
Gold konnte diese Woche weiter etwas Boden gutmachen und sich bei 1.800 $ festigen. Im europäischen Vormittagshandel lag Gold heute bei 1.805 $, das sind 16 $ mehr als zum Schlusskurs vom letzten Freitag, aber im bisherigen Jahresverlauf immer noch rund 5 % weniger.
Silber entwickelte sich schwächer als Gold und verlor auf Wochensicht 55 Cent auf 25,95 $, was vielleicht eher zu einem sich konsolidierenden Rohstoffkomplex passt. Treiber der übergeordneten Rohstoffentwicklung war eine anhaltende Rally des handelsgewichteten Index des Dollars, den wir im nächsten Chart zeigen.
Die Rally des handelsgewichteten Index ist Teil eines insgesamt verworrenen Bildes. Bei steigenden Verbraucherpreisen hätte man steigende Zinsen und Anleiherenditen erwarten können. Doch das Gegenteil ist eingetreten, wie die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe zeigt.
Der Renditerückgang in dieser Woche war dramatisch. Der Kurs fiel zurück auf den 200-Tage-Durchschnitt, was dem Trend des handelsgewichteten Dollar-Index entgegenläuft. Auch die Aktienmärkte gerieten unter Druck: Der Dow-Jones-Index verlor fast 600 Punkte und holte in einer verkürzten Handelswoche (Montag war der US-Unabhängigkeitstag) die Hälfte des Verlusts wieder auf.
Die Märkte scheinen von der neuen Zahlung von 5 Basispunkten auf die Reverse Repos der Fed getrieben zu werden. Sie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die neue Net Stable Funding Ratio nach Basel 3 Banken davon abhält, kurzfristige Einlagen hereinzunehmen. Ohne die Erhöhung des RRP-Satzes durch die Fed hätten Geldmarktfonds keine Anlagemöglichkeit gehabt, ohne zu riskieren, den „Nennwert zu unterschreiten“ („breaking the buck“). Für eine Branche mit 4,5 Billionen $ an Bargeld wäre das potenziell katastrophal gewesen. Den dramatischen Anstieg der Reverse Repos sehen wir im untenstehenden FRED-Chart.

Reverse Repos entziehen dem Finanzsystem Liquidität. Das war in den letzten Monaten notwendig, weil der Abbau des Guthabens des US-Finanzministeriums auf dem General Account bei der Fed und die monatlichen QE-Käufe der Fed von 120 Mrd. $ zusammen zu viel Liquidität für das Bankensystem erzeugt haben.
Doch die Kombination aus der NSFR nach Basel 3 und der Vergütung von 5 Basispunkten der Fed für Reverse Repos droht nun, die Marktliquidität zu verknappen. Daher die Reaktion bei den Aktien in dieser Woche. Die Hinwendung zu US-Staatsanleihen scheint mit einer Flucht aus Risikoanlagen einherzugehen, aus der Sorge, die Straffung der Liquidität werde übertrieben.
Was Gold und Silber betrifft, so scheinen Hedgefonds bei Gold-Futures Grenzkäufer zu sein, beim spekulativeren Silberkontrakt aber weniger interessiert.
In dieser Woche wurde außerdem das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung veröffentlicht. Es zeigte, dass eine frühe Rückkehr zur Reduzierung der Anleihekäufe (Tapering) diskutiert wurde. Wenn FOMC-Mitglieder jedoch glauben, Tapering sei eine Option, verkennen sie die Rolle von QE im Markt. Aktien- und Anleihemärkte brauchen QE, um die aktuellen Bewertungen zu stützen, und jede Reduzierung würde das Risiko bergen, die Aktienblase platzen zu lassen.
All dies ist kurzfristiges Rauschen. Finanzanlagen befinden sich in einer Blase, die irgendwann an Luft verlieren wird. Das wird bei Edelmetallen zu Volatilität führen, doch erfahrene Marktteilnehmer werden Preisrückgänge weiterhin nutzen, um dem Markt physisches Metall zu entziehen, sobald es verfügbar wird.
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