Marktbericht: Kräftige Rally durch Auflösung von Short-Positionen

Gold vs. Silber, 4. Januar 2017
Das Jahr 2017 hat für Edelmetalle gut begonnen, unterstützt durch einen Rückgang des US-Dollars.

Der zuvor unter Druck stehende Euro legte um fast 3 % zu, wobei zu berücksichtigen ist, dass er 40 % des Dollar-Index ausmacht. Zum gestrigen Handelsschluss lag Gold in der ersten Woche 2,5 % und Silber 4 % im Plus.

Die Auflösung von Short-Positionen steht auf der Tagesordnung, wie im Marktbericht der vergangenen Woche angekündigt. Alle schienen auf einen steigenden Dollar und fallende Kurse bei allem anderen zu setzen, und das musste sich irgendwann umkehren. Ob die Dezember-Höchststände des Dollars einen bedeutenden Wendepunkt markieren, bleibt abzuwarten. Falls nicht, haben die Bullion-Banken noch offene Geschäfte, da ihre Short-Positionen in Gold-Futures an der Comex noch nicht vollständig geschlossen sind. Das nächste Diagramm zeigt die Netto-Swaps bei Gold.
Netto-Swaps 2017 vs. Gold

Idealerweise hätten die Swaps ein ausgeglichenes bis leicht long ausgerichtetes Buch, wie vor einem Jahr. Dies ermöglicht es den Bullion-Banken, durch den Verkauf von Kontrakten an Hedgefonds Gewinne zu erzielen, bevor sie eine Short-Position aufbauen, falls die Nachfrage zunimmt. Die Gefahr für die Swaps entsteht, wenn sie mit einer Short-Position beginnen und feststellen, dass diese zu groß wird, um noch komfortabel zu sein.

In den letzten Tagen des Jahres 2016 herrschte unter Kommentatoren erhebliche Skepsis, was darauf hindeutete, dass der Markt stark überverkauft war. Gold und Silber sind im Vergleich zur Stärke wichtiger Industrierohstoffe im vergangenen Jahr zurückgeblieben. Gold schloss gegenüber dem Dollar 8,6 % höher, Eisenerz 80 %, Zink 65,7 %, Kupfer und Nickel 17,2 % und Brent-Rohöl 52 %. Dies deutet darauf hin, dass man mit Papierwährungen weniger kaufen kann, auch wenn wir vom Dollar wie gebannt sind. Und wenn Papierwährungen weniger kaufen, sollte der Goldpreis eine Tendenz nach oben aufweisen.

Auf diesem niedrigen Niveau gab es am physischen Markt eine gute Nachfrage, vermutlich von Zentralbanken und wertorientierten Käufern. Das italienische Bankensystem befindet sich in der Schwebe, da die Banca Monte dei Paschi di Siena weiterhin ausgesetzt ist, während die Rettung ausgearbeitet wird. Immerhin hat eine Erholung der Anleihekurse den Druck auf die Banken der Eurozone verringert, doch dürfte dies nur von kurzer Dauer sein, da die Inflation der Rohstoffpreise die Renditen von Dollar-Anleihen in den kommenden Monaten tendenziell steigen lassen wird.

Über Indien herrscht große Verwirrung, es gibt widersprüchliche Berichte über Aufschläge und Abschläge. Die Regierung Modi hat kürzlich eine Umsatzsteuer von 10 % auf Gold eingeführt, und die offiziellen Preise liegen leicht über dem internationalen Preis. Das bedeutet, dass Händler in Indien nach Abzug der Umsatzsteuer einen Verlust erleiden, da der Aufschlag nicht ausreicht, um sie zu decken. Unterdessen wurde geschmuggeltes Gold mit erheblichen Aufschlägen gehandelt, was die fragwürdige Kaufkraft des Bargelds in Rupien widerspiegelt. In China wurden zuletzt Aufschläge von bis zu 40 US-Dollar verzeichnet, was auf wertorientierte Käufe zurückzuführen ist.

Die Lage in China ist kompliziert geworden: Die Behörden setzen Währungsspekulanten, die auf fallende Kurse setzen, unter Druck, indem sie höhere Tagesgeldsätze erzwingen. Bitcoin schoss in die Höhe, ist inzwischen aber wieder zurückgefallen. Es hat den Anschein, dass es sich um einen vorübergehenden Zustand handelt, über den die chinesische Regierung wieder die Kontrolle erlangen wird.

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