Marktbericht: Hau ruck, und aufwärts geht es …

Die Trump-Regierung gerät in schwieriges Fahrwasser, die Rohstoffpreise steigen, und die Inflation steht vor der Tür.

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Nach einem schleppenden Start setzten Gold und Silber diese Woche ihren Aufwärtstrend fort, und beide Metalle schoben sich auf neue Höchststände. Gold stieg im frühen europäischen Handel heute Morgen leicht von 1.233,5 $ zum Schluss am vergangenen Freitag auf 1.237 $, Silber von 17,95 $ auf 18,03 $. Im letzten Monat zeigte sich das Muster, dass die Edelmetallpreise im Verlauf der Freitage nicht nachgaben, sondern während der US-Handelszeiten anzogen. Der Aufwärtstrend dieser Woche könnte daher bis zum Wochenende noch Spielraum haben.

Die Entwicklung beider Metalle macht einen guten Eindruck. Seit den Tiefs vor Weihnachten ist Gold bislang um 10 % gestiegen, Silber um 14,8 %. Die physische Nachfrage speist weiterhin die ETFs, und das Open Interest bei Gold an der Comex hinkt dem Preis spürbar hinterher. Dies zeigt die nächste Grafik.

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Zwar ist das Open Interest leicht gestiegen, doch die vom Preis geöffnete Lücke ist bemerkenswert (mit Pfeil markiert). Das zeigt uns, dass es noch nicht zu Käufen am Terminmarkt gekommen ist, die über das Eindecken von Short-Positionen hinausgehen, und dass die Hedgefonds den Anschluss verpassen, vermutlich, weil sie weiterhin im Dollar long sind. Bei Silber sieht es anders aus. Hier hat sich das Open Interest im Gleichschritt mit dem Preis entwickelt, wie die nächste Grafik zeigt.

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Das Open Interest bei Silber ist auf nahezu 200.000 Kontrakte gestiegen, was einer Milliarde Unzen entspricht, bei einer Jahresproduktion von etwa 890 Millionen Unzen. Wer hält die Positionen? In diesem Fall ist es die Kategorie „Managed Money“. Der Unterschied zu Gold besteht darin, dass Gold das Gegenstück zum Dollar ist: Man geht in dem einen short, um im anderen long zu gehen. Bei Silber, das gemeinsam mit den anderen Metallen steigt, ist dies nicht der Fall.

Metalle sind insgesamt stark, weil Chinas Wirtschaft stark ist. Chinas Nachfrage nach Strominfrastruktur und für die allgemeine Fertigung treibt Kupfer nach oben. Und wohin „Dr. Copper“ geht, folgen die anderen.

Es mehren sich die Anzeichen, dass die Finanzmärkte China falsch eingeschätzt haben. Jeder objektive Analyst sollte Chinas Wirtschaftsstrategie verstehen. Der Ausbau der Projekte der Seidenstraße, das Schließen der Lücken in der eigenen Infrastruktur, die gezielte Schaffung der größten Mittelschicht der Welt mit weiteren 200 Millionen Stadtbewohnern innerhalb weniger Jahre sowie die zunehmende Betonung von Dienstleistungen und Technologie – all dies wird mit breiter Unterstützung der chinesischen Bevölkerung umgesetzt.

Diese Stimmung steckt an. Chinas Lieferketten reichen bis nach Japan und Südostasien. Selbst in Europa zieht die Konjunktur an, und zwar rund um einen Kern aus Deutschland, Tschechien und Österreich. Die Konjunkturüberraschungen und damit die Inflation fallen nach oben aus. Die industrielle Nachfrage nach Silber wächst daher, während das Angebot unflexibel ist.

Dies spiegelt sich im Gold-Silber-Verhältnis wider, dem Thema unserer letzten Grafik.

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Der Abwärtstrend ist gut etabliert, und wer diese Grafik betrachtet, würde am Rand wahrscheinlich eher Silber als Gold kaufen.

Gold ist, wie immer, das Gegenstück zum Dollar, so ähnlich wie Tweedledum und Tweedledee. Nach einer sehr starken Phase im Zuge der Präsidentschaftswahl häufen sich die bärischen Argumente gegen den Dollar. Die Regierung Trump gerät in raues Fahrwasser, die Rohstoffpreise steigen, und die Inflation steht vor der Tür. Hinzu kommt der Wunsch asiatischer Länder, den Dollaranteil an den Währungsreserven zu verringern, wobei dieser Wunsch zugegebenermaßen durch Chinas Beharren auf Verträgen in anderen Währungen als dem Dollar getrieben ist. Plötzlich hat der Dollar damit Abwärtspotenzial, während Gold falsch bewertet erscheint.

Kein Wunder, dass der Goldpreis am Freitag höher notiert. Das Risiko vor dem Wochenende besteht darin, in Dollar long und in Gold short positioniert zu sein, nicht umgekehrt. Allerdings steht in der kommenden Woche der Verfall der Optionen an der Comex an. Man sollte daher mit Unerwartetem rechnen.

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