Marktbericht: Gold und Silber legen zu

Illustration accompanying Marktbericht: Gold und Silber legen zuDie Gold- und Silberpreise haben in dieser Woche zugelegt. Dabei stiegen die Comex-Umsätze bei Silber, während sie bei Gold vor den Osterfeiertagen verhalten blieben. Im europäischen Morgenhandel am heutigen Donnerstag lag Gold bei 1.974 US-Dollar, 29 US-Dollar über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, und Silber bei 25,67 US-Dollar, 95 Cent höher im gleichen Zeitraum.

Das technische Chartbild für Gold sieht gut aus: Der Preis ist aus einer achtzehnmonatigen Konsolidierungsphase ausgebrochen, hat sich anschließend zurückgesetzt und Halt an der 55-Tage-Linie gefunden und befindet sich nun in seiner nächsten Aufwärtsbewegung. Der Preis wirkt solide verankert. Dies ist als Nächstes zu sehen.

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Als Indikator für die allgemein zuversichtliche Stimmung an den Papiermärkten ist das Open Interest an der Comex gestiegen und liegt über der Komfortzone der Edelmetallbanken von 500.000 Kontrakten. Es hat jedoch offensichtlich das Potenzial, noch etwas höher zu steigen, bevor die Hedgefonds Gewinne mitnehmen möchten. Dies ist unser nächstes Chart.

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Ein weiterer Indikator für die positive Stimmung an der Comex ist die Netto-Position der Kategorie „Managed Money“. In den letzten fünfzehn Jahren lag die durchschnittliche Netto-Long-Position bei etwa 110.000 Kontrakten. Im letzten Commitment-of-Traders-Bericht war diese Kategorie mit 101.627 Kontrakten netto long. Seitdem ist das Open Interest um etwa 17.000 Kontrakte gestiegen. Selbst wenn der Anstieg vollständig auf die Zuversicht der Hedgefonds zurückzuführen wäre (was sehr unwahrscheinlich ist), ist der Markt gemessen daran weit von einer Überkauftheit entfernt.

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Wenn überhaupt, deutet dieses Chart darauf hin, dass die Netto-Long-Positionen im Verhältnis zum Goldpreis zu niedrig sind, da der Goldpreis steigt, obwohl die Netto-Long-Positionen der Hedgefonds neutral sind. Die Swaps-Kategorie, zu der die Händler der Edelmetallbanken zählen, gerät jedoch unter Druck.

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Zum heutigen Goldpreis ist diese Kategorie bei 17 Long- und 24 Short-Positionen netto mit rund 45 Mrd. US-Dollar short. Was treibt den Markt also an?

Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die am VPI gemessene Inflation inzwischen die vorrangige Rolle spielt. Hinzu kommt: Da Shanghai wegen Covid geschlossen ist, wodurch die Störungen der Lieferketten andauern, und die Energiepreise durch die Sanktionen gegen Russland weiter steigen, ist es so gut wie sicher, dass die VPI-Inflation auf über 10 % zusteuert. Gleichzeitig wachsen die Sorgen vor einer nachlassenden Wirtschaftstätigkeit. Die US-Notenbank und andere Zentralbanken wollen in diesem Umfeld offensichtlich keine Zinserhöhungen vornehmen und liegen daher weit hinter der Entwicklung zurück. Solange sie an dieser Politik festhalten, werden die Währungen in Bezug auf ihre Kaufkraft gegenüber Rohstoff-, Erzeuger- und Verbraucherpreisen weiter an Wert verlieren.

Sollten die Märkte zudem Staatsschulden künftig mit deutlich höheren Renditen bewerten, würde die gewaltige Finanzblase, die sich seit den 1980er-Jahren aufgebaut hat, platzen und die Werte von Finanzanlagen nach unten drücken. Es ist wahrscheinlich, dass die politischen Entscheidungsträger alles tun werden, um dies zu verhindern. So hat die Bank of Japan bereits erklärt, dass sie verhindern werde, dass die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen 0,25 % übersteigt. Infolgedessen ist der Yen in den letzten sechs Wochen gegenüber dem Dollar um fast 10 % eingebrochen.

Noch vor Kurzem hieß es, steigende Zinsen seien schlecht für Gold. Diese Darstellung wird stillschweigend zu Grabe getragen, und es sieht danach aus, als braue sich eine Zinskrise zusammen, die für echtes Geld, also Gold, äußerst positiv sein dürfte.


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