Marktbericht: Korrektur bei Gold und Silber

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Wie unsere Titelgrafik zeigt, haben Gold und Silber in dieser Woche deutlich nachgegeben, auch wenn sich die Preise im gestrigen Handel (Donnerstag) teilweise erholten. Im heutigen Vormittagshandel in Europa notierte Gold bei 1.947 US-Dollar und damit 87 US-Dollar niedriger; am Mittwoch hatte es einen Tiefststand von 1.864 US-Dollar erreicht. Im selben Zeitraum liegt Silber bei 26,65 US-Dollar, ein Minus von 2,18 US-Dollar auf Wochensicht, nach einem Tief von 23,40 US-Dollar, ebenfalls am Mittwoch.

Das zugrunde liegende Problem ist der Mangel an Liquidität in London. Das rasche Wachstum physischer ETFs hat den Markt zu Notmaßnahmen gedrängt: Der GLD-ETF weist die Bank of England als Unterverwahrer mit 70 Tonnen aus, bei denen es sich nur um Leihgold aus einem gesondert geführten Konto einer Zentralbank handeln kann. Die nachstehende Tabelle gibt eine ungefähre Vorstellung des Problems.



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Es liegen einige Annahmen zugrunde, doch die Tabelle veranschaulicht die Wirkung der steigenden ETF-Nachfrage und erinnert uns daran, dass auch privat gehaltenes Gold in unabhängigen LBMA-Tresoren, dessen Menge mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zunimmt, von den Tresorbeständen abgezogen werden muss. Jeder Fehlbetrag an physischem Metall für Handelszwecke muss durch Leihe gedeckt werden, stets aus den gesondert geführten Konten der Zentralbanken bei der Bank of England. Als Notlösung ist die Leihe jedoch sehr gefährlich, denn das Eigentum am Gold verbleibt beim Verleiher. Die 70 Tonnen in den Tresoren der BoE gehören nicht GLD, und ihre einzige Funktion besteht darin, die Bücher auszugleichen.

Die Lage an der Comex scheint sich aus Sicht der Edelmetallbanken leicht verbessert zu haben, wie die nächste Tabelle zeigt.



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Die Swap-Händler (Edelmetallbanken) haben insgesamt 9.147 Kontrakte aus ihrer Netto-Short-Position herausgeführt, während die Produzenten/Händler ihre Position um 7.115 Kontrakte erhöht haben.

Die interessante Veränderung in der spekulativen Kategorie betrifft Managed Money (Hedgefonds). Bei Netto-Short-Positionen von 113.472 ist ihre Position faktisch neutral – ihre langfristige durchschnittliche Position liegt bei rund 111.000 Kontrakten netto long. Dabei haben wir hier einen Goldpreis, der kräftig gestiegen ist, und sie haben davon nicht profitiert. Zudem haben sie gemeinsam entschieden, dass er zu hoch ist, und ihre Netto-Long-Positionen um 3.664 Kontrakte reduziert.

Das ist wichtig, denn technische Analysten behaupten, bei Gold sei eine deutliche Korrektur überfällig, da ihre Relative-Stärke-Indikatoren stark überkauft seien. Doch Managed Money, die Kategorie, die überkaufte Marktlagen normalerweise herbeiführt, ist weit davon entfernt, optimistisch zu sein.

Dies legt nahe, dass der Rücksetzer beim Goldpreis in dieser Woche, zusammen mit der Edelmetallsituation in London, als Kaufgelegenheit verstanden werden sollte. Es wird interessant sein zu sehen, inwieweit diese These durch den Commitment-of-Traders-Bericht für den vergangenen Dienstag bestätigt wird, der heute Abend nach Handelsschluss veröffentlicht werden soll.

Auch die Volatilität bei Silber ist eine Folge fehlenden verfügbaren Edelmetalls. Seit Ende Juni ist der Silberbestand des SLV-ETF um mehr als 83 Millionen Unzen (2.582 Tonnen) auf 581 Millionen Unzen gestiegen. Das entspricht etwa der Hälfte des gesamten in London eingelagerten Silbers; der Rest besteht überwiegend aus Industriebeständen, die nicht zum Verkauf stehen. Solange sich diese Lage nicht ändert, ist ein Rückgang des Silberpreises schwer vorstellbar.



 

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