Marktbericht: Leichte Abgaben im Handel vor Ostern

Gold gab im Handel vor Ostern leicht nach, während Silber stabil blieb. Gold verlor bis heute (Donnerstag) Mittag EST gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag 16 US-Dollar und notierte bei 1.274 US-Dollar, Silber legte im selben Zeitraum zwei Cent auf 14,99 US-Dollar zu. Am Dienstag drückte ein Verkäufer von 11.000 Comex-Goldkontrakten den Preis unter die Marke von 1.284 US-Dollar und löste damit den Rückgang auf niedrigere Kurse aus.

Rot 1

Misstrauische Gemüter denken an offizielle oder halboffizielle Manipulation. Ob dies der Fall war, werden wir nie erfahren. Doch jeder aggressive Händler hätte darauf setzen können, den Preis unter Unterstützungsmarken zu drücken und dabei Stopp-Aufträge auszulösen. Dünne Märkte vor Ostern sind ein idealer Zeitpunkt für Operationen dieser Art.

Der Goldkontrakt wirkt überverkauft. Im letzten Commitment-of-Traders-Bericht (9. April) lag die Kategorie „Managed Money“ netto bei 37.000 Kontrakten long, gegenüber einer durchschnittlichen Netto-Long-Position von 110.000. Seitdem dürfte sie nach vernünftiger Schätzung weiter gesunken sein. Ein weiterer wichtiger Aspekt zeigt sich in unserer nächsten Grafik zum Open Interest.

Rot 2

Das Open Interest ist auf ungewöhnlich niedrige Werte gefallen, die zuletzt nur im Ausverkauf im November/Dezember vergangenen Jahres unterschritten wurden. Das in der niedrigen Zahl zum Ausdruck kommende geringe spekulative Interesse erleichtert es den Swap-Händlern (Edelmetallbanken), den Preis zu bewegen. Und hier fällt noch etwas auf: Die Exchange for Physicals (EFP), zuletzt gedämpft, haben wieder angezogen. Das bedeutet, dass durchschnittlich 11.000 Kontrakte pro Handelssitzung in andere Märkte verschoben werden, vermutlich in den Londoner Terminmarkt. Es sieht danach aus, als würden Short-Eindeckungen im Londoner Markt von der Comex bedient.

Kurz gesagt: Der Marktpreis für Gold scheint aus technischen Gründen hin und her geschoben zu werden. Silber scheint vorerst knapp unter 15 US-Dollar Unterstützung zu finden. Unter Berücksichtigung der geringeren Marktgröße ist der Comex-Handel in Silber relativ gesund. Der Mai-Kontrakt läuft aus, was teilweise dafür verantwortlich ist. Sofern die Händler ihre Positionen nicht weiter in den nächsten aktiven Kontrakt rollen, könnte der Verfall des Mai-Kontrakts nächste Woche beginnen, den Preis zu belasten.

Der handelsgewichtete Dollar scheint in einer Handelsspanne gefangen, die durch einen sich allmählich verengenden Keil definiert wird. Diesen betrachten wir als Nächstes.
 
Rot 3

Auf der anderen Seite steht der Euro, der etwa die Hälfte des handelsgewichteten Dollarindex ausmacht. Diese Woche verlor er einen Cent gegenüber dem Dollar und trieb den Dollar heute im handelsgewichteten Index auf einen Test der Marke von 97,5. Für Goldhändler ist es wichtig zu erkennen, dass die Schwäche des Euro und nicht die Stärke des Dollars den Dollar gut aussehen lässt.

Unsere letzte Grafik zeigt eine technische Betrachtung von Gold.
 Rot 4

Gold hat die Unterstützung bei 1.285–1.310 US-Dollar eindeutig durchbrochen und scheint auf einen Test der 200-Tage-Linie bei 1.250 US-Dollar zuzusteuern. Das ist für die Bullen unerfreulich, wäre aber eine normale Korrektur der vorangegangenen Aufwärtsbewegung.

Die Nachfrage nach physischem Gold hält unvermindert an; die Entnahmen aus den Tresoren in Shanghai erreichten im März mit 218 Tonnen einen hohen Wert. In den letzten vier Jahren lag der Durchschnitt bei 170 Tonnen pro Monat, also bei etwas über 2.000 Tonnen pro Jahr. Der physische Markt scheint t 

 

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