Gold und Silber bewegten sich diese Woche in einer engen Spanne, wobei Gold weiterhin um die Marke von 1.500 $ festsitzt. Der Silberumsatz ging zurück, da die Volatilität nachließ. Im frühen Handel am Morgen europäischer Zeit lag Gold heute um 5 $ niedriger bei 1.499 $, während Silber um 12 Cent auf 17,67 $ zulegte.

Beide Edelmetalle befinden sich in einer Konsolidierungsphase. Der Zweck der Konsolidierung vorangegangener Kursanstiege besteht darin, Gewinnmitnahmen aufzufangen und eine solide Grundlage für den nächsten Abschnitt in der zugrunde liegenden Preisrichtung zu schaffen. Als Indikator wird an der Comex üblicherweise die Netto-Position der Kategorie „Managed Money“ herangezogen, die aus großen Spekulanten besteht. Dies ist unsere nächste Grafik.

Mit einer Netto-Long-Position von 190.811 Kontrakten befindet sich dieser Indikator klar im überkauften Bereich. Schlimmer noch: Der letzte Datenpunkt stammt vom 1. Oktober (aktualisierte Zahlen für den 8. Oktober erhalten wir heute Abend). Seitdem ist Gold von einem Tiefstand von 1.460 $ aus gestiegen, was darauf hindeutet, dass der Indikator heute stärker überkauft ist. Unter sonst gleichen Bedingungen benötigt Gold daher mehr Konsolidierung, bevor ein weiterer nachhaltiger Anstieg stattfinden kann. Deshalb erscheint ein Rückgang auf 1.450 $ wahrscheinlich, möglicherweise sogar bis auf 1.420–1.440 $, womit Niveaus getestet würden, die zuletzt im Juli zu sehen waren.
Unsere nächste Grafik zeigt die Managed-Money-Position bei Silber.

Silber steht bei diesem Maßstab besser da: Die moderat überkaufte Position wirkt für einen Bullenmarkt normal und deutet darauf hin, dass der Silberpreis relativ zu Gold steigen kann, wenn auch noch nicht in absoluten Zahlen. Der Umsatzrückgang am vergangenen Montag auf nur 37.194 Kontrakte, bei einer Preisbewegung von netto lediglich zehn Cent, war der niedrigste seit langer Zeit und lässt darauf schließen, dass der Verkaufsdruck auf diesen Niveaus minimal ist.
Das weitere Finanzumfeld ist ebenso unentschlossen, mit plötzlichen Gewinnmitnahmen bei Anleihen, als die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe von 1,512 % am Dienstag auf 1,66 % gestern stieg. Sollte die Schwäche bei Anleihen anhalten, ist zu erwarten, dass dies Edelmetalle benachteiligt.
Unterdessen mehren sich weiterhin die Anzeichen für eine Verlangsamung der Konjunktur weltweit. Die Antwort der EZB bestand darin, weitere Schwäche in der Eurozone zu erwarten, die quantitative Lockerung wieder einzuführen und ihren Einlagensatz ab nächstem Monat auf −0,5 % zu senken. Im Vorfeld des Rücktritts von Draghi und der Amtsübernahme durch Christine Lagarde sind im EZB-Rat Spaltungen darüber entstanden, ob eine neue Runde der geldpolitischen Lockerung sinnvoll ist. Sabine Lautenschläger, die deutsche Vertreterin, ist mit Wirkung zum nächsten Monat zurückgetreten, was die Differenzen zwischen der Bundesbank und der EZB voraussichtlich verschärfen wird. Denn Tatsache ist, dass die EZB mit Negativzinsen die deutschen Sparer beraubt, die das Fundament des relativen Erfolgs Deutschlands bilden.
Dieser Streit dürfte nur von kurzer Dauer sein, denn wenn die Eurozone, wie es wahrscheinlich erscheint, ihren rezessiven Kurs fortsetzt, müssten sogar deutsche Banken gerettet werden. Hinzu kommt das Brexit-Problem für die Eurozone, sodass sich ein perfekter Sturm zusammenbraut.
Gold und Silber warten derweil die Entwicklungen ab. Unsere letzte Grafik zeigt die breitere Wertentwicklung von Gold seit Beginn seines Bullenmarkts, oder genauer gesagt den Wertverfall der Papierwährungen.

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen sind die des Autors bzw. der Autoren und geben nicht die Ansichten von Goldmoney wieder, sofern dies nicht ausdrücklich angegeben ist. Der Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt weder seitens Goldmoney noch seitens des Autors bzw. der Autoren eine Rechts-, Finanz-, Steuer-, Anlage- oder Buchhaltungsberatung dar. Sie sollten sich nicht auf Informationen in diesem Artikel stützen oder auf deren Grundlage handeln, ohne zuvor unabhängigen fachlichen Rat einzuholen. Es wurde Sorgfalt darauf verwendet, dass die Informationen in diesem Artikel verlässlich sind; Goldmoney übernimmt jedoch keine Gewähr dafür, dass sie richtig, vollständig und aktuell sind und/oder als Hinweis auf zukünftige Ergebnisse verstanden werden können, und sie sollten nicht als solcher herangezogen werden. Goldmoney haftet nicht für Ansprüche, Verluste, Schäden oder Unannehmlichkeiten, die sich aus Informationen oder Meinungen in diesem Artikel ergeben. Jede Handlung auf Grundlage der in diesem Artikel enthaltenen Meinungen und Informationen erfolgt auf Ihr eigenes Risiko.