalen Handelszentren deuten darauf hin, dass die Ausübung der Lieferoption an der Comex der einzige Weg ist, physisches Gold in angemessenen Mengen zu erhalten.
Zwangsläufig hat der handelsgewichtete Index des US-Dollars in dieser Woche aufgrund der Euro-Schwäche zugelegt. Dies ist unsere nächste Grafik.

Angesichts der inflationären Reaktion der Fed auf Covid-19 und der fortgesetzten inflationären Pläne der Biden-Regierung überrascht es kaum, dass der Dollar im vergangenen März in einen Bärenmarkt eingetreten ist. Ebenso ist es normal, dass es zu einer Erholung im Bärenmarkt kommt, doch diese widerlegt den Abwärtstrend nicht, der trotz der Unterbrechung durch die Präsidentschaft Trumps eine Fortsetzung der Obama-Jahre zu sein scheint.
Die aktuelle Erholung wurde durch die Erkenntnis ausgelöst, dass die Aussichten für den Euro, so schlecht die Lage für den Dollar auch sein mag, wegen des Versagens bei der Impfstoffverteilung möglicherweise noch fragiler sind. Es wird immer deutlicher, dass die EU in absehbarer Zeit nicht aus den Lockdowns der Pandemie herauskommen wird, und die wirtschaftlichen Folgen für die PIGS-Staaten, Frankreich und ihre Banken sind verheerend. In diesem Zusammenhang stellt der jüngste Anstieg der globalen Anleiherenditen eine große Bedrohung für das gesamte Euro-System dar. Daher wird die EZB alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Zinsen niedrig zu halten, selbst auf Kosten des Euro-Wechselkurses.
Die Renditen von US-Anleihen sind nach ihrem dramatischen Anstieg in der vergangenen Woche leicht gesunken. Wie unsere nächste Grafik zeigt, handelt es sich dabei aber mit ziemlicher Sicherheit nur um eine Pause, bevor die Zinsen weiter steigen.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass Hedgefonds der Kategorie Managed Money steigende Anleiherenditen als negativ für den Goldpreis betrachten, haben sich die Edelmetalle recht gut entwickelt. Vielleicht überraschenderweise haben die Hedgefonds diese konventionelle Haltung jedoch nicht eingenommen, wie eine Analyse der zuletzt verfügbaren Commitment-of-Traders-Zahlen zeigt.

Während die Anleiherenditen kräftig stiegen, erhöhte die Kategorie Managed Money ihr Netto-Long-Engagement um 11.691 Kontrakte, überwiegend durch den Abbau ihrer Short-Positionen. Die Swaps (die Handelsabteilungen der Edelmetallbanken) mussten ihre Netto-Short-Positionen um 4.200 Kontrakte erhöhen, was ihre Bemühungen untergräbt, diese so weit wie möglich zu reduzieren. Es wird interessant sein zu sehen, ob sich dieser Trend bis zum vergangenen Dienstag fortgesetzt hat, wenn die COT-Zahlen heute später am Abend veröffentlicht werden.
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