Marktbericht: Letzte Chance für die Short-Positionen

Illustration accompanying Marktbericht: Letzte Chance für die Short-PositionenNach dem Ausverkauf der vergangenen Woche, der Gold bis auf 1.745 $ drückte, und einer kurzen Erholung um 40 $ fiel Gold gestern bis auf 1.738 $, bevor es heute Morgen im europäischen Handel auf 1.755 $ stieg. Per saldo liegt Gold auf Wochensicht 2 $ im Plus. Silber fiel am vergangenen Freitag auf 22,06 $ und erholte sich dann bis auf 22,67 $, was im selben Zeitraum einem Nettozuwachs von 62 Cent entspricht. Das Handelsvolumen bei Gold stieg an der Comex etwas an, während es bei Silber zurückging. Das Gold-Silber-Verhältnis sank von 79 am Montag auf 77,3 heute Morgen.

Wir haben vor Kursturbulenzen gewarnt, da höhere Zinsen an den Finanzmärkten eingepreist werden, und genau das scheint derzeit zu geschehen. Die Fed veröffentlichte am Mittwoch eine FOMC-Erklärung, in der sie ihre Haltung, die Inflation sei „vorübergehend“, geringfügig in Richtung des Eingeständnisses anpasste, dass sie etwas länger anhalten könnte, als der Ausschuss ursprünglich angenommen hatte. Folglich wurde die Drosselung der Anleihekäufe vorgezogen: „… eine Verlangsamung des Tempos der Vermögenskäufe könnte bald angebracht sein“.

Angesichts der raschen Ausweitung der Geldmenge, seit die QE im März 2020 auf monatlich 120 Mrd. $ erhöht wurde, spielt die Fed die Gefahr einer Preisinflation bewusst herunter, vermutlich um zu vermeiden, dass Verbraucher in Panik geraten und die Preise noch höher und schneller treiben. Die Reaktionen der Anleihe- und Aktienmärkte deuten jedoch darauf hin, dass die Anlegergemeinschaft weiterhin glaubt, die Fed habe die Lage unter Kontrolle.

Das hat sie nicht. Der Zweck der QE ist es, Vermögenspreise aufzublähen, und die Drosselung der QE wird diese Preise in einer Phase extremer Überbewertung untergraben. Das Letzte, was die Märkte sehen sollten, ist eine Drosselung. Um sie weiterhin zu stützen, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr QE erforderlich sein, nicht weniger. Das wiederum schwächt jedoch den Dollar, und sein handelsgewichteter Kurs hat sich kaum bewegt.
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In Rohstoffen und in anderen Währungen bemessen erscheint der Dollar schwächer, wobei ein Rohstoffkorb nun nach oben ausbricht.

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Die nächste Grafik zeigt das Missverhältnis zwischen Aktien und Rohstoffen und veranschaulicht das Potenzial durch Veränderungen der relativen Bewertungen.

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Entscheidend ist, dass Rohstoffe, in Gold bemessen, langfristig stabiler sind als in jeder anderen Einheit bemessen. Daher sind nicht nur die Marktbeziehungen enorm verzerrt, sondern Gold sollte bei einer Korrektur gemeinsam mit den Rohstoffen kräftig steigen.

Das sollte für Banken im Edelmetallhandel, die den Großteil der Short-Seite an den Papiermärkten für Edelmetalle stellen, Anlass zu großer Sorge sein. An der Comex waren am 7. September 5 US-Banken und 32 Nicht-US-Banken netto mit 131.958 Kontrakten short, was 410,4 Tonnen im Wert von 23,16 Mrd. $ entspricht. Für die LBMA liegen keine Zahlen vor. Geht man jedoch von den bekannten Verhältnissen zwischen den beiden Märkten aus, sind sie wahrscheinlich um das Achtfache weiter short – das ergibt insgesamt 208 Mrd. $ bzw. 3.694 Tonnen in Märkten mit minimaler physischer Liquidität.

Vermutlich hoffen die Banken im Edelmetallhandel, von der Angst vor steigenden Zinsen zu profitieren, um schwache Halter zum Verkauf von Papier- und physischem Metall zu bewegen. Dabei wird jedoch übersehen, dass steigende Preisinflation sowohl die Zinsen als auch Gold in dieselbe Richtung treibt, wie jeder Kenner der 1970er-Jahre bestätigen wird.







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