Marktbericht: Gold und Silber in der Flaute

Gold and silver prices were little changed on the week, with gold up $2.50 in morning trading, European time, at $1478. Over the same time period silver was up eight cents at $17.06. Comex volume was seasonally light all week.

Flaute 1 

Das Open Interest bei Gold erreicht jedoch weiterhin Rekordstände: Der vorläufige Wert von gestern Abend lag bei 730.040 Kontrakten. Dies zeigt unsere zweite Grafik.

Flaute 2

Die Divergenz zwischen Open Interest und Preis zeigt, dass zwischen Bullen und Bären, also zwischen Spekulanten und Edelmetallbanken, ein gewaltiges Ringen stattfindet. Vor dem Verfall des Dezember-Kontrakts gab es jedoch ein massives Rollover von 109.000 Kontrakten. Das deutet darauf hin, dass es einen einzelnen Bullen mit 90.000 bis 100.000 Kontrakten gibt, der seither vermutlich bei Kursrückgängen noch weiter zukauft. Möglicherweise erleben wir den Versuch, die Comex-Banken zu sprengen. Und da das Open Interest weiter steigt, wachsen auch die Einsätze.

Das geschieht zu einem schwierigen Zeitpunkt: Die US-Notenbank hat zugesagt, zum Jahresende über den Repo-Markt bis zu 500 Mrd. US-Dollar in das Bankensystem einzuspeisen. Neben den inflationären Folgen wächst das Gefühl, dass zum Jahresende eine Krise irgendeiner Art eintreten könnte, und zwar aus Gründen, die in der Marktübersicht der vergangenen Woche erörtert wurden.

Sollte es zum Jahresende zu einer geldpolitischen Verwerfung kommen, dürften die Anleiherenditen steigen, schon allein deshalb, weil die US-Regierung weiterhin Finanzierungsbedarf hat. Die Renditen steigen ohnehin bereits, wie die nächste Grafik zur Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zeigt.

Flaute 3

Ausgehend von der aktuellen Rendite von 1,91 % ist ein Anstieg zum Test der 2-%-Marke zu erwarten, auf der der 200-Tage-Durchschnitt liegt. Wird diese Marke überschritten, schrillen die Alarmglocken. In jedem Fall dürfte den Marktteilnehmern bald dämmern, dass im Zentrum der Krise die Staatsfinanzierung steht, die vollständig durch die Ausweitung der Bankkredite gedeckt wird. Und auch der handelsgewichtete Dollar ist in prekärer Lage, wie unsere nächste Grafik zeigt.

Flaute 4

Der Dollar scheint seinen Aufwärtsschwung verloren zu haben, doch ist noch nicht klar, ob sich auf technischer Basis ein Bärenszenario begründen lässt. Wenn die großen US-Banken jedoch ihr Bilanzengagement verringern, indem sie ihre Reverse Repos mit den Hedgefonds reduzieren (die Euro geliehen haben, um US-Schatzwechsel zu kaufen und die Zinsdifferenz zu vereinnahmen), könnte der Dollar abstürzen, sobald deren Long-Dollar-/Short-Euro-Positionen aufgelöst werden.

Vor diesem Hintergrund scheint sich in den Comex-Goldfutures ein Wal zu verstecken. Die Position hat einen Umfang von bis zu 15 Mrd. US-Dollar, was nach jedem Maßstab erheblich ist. Die Edelmetallbanken müssten ihren Einsatz deutlich erhöhen, um sie zu brechen, und wir müssen auf einige koordinierte Attacken der Edelmetallbanken gefasst sein, mit oder ohne staatliche Unterstützung, um den Wal zu harpunieren.

Wir werden sehen, wer die tieferen Taschen hat. Doch sollte der Goldpreis etwa durch ein wachsendes Krisenbewusstsein getrieben werden, müssen sich diejenigen unter uns, die Positionen halten, auf eine holprige, vielleicht spektakuläre Fahrt einstellen.

 

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