Marktbericht: Kursdrückung zum Quartalsende

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In dieser Woche kam es zu massiven Kapitulationsverkäufen, nachdem Bullion Banks die Stärke des Dollars und einen Anstieg der Anleihenrenditen genutzt hatten, um eine Baisse-Attacke auf Gold und Silber zu starten. Am Mittwoch fiel Silber bis auf 21,45 $ und lag damit seit Jahresbeginn um mehr als 20 % im Minus. Anschließend erholte es sich von diesem Tief und notierte heute im europäischen Vormittagshandel bei 22,19 $, netto zehn Cent unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Gold erreichte ein Tief von 1.722 $ und lag im selben Zeitraum mit 1.754 $ geringfügig um 4 $ im Plus.

Beim Ausverkauf war das Handelsvolumen bei Gold hoch. Dazu trugen Berichte bei, wonach China Gas zur Stromerzeugung zu jedem Preis importieren wird, um die lähmenden Stromausfälle zu beenden. Dadurch stiegen die WTI-Ölfutures über 75 $. Über Nacht gaben sie etwas nach, doch die Botschaft ist klar: Mit Beginn des Winters auf der Nordhalbkugel müssen wir uns auf weltweite Energieknappheit und höhere Preise einstellen. Bei Gold und Silber lag der eigentliche Grund für die Baisse-Attacke jedoch wahrscheinlich darin, die Preise für die Buchführung zum Quartalsende so weit wie möglich zu drücken.

An der Comex gab es gestern hohe Liefermengen: 1.146.800 Unzen Gold (35,67 Tonnen) und 7.585.000 Unzen Silber (236 Tonnen). Diese Kontrakte wurden früher nur selten zur Lieferung gestellt, sind inzwischen aber ein Weg zum Erwerb von Edelmetall. In diesem Jahr wurden bislang 14.688.700 Unzen Gold (457 Tonnen) geliefert. Bei Silber ist die Zahl mit 221.005.000 Unzen (6.874 Tonnen) sogar noch beeindruckender.

Vor Ablauf der britischen Umsetzungsfrist für Basel 3 sind die Bullion Banks offenkundig darauf bedacht, ihre Short-Positionen zu schließen. Hohe Handelsvolumina an der Comex bei gleichzeitig sinkendem Open Interest in einer Phase der Preisschwäche passen jedoch nur zur Auflösung von Spread-Positionen und nicht zu einer Schließung der Short-Positionen.

Wir betrachten tendenziell die Comex-Statistiken, da der weitaus größere Londoner OTC-Terminmarkt intransparent ist. Wir wissen lediglich, dass Ende 2020 insgesamt Gold-Termin- und Swap-Kontrakte im Wert von 530 Mrd. $ bzw. 8.676 Papiertonnen verzeichnet waren. Einige dieser Positionen bestehen zwischen Banken und können im gegenseitigen Einvernehmen glattgestellt werden, doch ein großer, nicht näher bestimmbarer Teil ist gegenüber nicht zugeteilten Kundeneinlagen short. Es wird mit Sicherheit versucht werden, diese Positionen zu verringern und zu schließen, um die Anforderungen der Net Stable Funding Ratio nach Basel 3 zu erfüllen, die ab dem 2. Januar gilt, also in nur drei Monaten. Dies dürfte zu einer deutlich höheren Nachfrage nach physischem Gold und Silber führen.

Die Entwicklung von Gold und Silber steht in scharfem Gegensatz zum Rohstoff- und Energiesektor, der, angetrieben von den Energiepreisen, höher notiert, wie unsere nächste Grafik des Rohstoff-ETF von Invesco zeigt.

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