
Der Ausverkauf bei Gold und Silber hat sich in dieser Woche beschleunigt. Gold notierte heute Morgen in Europa bei 1.822 $ und lag damit 61 $ unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag; Silber lag bei 20,80 $ und damit 1,50 $ niedriger. Die Comex-Volumina in beiden Kontrakten waren im Zuge des Ausverkaufs hoch.
Hohe Volumina und stark fallende Preise zeigen uns, dass es sich um einen Verkaufshöhepunkt (Selling Climax) handelt. Hedgefonds, die Gold-Futures long halten, sind short im Dollar und einer sich entwickelnden Währungskrise bei Euro, Yen und Pfund Sterling ausgesetzt, die den Dollar an den Devisenmärkten steigen lässt. Die Positionen der Hedgefonds sind jedoch nicht mehr von Bedeutung.
Die Short-Anleger, überwiegend Händler von Edelmetallbanken, sehen, wie falsch die Spekulanten gelegen haben, und drücken die Futures-Preise weiter nach unten. Unsere nächste Grafik zeigt, wie wenig Boden die Swaps wieder gutgemacht haben.

Von einer Rekord-Brutto-Short-Position von 67,9 Mrd. $ am 8.. März, verteilt auf 25 Swaps, sanken die Brutto-Short-Positionen am 3. Mai auf 53 Mrd. $. Wie die Grafik zeigt, ist dies jedoch weit entfernt von den Zeiten, in denen Brutto-Short-Positionen von 30 Mrd. $ als extrem galten.
Hohe und steigende Handelsvolumina zeigen uns, dass der Verkaufshöhepunkt unmittelbar bevorsteht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Makroanleger mit ihrer keynesianischen Ausbildung in schwierigen Zeiten eine Fiat-Währung und nicht Gold als sicheren Hafen betrachten. In den Wochen nach dem Zusammenbruch von Lehman stieg der Dollar, was sich in einem Goldpreis widerspiegelte, der von 930 $ auf 680 $ fiel, bevor der internationale Sachverstand die Preisbildung von den panischen Papierhändlern übernahm und den Goldpreis in den folgenden drei Jahren auf Allzeithochs von 1.921 $ trieb.
Heute wirken dieselben Dynamiken. Die Kategorie Managed Money, die aus Pairs-Trading-Hedgefonds besteht, ist jedoch wahrscheinlich netto in weniger als 50.000 Comex-Kontrakten long, also bei weniger als der Hälfte ihrer neutralen Position. Interessanterweise hält sich die Kategorie Other Reported auf der Long-Seite stabil.

Die Other Reporteds werden von Geldern dominiert, die nicht von Pairs-Trades getrieben sind, und nehmen daher eher eine Lieferung in Anspruch. Seit Jahresbeginn beliefen sich die physischen Lieferungen auf insgesamt 6,8 Millionen Unzen (212 Tonnen).
Silber wurde in diesem Ausverkauf stark getroffen, wodurch das Gold-Silber-Verhältnis heute Morgen wieder auf 87 gestiegen ist. Dieses sehen wir uns als Nächstes an.

Was treibt also das alles an?
Anleger in Finanzanlagen erkennen allmählich die Folgen steigender Verbraucherpreise. Sie sehen steigende Zinsen in einer Zeit, in der die Konjunktur ins Stocken gerät. Für Aktien ist das eine verheerende Kombination: Der S&P ist seit seinem Höchststand am 3. Januar um 18 % gefallen, der NASDAQ um 27 %. In Korrelation mit dem NASDAQ fallen auch die Kryptowährungen. Im Verhältnis zu Gold befindet sich Bitcoin an einem interessanten Punkt.

Die Unterstützung vom Juni 2021 hat nicht gehalten, und nun wird das alte Hoch von Ende 2017 angegriffen. Die Hinweise sprechen zunehmend für ein massives Top von BTC im Verhältnis zu Gold.
Zurück zu Gold selbst: Der Anstieg der Volumina an diesen Wendepunkten zeigt uns, dass das alte Geld, gelenkt von klugen, erfahrenen Akteuren, die von den panischen Hedgefonds gebotene Gelegenheit nutzt. Man erinnere sich an Rothschilds Grundsatz: „Ich kaufe, wenn Blut auf den Straßen fließt.“
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