Marktbericht: Gold steigt über 1.250 $

Gold überwand am Mittwoch vor der diesjährigen Zinserhöhung der Fed die Angebotsmarke von 1.250 $, wurde nach der Bekanntgabe jedoch abverkauft. Am folgenden Tag stieg Gold jedoch vor dem heutigen Verfall der Comex-Futures, der zugleich der letzte Handelstag für Optionen war, auf ein Hoch von 1.266 $. Im Wochenvergleich zum Schlusskurs vom letzten Freitag schloss Gold netto 16 $ höher bei 1.255,50 $, Silber fünf Cent höher bei 14,63 $. Der Handel war ruhig, abgesehen vom Verfall der Futures und Optionen, was den Handel vor Weihnachten widerspiegelt.

22. Dez. 1

Die Fed erhöhte am Mittwoch den Leitzins (Fed Funds Rate) wie weithin erwartet um ¼ Punkt auf 2 ½ %. Angesichts wachsender Sorgen über eine Verlangsamung der US-Wirtschaft wurde allgemein erwartet, dass die Fed hinsichtlich künftiger Zinserhöhungen eine zurückhaltendere Haltung einnehmen würde. Zwar reduzierte der FOMC die für das nächste Jahr angekündigten drei weiteren Erhöhungen auf zwei, doch enttäuschte dies die Haussiers. In der Folge setzten die Aktienmärkte weltweit ihren Rutsch in den Bärenmarkt fort und beendeten die schlechteste Woche seit zehn Jahren.

Wie oben erwähnt, stiegen die Edelmetalle am Tag nach der Zinsentscheidung. Es gibt gute Präzedenzfälle mit Zinserhöhungen im Dezember 2015, 2016 und 2017. Auf jede folgten deutliche Kursanstiege bei Gold und Silber, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es diesmal anders sein wird.

Gold liegt nun fast 100 $ über dem Augusttief, und die ausgeprägte Überverkauftheit beginnt sich aufzulösen, wenngleich Gold und Silber technisch noch immer überverkauft sind. Dies zeigt die nächste Grafik, die die Kategorie der spekulativen Managed-Money-Anleger bei Gold an der Comex darstellt, die überwiegend aus Hedgefonds besteht.

22. Dez. 2

Die Nettoposition beträgt nun 11.198 Kontrakte long, noch deutlich unter dem neutralen Niveau von 110.000 Kontrakten netto long, und das bei einem erheblich gesunkenen Open Interest. Dies zeigt unsere nächste Grafik.

22. Dez. 3

Der Einbruch beim Open Interest erfolgte zum Verfall des Dezember-Kontrakts, als das Open Interest um 150.610 Kontrakte sank. Es ist ein Rätsel, warum Gold nicht noch stärker gestiegen ist. Wir können nur annehmen, dass die Weisung ausgegeben wurde, die Managed Funds nicht unter Druck zu setzen, aus Furcht, Zahlungsunfähigkeiten auszulösen.

Der Dollar scheint nun seinen Aufwärtsschwung verloren zu haben, was für Gold günstig ist. Die nächste Grafik zeigt den handelsgewichteten Index des Dollars.

22. Dez. 4

Der handelsgewichtete Index (TWI) scheint aus einer sich erweiternden Topformation nach unten auszubrechen, die durch die gestrichelten Linien kenntlich gemacht ist. Dies ist ein bärisches Muster und passt zur gemäßigteren Aussage des FOMC zu künftigen Zinserhöhungen. Der ausländische Besitz an Dollar liegt auf Rekordniveau, und die übermäßige Zuversicht deutet darauf hin, dass eine umfangreiche Auflösung von Dollar-Long-Positionen bevorsteht. Ist dies der Fall, können wir mit einem weiteren Anstieg der Edelmetalle rechnen.

Technisch gesehen scheint Gold vor einem guten Lauf zu stehen, möglicherweise nach einer kurzen Konsolidierung oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Dies zeigt unsere letzte Grafik.

22. Dez. 5

Da der 55-Tage-Durchschnitt rasch steigt und der 200-Tage-Durchschnitt seinen Rückgang verlangsamt, ist Mitte Januar ein bullisches Golden Cross wahrscheinlich, insbesondere wenn der Dollar weiter schwächer wird, wie in der vorletzten Grafik oben dargestellt.

Alles in allem deuten die Zeichen auf ein gutes erstes Quartal 2019 für Gold und Silber hin.

 

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