
Die Gold- und Silberpreise konsolidierten sich weiter, wobei Gold auf Wochensicht leicht zulegte und Silber leicht nachgab. Gold stieg gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag um 2 $ und notierte im frühen Handel in Europa bei 1.794 $, während Silber um 40 Cent auf 23,90 $ fiel. Im Wochenverlauf war der Handel an der Comex moderat.
Zum Monatsende sehen wir regelmäßig Preisrückgänge, und obwohl der November für Gold- und Silber-Futures kein Liefermonat ist, bestand kaum ein Zweifel, dass diese Faktoren in der letzten Oktoberwoche eine Rolle spielten.
Der Goldpreis befindet sich an einem interessanten technischen Wendepunkt, an dem der Preis und die am häufigsten beachteten gleitenden Durchschnitte zusammenlaufen. Dies zeigt unsere nächste Grafik.

Sollte der Goldpreis das Niveau seines Ein-Jahres-Durchschnitts, das derzeit bei 1.808 $ liegt, überzeugend überwinden und halten, befänden sich der Preis und seine gleitenden Durchschnitte in einer bullishen Abfolge und wären auf dem Weg zu einem Golden Cross. Technisch orientierte Händler der Kategorie Managed Money dürften dann bullish für Gold und bearish für den Dollar werden und ihre Netto-Long-Positionen aufstocken, die derzeit in der nächsten Grafik dargestellt sind.
Bei der letzten Veröffentlichung des Commitment-of-Traders-Berichts (19. Oktober) beliefen sich ihre Netto-Long-Positionen auf 57.799 Kontrakte, verglichen mit einem langfristigen Durchschnitt von rund 110.000. Dies deutet darauf hin, dass Managed Money reichlich Spielraum hat, Long-Positionen aufzubauen, ohne in überkauftes Terrain zu geraten. Sollten sie ihre Positionen jedoch um die implizierten 50.000 bis 60.000 Kontrakte erhöhen, wäre dies ein Albtraum für die Händler der Edelmetallbanken, die etwa 73 % der Kategorie Swaps ausmachen. Die Edelmetallbanken in London versuchen verzweifelt, ihre Termin- und Futures-Derivate vor Ablauf der Basel-3-Frist in neun Wochen abzubauen.Würde die Kategorie Managed Money ihre Netto-Long-Positionen erhöhen, wäre sie zudem wahrscheinlich nicht allein: Auch die Kategorie Other Reported, die inzwischen die Long-Seite des Marktes dominiert, dürfte ihre Netto-Long-Positionen ausweiten. Die Verhältnisse zwischen den Comex-Kategorien, aufgeteilt in Nicht-Spekulanten und Spekulanten, sind unten dargestellt.

Managed Money macht nur noch 36 % der Netto-Long-Positionen der Spekulanten aus, die nun von Other Reported mit über der Hälfte der Spekulantensumme dominiert werden. Der Wechsel weg von der Dominanz der Hedgefonds und technisch orientierten Händler in der Spekulantenkategorie hat bei den Swaps, die nun 80 % der Nicht-Spekulanten stellen, Unsicherheit ausgelöst. Durch abgestimmtes Vorgehen können die Händler der Edelmetallbanken (73 % der Swaps) gezielt die von Hedgefonds gesetzten Stopps ansteuern, in dem Wissen, dass diese lediglich an einem Paartrade gegen den Dollar interessiert sind und ihre Positionen stets schließen, statt eine Lieferung abzunehmen.
Stattdessen sind es die weniger berechenbaren Kategorien Other Reported und Non-Reportable, die von Zeit zu Zeit Lieferungen abnehmen, allein im Oktober insgesamt 22,26 knappe Tonnen.
Es liegt jedoch eindeutig im Interesse der Edelmetallbanken, den Goldpreis unter den allgemein beachteten gleitenden Durchschnitten zu halten. Deshalb drücken sie den Preis offenbar jedes Mal zurück, wenn er über 1.810 $ steigt. Die technische Lage deutet jedoch darauf hin, dass sie diesen Kampf möglicherweise verlieren.
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