Marktbericht: Konsolidierung setzt sich fort

In dieser Woche setzten die Edelmetalle die Konsolidierung der Gewinne vom Januar in volatilen Finanzmärkten fort, wobei sich Gold und Silber in einer Handelsspanne bewegten. Platin und Palladium legten auf Wochensicht zu und zeigten sich deutlich fester als Gold und Silber. Physische und Papiermärkte scheinen sich unterschiedlich verhalten zu haben: Die Preise tendierten in London (wo die physischen Lieferungen stattfinden) eher fest und in New York (wo überwiegend mit Derivaten gehandelt wird) schwächer, wobei sich die Preise zum Handelsschluss in New York vor der Öffnung der asiatischen Märkte meist stabilisierten.

Der US-Dollar hat seine jüngste Stärke ebenfalls gefestigt, in etwa im Gleichlauf mit dem Goldpreis. Die logische Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung ist, dass Verkäufer der übrigen Papierwährungen sich derzeit sowohl in Gold als auch in den US-Dollar absichern, was aus Sicht einer Person außerhalb der USA, die mit einer schwächeren Währung konfrontiert ist, sinnvoll ist. Solange diese Beziehung Bestand hat, dürfte sie uns auch einen Hinweis auf den Zeitpunkt der nächsten Bewegung des Goldpreises geben: Sie dürfte dann erfolgen, wenn die überkaufte Position im Dollar so weit abgebaut ist, dass sie den nächsten Anstieg tragen kann. Möglicherweise sind wir nach der ausgeprägten Dollarschwäche von gestern bereits so weit. Sie war technischer Natur, da der Euro trotz einer sich verschlechternden Lage in Griechenland deutlich anzog.

An der Comex haben Händler von Edelmetallen und Edelmetallbanken (Bullion-Banken) einen Papierkrieg geführt, und die Positionen der Händler haben sich nun normalisiert, wie die folgende Grafik zeigt, die die Short-Positionen der Kategorie „Managed Money“ bei Gold darstellt:

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Die gepunktete Linie zeigt die langfristige durchschnittliche Short-Position, auf der wir uns nach der extremen Volatilität der letzten zwei Jahre heute befinden. Diese Rückkehr zur Normalität hat dazu geführt, dass die vier größten Händler (im Wesentlichen die Edelmetallbanken) ihre Netto-Short-Position erhöht haben, wie die nächste Grafik zeigt.

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Sie liegt weiterhin deutlich über dem Durchschnitt seit 2006. Angesichts der geringen physischen Liquidität dürften die Edelmetallbanken jedoch kaum in der Lage sein, eine Ausweitung der Short-Positionen in dem Ausmaß wie in der Vergangenheit hinzunehmen, sodass sie zur Kapitulation gezwungen sein könnten, falls die Käufe deutlich zunehmen. Bis dahin ist zu erwarten, dass sie alles versuchen werden, Long-Positionen durch das Auslösen von Stop-Loss-Orders abzuschütteln.

Wichtig wird es sein, große makroökonomische Ereignisse zu beobachten, etwa einen möglichen Zerfall der Eurozone oder einen Ansturm auf griechische Banken, insbesondere wenn dieser den Euro oder andere Banken der Eurozone zu destabilisieren droht, sowie die sich entwickelnde Krise in der Ukraine.


Die Spannungen um die Ukraine haben sich in dieser Woche rasch verschärft und könnten nächste Woche für die Gold- und Silberpreise relevant werden, falls die USA Militärgerät liefern, russische Panzer rollen oder beides eintritt. Wir müssen hoffen, dass die Friedensinitiative von Merkel und Hollande die Lage entschärft.


Nächste Woche


Montag

Japan: Verbrauchervertrauen, Economy-Watchers-Umfrage.
Eurozone: Sentix-Index

Dienstag

Japan: Geldmenge M2, METI-Index der Aktivität im Dienstleistungssektor.
Großbritannien: Industrieproduktion, Produktion des verarbeitenden Gewerbes, NIESR-BIP-Schätzung,
USA: Großhandelsbestände.

Mittwoch

USA: Haushaltsdefizit.
Japan: Maschinenaufträge (Kernaufträge).

Donnerstag

Eurozone: Industrieproduktion.
Großbritannien: Vierteljährlicher Inflationsbericht der Bank of England.
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, Einzelhandelsumsätze, Unternehmensbestände.

Freitag

Großbritannien: Bauproduktion.
Eurozone: BIP, Handelsbilanz.
USA: Importpreisindex

 

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