Marktbericht: Offene Comex-Positionen bei Gold sprechen für steigende Kurse

Gold und Silber haben sich diese Woche nach ihrem jüngsten Rückgang auf etablierten Unterstützungsniveaus stabilisiert, nachdem sie zuvor die Widerstandsmarken von 1.350 US-Dollar bzw. 16,20 US-Dollar getestet hatten. Im europäischen Handel am heutigen Freitagmorgen notierte Gold bei 1.303 US-Dollar, 10 US-Dollar über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, und Silber bei 15,36 US-Dollar, fünf Cent höher. Die Comex-Umsätze waren bei Gold solide, aber nicht spektakulär, und bei Silber moderat.

Bull 1

Bemerkenswert ist, dass das Open Interest bei Gold an der Comex in den vergangenen acht Handelstagen um 65.000 Kontrakte gestiegen ist, was 202 Tonnen entspricht. Dies geschieht, obwohl der April-Kontrakt allmählich ausläuft, und deutet auf solide Käufe von Hedgefonds hin, von denen einige Terminkontrakte mit längerer Laufzeit aufgebaut haben. Gleichzeitig liegt das Put/Call-Verhältnis bei den Juni-Optionen bei zwei zu eins zugunsten der Puts, während sich in den übrigen Serien nichts Nennenswertes zeigt.

Insgesamt scheinen die Hedgefonds-Käufer weniger zu spekulieren, sondern eher strategische Positionen einzugehen. Dies würde einen Großteil des Anstiegs des Open Interest erklären. Ein Put/Call-Verhältnis von zwei bei einem Verfall zur Jahresmitte legt nahe, dass bestehende Long-Positionen abgesichert werden. Dabei muss es sich nicht zwingend um Absicherungspositionen an der Comex handeln; sie könnten sich auch an anderen Märkten oder sogar in physischen ETFs befinden.

Das gezeichnete Bild zeigt einen Meinungswandel bei den Managern großer Vermögen: Sie sind für Gold noch nicht optimistisch, sind sich aber bewusst, dass sie sich auf eine „Risk-on“-Anlagestrategie einstellen sollten.

Unsere nächste Grafik, die auf den Commitment-of-Traders-Berichten beruht (die inzwischen aktuell sind), sollte vor diesem Hintergrund betrachtet werden.

Bull 2

Die letzten Daten stammen vom Dienstag, dem 5. März, und fielen mit dem Tiefpunkt des Open Interest zusammen. Der Wechsel von einer Rekord-Short-Position zu einer Netto-Long-Position von lediglich 32.000 Kontrakten (der langfristige Durchschnitt ist durch die gestrichelte Linie bei 110.000 dargestellt) war ein Short Squeeze. Der jüngste Anstieg des Open Interest dürfte die Netto-Long-Positionen auf 50.000 bis 100.000 anheben, was darauf hindeutet, dass der aktuellen Rally einiges Gewicht zugrunde liegt. Es handelt sich nun um Käufe von höherer Qualität.

Wir können daher mit größerer Zuversicht davon ausgehen, dass Rücksetzer unter die Marke von 1.300 US-Dollar nur von kurzer Dauer sein werden. Unter dieser Voraussetzung besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Preis im nächsten Monat, wenn der aktuell aktive Kontrakt ausgelaufen ist, einen neuen Anlauf auf die Marke von 1.350 US-Dollar unternimmt. Die technische Lage zeigt unsere dritte Grafik.

Bull 3


Gold fand Unterstützung bei der 55-Tage-Linie. Nach unserer Analyse der Kaufqualität auf diesem Unterstützungsniveau erscheint ein weiterer Rückgang bis zur 200-Tage-Linie unwahrscheinlich. Beide gleitenden Durchschnitte befinden sich in bullischer Reihenfolge und sollten einen Anstieg zum Test der Marke von 1.350 US-Dollar stützen. Wird dieses Niveau überzeugend überwunden, ist ein symmetrisches Dreiecksmuster der Konsolidierung seit Juli 2016 bestätigt. Danach dürfte der Bullenmarkt wieder einsetzen, und zwar angesichts der Beschaffenheit der dreißigmonatigen Konsolidierung möglicherweise recht rasch.

Mit anderen Worten: Befreit von den derzeitigen technischen Beschränkungen, hat der Goldpreis einiges nachzuholen. Der offenkundige Einbruch des Wachstums im internationalen Handel und die wahrscheinliche Auswirkung auf den Dollar könnten dabei eine Rolle spielen.

 

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